Die Stadt Vechta macht am Aktionstag mit: Andrea Schlärmann und Kristian Kater am Infopunkt im Rathaus. Foto: Kläne

Aktionstag gegen Gewalt an Frauen

Stadt weist auf Opfer und Hilfsangebote hin

veröffentlicht: am 25.11.2020     Bildung, Soziales

Allein 2019 haben mehr als 390 Frauen Hilfe bei den Beratungsstellen im Landkreis Vechta gesucht - viele melden sich aber nicht.

Wenn Frauen Opfer von Gewalt werden, dann erfährt häufig niemand davon. Wie viele Frauen – und oftmals mit ihnen auch Kinder – betroffen sind, lässt sich schlecht sagen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer bei Gewalttaten an Frauen in Deutschland und auch im Kreis Vechta aus. Die Gleichstellungsbeauftragten der Städte, Gemeinden und des Landkreises Vechta holen die bittere Realität vieler Opfer aus dem Verborgenen in die Öffentlichkeit. Rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25. November) verteilen sie orangene Taschentuchpackungen mit der Aufschrift „Frei atmen – ohne Gewalt“ und benennen Hilfsangebote für Opfer.  

Orange ist die Kennfarbe des weltweiten Aktionstages. Damit verweisen die Gleichstellungsbeauftragten auf weitere Kampagnen wie der Frauenrechtsorganisation „terre des femmes“, die ihre Initiativen mit dem Motto „Frei leben – ohne Gewalt“ betiteln, oder dem Zonta Club Diepholz-Vechta, der im Landkreis erneut die Aktion „Orange the world“ organisiert. Dabei werden Gebäude in Orange angestrahlt, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Am Abend wird auch das Rathaus Vechta in der Farbe leuchten.

Im Rathaus hat die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Andrea Schlärmann, einen Info-Punkt eingerichtet. Sie beteiligt sich zudem am Verteilen der Taschentuch-Packungen in Apotheken, Kindergärten, Schulen, Friseursalons, Kirchen, Einzelhandelsgeschäften, Arztpraxen und Beratungsstellen.

Schließlich soll das Thema „Gewalt an Frauen“ auch regionale Aufmerksamkeit erhalten. Immerhin haben allein 2019 mehr als 390 Frauen Hilfe bei den beiden Beratungsstellen im Landkreis Vechta (siehe unten) gesucht. Bei einer Dunkelziffer von 65 Prozent kann von einer sehr viel höheren Zahl von betroffenen Frauen ausgegangen werden – und oftmals sind zudem Kinder betroffen. Erste Untersuchungen wie die der Technischen Universität München aus Juni 2020 deuten darauf hin, dass während der Kontaktbeschränkungen die Vorfälle häuslicher Gewalt noch weiter gestiegen sind.

Hilfsangebote im Landkreis Vechta
Frauen- und Kinderschutzhaus des SkF Vechta:
Beratung rund um die Uhr unter Telefon 04441-83838.

BISS Beratungs- und Interventionsstelle des DRK für die Polizeiinspektion Cloppenburg-Vechta: Erreichbar unter Telefon 04471-930 830.

Überregional
Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen unter 08000-116 016