Eine Ausweitung der Notbetreuung in Kitas wird überall angestrebt.

Notbetreuung in Kitas

Städte und Gemeinden forcieren die Ausweitung

veröffentlicht: am 15.05.2020     Kinder, Jugend, Senioren

Niedersachsen hat in seiner Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ermöglicht, die Notbetreuung auszuweiten. Ein Überblick.

Auf allen Ebenen wird im Landkreis Vechta an einheitlichen Lösungen für die Kinderbetreuung unter den aktuellen Corona-Beschränkungen gearbeitet. Der Landkreis Vechta, die Städte und Gemeinden führen daher Gespräche mit Trägern, Betreibern und Leitungen von Kindertagesstätten über die Erweiterung der Notbetreuung. Im Vordergrund steht das Wohl von Kindern und Familien. Darüber sind sich die Hauptverwaltungsbeamten im Kreis Vechta einig. „Es ist wichtig, allen Familien ein Signal der Wertschätzung und Verlässlichkeit zu geben. Die vergangenen Wochen waren für viele sehr belastend, und die Normalität wird auch in den kommenden Wochen nicht zurückkehren. Umso wichtiger ist es, die Familien bestmöglich zu unterstützen, sie zu entlasten, wo es geht, oder zumindest eine Perspektive zu geben“, sagt Vechtas Bürgermeister Kristian Kater.

Das Land Niedersachsen hat in seiner aktuellen Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ermöglicht, die Notbetreuung auszuweiten. Ab dem 11. Mai soll eine Betreuungsquote von 50 Prozent erreicht werden. In der Verordnung legte das Land die neuen zulässigen Höchstzahlen der betreuten Kinder in einer kleinen Gruppe fest; berücksichtigt werden müssen dabei die räumlichen, personellen und organisatorischen Kapazitäten:

· Gruppe mit überwiegend Kindern unter drei Jahren (Krippe): maximal 8 Kinder.

· Gruppe mit überwiegend Kindern von drei Jahren bis zum Lebensjahr ihrer Einschulung (Kindergarten): 13 Kinder.

· Gruppe mit überwiegend Kindern von der Einschulung bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres (Hort): 10 Kinder.

 

Die Notbetreuung dient der Verordnung des Landes zufolge dazu, folgende Kinder aufzunehmen:

· Bei denen mindestens eine Erziehungsberechtigte oder ein Erziehungsberechtigter in betriebsnotwendiger Stellung in einem Berufszweig von allgemeinem öffentlichen Interesse tätig ist.

· Bei denen ein Unterstützungsbedarf, insbesondere ein Sprachförderbedarf, besteht.

· Die zum kommenden Schuljahr schulpflichtig werden.

· Möglich ist auch die Betreuung in besonderen Härtefällen wie etwa für Kinder, deren Betreuung aufgrund einer Entscheidung des Jugendamtes zur Sicherung des Kindeswohls erforderlich ist, sowie bei drohender Kündigung oder erheblichem Verdienstausfall für mindestens eine Erziehungsberechtigte oder einen Erziehungsberechtigten.

 

Das Land ermöglicht nun auch die Betreuung von Vorschulkindern. Sie können im Rahmen der Notbetreuung gefördert werden. Nach der Verordnung besteht für die schulpflichtigen Kinder alternativ auch die Möglichkeit, abseits der Notbetreuung und von dieser zeitlich oder räumlich getrennt, in kleinen, konstanten Gruppen ein vorschulisches Angebot in der Kita zu machen.

Jede einzelne Kindertagesstätte soll nun ihre Höchstzahl der Kinder ermitteln, die betreut werden können. Kinder, die bereits vor dem 11. Mai einen Platz in einer Notgruppe hatten, behalten diesen. Die dann noch zur Verfügung stehenden Plätze sollen nach den genannten Kriterien vergeben werden. Über die Aufnahme in die Notbetreuung entscheiden die Kita-Träger und -Leitungen gegebenenfalls in Absprache mit der zuständigen Kommune.

 „Die Kitas stellt das vor große Herausforderungen. Dessen sind wir uns bewusst. Aber auch für die Familien ist die Situation zunehmend belastend. Wir müssen schon jetzt gemeinsam Lösungen vor allem für die Kinder finden, für die eine Betreuung besonders wichtig ist“, sagt Bürgermeister Kater. Es stünden schwierige Entscheidungen an, da nicht alle Familien aufgrund der nach wie vor geltenden Beschränkungen berücksichtigt werden können.

Ein Regelbetrieb in Kindertagesstätten ist frühestens ab dem 1. August zu erwarten. Die Stadt Vechta begrüßt daher, dass alle Städte und Gemeinden im Landkreis Vechta sowie das Bischöflich Münstersche Offizialat als Träger vieler Einrichtungen im Oldenburger Münsterland einheitlich vorgehen: Sie setzen sich dafür ein, dass die Einrichtungen statt der üblichen Schließzeiten im August bedarfsgerecht öffnen (siehe auch Meldung HIER).