Bürgermeister Kristian Kater und Prof.in Dr.in Hildegard Theobald zusammen mit den Preisträgerinnen des Gerontologiepreises 2021: Lena Holtschulte (l.), Fiona Buschmann (m.) und Laura Eble (r.). (Foto: Universität Vechta)

Gratulation

Stadt Vechta vergibt Gerontologiepreis 2021

veröffentlicht: am 13.12.2021     Bildung, Soziales

Seit Jahrzehnten kürt die Stadt Vechta mit der Auszeichnung die besten Abschlussarbeiten der gerontologischen Studiengänge.

Laura Eble, Fiona Buschmann und Lena Holtschulte von der Universität Vechta haben nun den Gerontologie-Preis 2021 erhalten.

Die Auszeichnung sei ein Beispiel für die langjährige und enge Verbundenheit zwischen der Stadt und der Universität Vechta, meint Bürgermeister Kristian Kater. Er gratuliere den Preisträgerinnen zu ihrem exzellenten Abschluss und hofft, dass sie der Stadt Vechta auch zukünftig verbunden bleiben.

Laura Eble hat in ihrer Bachelorarbeit Motive für das Nachgehen sportlicher Aktivitäten betrachtet, vor allem im höheren Alter. Sie wollte herausfinden, wie sich die Motivationen zu sportlichen Aktivitäten über die Lebensspanne wandeln und welche Gründe dafür angeführt werden könnten. Als eine Schlussfolgerung der Arbeit führt Laura Eble unter anderem an, dass sportliche Motivation bereits in der Kindheit und im Jugendalter maßgeblich geprägt sei und über die Lebensspanne hinweg relativ stabil bleibe. Zudem hält sie fest, dass Faktoren wie Autonomie, Zugehörigkeit und Kompetenz die Sportmotivation in allen Lebensphasen unterstützen könnten, während negative Altersstereotype besonders schädlich für Sportmotivation im Alter seien. „Diese Arbeit überzeugt einerseits durch ihren sehr soliden theoretischen Hintergrund und andererseits durch eine Fülle von internationalen empirischen Forschungsergebnissen, welche hier verwendet wurden, um den Forschungstand zum Thema der Arbeit darzustellen“, sagt Prof.in Dr.in Maria K. Pavlova (Psychologische Gerontologie), welche die Arbeit betreut hat. „Die Breite der Literaturrecherche geht weit darüber hinaus, was man üblicherweise von einer Bachelorarbeit erwarten kann.“ Außerdem sei die Struktur der Arbeit sehr übersichtlich und nachvollziehbar, und die zentrale Fragestellung der Arbeit behalte die Autorin immer im Blick.

Auch Fiona Buschmann hat den Gerontologiepreis 2021 erhalten. Zunehmend etabliert sich in Deutschland eine Versorgungsform für sehr umfassende Bedarfe zuhause – die sogenannte 24-Stunden-Betreuung – durch im Privathaushalt lebende Migrant*innen. In ihrer Bachelorarbeit setzt sich Fiona Buschmann auseinander mit den Gründen für diese Entwicklung, den schwierigen Bedingungen der Migrant*innen sowie Handlungsansätzen. „In ihrer literaturbasierten Arbeit verknüpft sie dazu sehr kenntnisreich und innovativ die Analyse der Rahmenbedingungen durch die Pflegeversicherung und der rechtlichen Bedingungen der Versorgungsform, mit den Motiven der Migrant*innen und der zu versorgenden Älteren einschließlich ihrer Familien sowie der sich vor dem Hintergrund entwickelnden Situation im Privathaushalt insbesondere der Arbeits-, und Beschäftigungssituation“, sagt Prof.in Dr.in Hildegard Theobald (Organisationelle Gerontologie), welche die Arbeit betreut hat. „Sie kann dabei das Zusammenspiel der verschiedenen Facetten in der Entwicklung und Ausformung der Versorgungsform sehr kenntnisreich und sehr strukturiert nachzeichnen und liefert somit eine hervorragende Grundlage für ihre wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit den nationalen und internationalen Handlungsansätzen der Veränderung.“

In ihrer Masterarbeit zu „Senior*innen auf dem Bauernhof“ befasst sich Lena Holtschulte mit dem Konzept von „Green Care Farming“. Hierbei werden Landwirtschaft und sozialen Dienstleistungen verknüpft. Auf den Betrieben werden Angebote in der Betreuung, Therapie und Pflege für unterschiedliche Zielgruppen verwirklicht – unter anderem auch für Senior*innen. „In ihrer Masterarbeit analysiert Lena Holtschulte die Potenziale dieses Ansatzes gleichzeitig für die Entwicklung der Landwirtschaft und der Versorgungsstrukturen von Senior*innen in Deutschland“, sagt Prof.in Dr.in Hildegard Theobald, welche auch diese Arbeit betreut hat. „Für diese Analyse verknüpft sie zentrale Perspektiven – Gerontologische Aspekte, Entwicklungen in der Landwirtschaft und dem ländlichen Raum als Schauplatz des ,Green Care Farmings‘ auf eine hervorragende Weise. Eingebettet in diesen eigenen, breiten theoretischen Rahmen führt sie eine Interviewstudie mit zentralen Expert*innen durch.“ Auf der Basis der Studie gewinne Lena Holtschulte neue Erkenntnisse zu Motiven und Gründen der Etablierung der Angebote, zu den notwendigen Rahmenbedingungen, zentralen Herausforderungen und relevanten Faktoren für den Aufbau und abschließend zu Zukunftsperspektiven und dem Handlungsbedarf. „Sie trägt damit wesentlich sowohl zum wissenschaftlichen Kenntnisstand als auch zu einer wissenschaftlich begründeten Entwicklung von praxisorientierten Handlungsansätzen der Förderung dieses Ansatzes bei“, sagt Prof.in Dr.in Hildegard Theobald.