Sanierung des Schmutzwasserkanals: Wie hier in der Kolpingstraße wird bei der geschlossenen Bauweise ein kunstharzgetränkter Gewebefaserschlauch, ein so genannter Inliner, in den vorhandenen Abwasserkanal eingezogen, der an der Innenwand des Kanals aushärtet und somit ein neues Rohr im Rohr bildet.

Kanalisation

Stadtentwässerung macht Infastruktur fit

veröffentlicht: am 22.03.2021     Alle Themen

Die Regenwasser- und die Schmutzwasser-Kanalisation in Vechta sind in den vergangenen Jahren stetig erweitert und saniert worden.

Insgesamt unterhält die Stadt Vechta ein Netz von mehr als 156 Kilometer Regen- und 200 Kilometer Schmutzwasserkanal.

Zum Schmutzwasserkanalnetz gehören die vier Hauptpumpwerke in Vechta, Oythe, Telbrake und Langförden, 65 Zwischenpumpwerke sowie die 69 Hauspumpwerke. Im Regenwasserkanalnetz tragen 40 Regenrückhaltebecken die zu einem geordneten Abfluss des Niederschlagswassers bei. Des Weiteren werden zwei Regenwasser- und ein Mischwasserpumpwerk betrieben. 2,2 Millionen Kubikmeter Abwasser wurden allein im Jahr 2019 auf der Kläranlage Vechta gereinigt und sind als Klarwasser in den Vechtaer Moorbach abgeleitet worden. Dabei wurden 96,5 Prozent der Nährstoffe abgebaut. Dies ist ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz. Der Ablauf der Kläranlage wird zur Überprüfung der Reinigungsleistung 24 Mal im Jahr durch das vom Landkreis Vechta beauftragte EWE Umweltlabor beprobt, Beanstandungen gab es in den vergangenen Jahren nicht.

Die Stadt Vechta betreibt eine Hauptkanalisation von rund 340 km. Davon entfallen 176 km auf Freispiegelleitungen des Schmutzwasserkanals und ca. 156 km auf Freispiegelleitungen des Regenwasserkanals. Im Jahr 2019 wurde die planmäßige Reinigung und TV-Inspektion der Schmutz- und Regenwasserkanalisation neu ausgeschrieben. Innerhalb von zwei Jahren wird das gesamte Schmutzwasserkanalnetz von Ablagerungen gereinigt. Verstopfungen und unangenehmen Gerüchen wird vorgebeugt. Des Weiteren wird die Schmutzwasserkanalisation planmäßig alle zehn Jahre mit einer Kamera inspiziert. Die Ergebnisse der Inspektionen fließen in die Planungen zu Straßenbaumaßnahmen und übergreifenden Sanierungskonzepten ein.

Deshalb wurde zum Beispiel auch der Schmutzwasserkanal in der Kolpingstraße vom Moorbachhof bis zur Falkenrotter Straße saniert, als er Straßenausbau in dem Abschnitt anstand. Aufgrund der kürzeren Gesamtbauzeit und der geringeren Baukosten entschied sich die Stadt Vechta für die geschlossene Sanierung. Bei der geschlossenen Bauweise wird ein kunstharzgetränkter Gewebefaserschlauch, ein so genannter Inliner, in den vorhandenen Abwasserkanal eingezogen, der an der Innenwand des Kanals aushärtet und somit ein neues Rohr im Rohr bildet.

Mit den Bauarbeiten wurde Mitte Mai 2019 begonnen. Diese dauerten rund fünf Wochen. Insgesamt wurden 400 Meter Inliner eingezogen, 23 Schächte saniert sowie eine entsprechende Anzahl an Hutprofilen und Edelstahlhülsen verbaut. Der Neubau des Regenwasserkanals innerhalb des Straßenausbaus war jedoch aus hydraulischer Sicht unumgänglich. Die Bauarbeiten hierzu starteten im Sommer 2019.

Aktuell wird der Schmutzwasserkanal in der Dresdener Straße sowie in einem Abschnitt der Straße Am Eisernen Birnbaum (Einmündung Dresdener Straße bis Kreuzung Allensteiner Straße) saniert. Für die Anlieger entstehen bei Sanierungen keine zusätzlichen Kosten, da diese durch die Abwassergebühren finanziert wird.

Weitere Infos unter https://www.vku.de/vku-positionen/kommunale-wasserwirtschaft/infrastruktur-schatz-unter-der-strasse/