Preisverleihung mit Videoschalte. Von links: Prof. Dr. Harald Künemund, Philippe Klöppel, Kristin Lampe und Sandra Sollmann, Erste Stadträtin. Foto: Käthler

Gerontologie-Preis 2020

Stadt Vechta zeichnet Abschlussarbeiten aus

veröffentlicht: am 09.12.2020     Bildung, Soziales

Die beste Master-Arbeit hat Kristin Lampe verfasst. Philippe Klöppel lieferte erhielt den Preis für die beste Bachelor-Arbeit.

Seit Jahrzehnten kürt die Stadt Vechta mit der Auszeichnung die besten Abschlussarbeiten der gerontologischen Studiengänge. Philippe Klöppel und Kristin Lampe von der Universität Vechta haben nun den Gerontologie-Preis 2020 erhalten. In kleinem Kreis – anstatt bei einer Absolventenfeier an der Uni – erhielten sie Urkunden und Preisgeld im Rathaus der Stadt Vechta. 

„Bereits zum 27. Mal haben wir nun den Gerontologiepreis der Stadt Vechta vergeben. Daran zeigt sich die langjährige und enge Verbundenheit zwischen der Stadt und der Universität Vechta. Es war mir ein besonderes Anliegen, den Preis trotz widriger Umstände auch in diesem Jahr zu verleihen und die hervorragenden Leistungen der Studierenden zu würdigen. Ich gratuliere der Preisträgerin und dem Preisträger zu Ihrem exzellenten Abschluss und hoffe, dass Sie der Stadt Vechta auch zukünftig verbunden bleiben“, führte Bürgermeister Kristian Kater aus.

Philippe Klöppel erhielt den Gerontologie-Preis für seine Bachelor-Arbeit „Missbrauch und Abhängigkeit von legalen und illegalen Suchtstoffen im Alter“ aus den Händen der Ersten Stadträtin Sandra Sollmann. Der Absolvent befasst sich „mit der gerontologisch relevanten Frage, inwiefern das Problem der Suchtstoffabhängigkeit im Alter besteht, woher dies rührt, welche Risiken dies birgt und wie dem begegnet werden kann“, zeichnete sein Erstgutachter Prof. Dr. Andrea Teti nach.

Besonders erwähnenswert sei hier die Diskussion über Schmerzmittel und Benzodiazepine, die in der Betrachtung der potentiellen Suchtprozesse im Alter heutzutage vornehmlich eine bedeutende Rolle spielen würden. „Der Autor verfasst hierzu eine reflektierte Betrachtung des Mehrwerts von verschiedenen psychotherapeutischen Ansätzen zur Behandlung von medikamenteninduzierten Suchtabhängigkeiten durch Schmerzmittel, Schlaf- und Beruhigungsmittel von ,altgewordenen‘ Suchtkranken“, äußerte sich Teti.

Den Preis für die beste Master-Arbeit verlieh die Stadt Vechta an Kristin Lampe. Das Thema lautet „Analyse der Implementierung des Strukturmodells der Pflegedokumentation in einem Unternehmen der stationären Altenpflege“. Als ein zentrales Problemfeld stationärer Versorgung gilt die – für eine professionelle Versorgung essentielle, jedoch sehr zeitintensive – zumeist bürokratische Pflegedokumentation. „Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit wurde ein Strukturmodell der Pflegedokumentation entwickelt, das bundesweit eingesetzt in stationären Altenpflegeeinrichtungen zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation beitragen soll“, erklärte Prof.in Dr.in Hildegard Theobald, Erstgutachterin der Arbeit, die Ausgangssituation zur Arbeit.

„Eingebettet in eine sehr reflektierte und kenntnisreiche Auseinandersetzung mit den Grundlagen zu Qualität und Qualitätssicherung sowie der rechtlichen Rahmenbedingungen stationärer Einrichtung steht im Fokus dieser ausgezeichneten, sehr innovativen Masterarbeit die empirische Untersuchung der Implementation des Strukturmodells in verschiedenen Einrichtungen stationärer Versorgung eines Unternehmens.“ Die Ergebnisse zeigten, dass das Strukturmodell prinzipiell erfolgreich in den Einrichtungen des Unternehmens umgesetzt wurde und zur Entbürokratisierung beitragen konnte.

„Wir freuen uns sehr über den Gerontologiepreis der Stadt Vechta – er hilft enorm, das noch immer ,junge‘, aber zunehmend bedeutsame Fach Gerontologie bekannt zu machen“, sagt Harald Künemund, Professor für Empirische Alternsforschung und Forschungsmethoden an der Universität Vechta, „Und wir freuen uns über die ausgezeichneten Studierenden, die in der Region und darüber hinaus helfen können, den demographischen und gesellschaftliche Wandel nachhaltig zu gestalten.“

Einen Videobeitrag über die Preisverleihung finden Sie HIER.