Bürgermeister Kristian Kater(Mitte) besucht die Mutter-Kind-Gruppe in der städtischen Kita. Von links: Yurdagül Erdogdu, Olga Chub, Emine Aktas, Jana Dobroserdova, Kristian Kater, Erste Stadträtin Sandra Sollmann, Fachdienstleiter Christoph Wichmann (Stadt Vechta), Leylya Mehmedova; am Tisch neben den Kindern von links: Aylin Mehmedova, Elvan Aktas und Zehra Erdogdu. Foto: Kläne

Infos, Sprachkurse, Kinderbetreuung

Viele Angebote für Menschen aus der Ukraine

veröffentlicht: am 27.05.2022     Bildung, Soziales

Jeden Dienstag- und Donnerstagvormittag kommen 30 bis 40 Ukrainerinnen ins Begegnungscafé im Gulfhaus.

Das Gulfhaus in Vechta ist in den vergangenen Wochen zum festen Anlaufpunkt für ukrainische Frauen und ihre Kinder geworden. Die Stadt Vechta und das Caritas-Sozialwerk hatten dort zeitgleich mit der Ankunft der ersten Geflüchteten ein Willkommenscafé angeboten. Die Menschen, die sich vor dem Krieg in ihrer Heimat retten mussten, sollten erste Kontakte knüpfen und Informationen bekommen. Inzwischen ist dieses Angebot zur festen Institution geworden.

Jeden Dienstag- und Donnerstagvormittag kommen 30 bis 40 Ukrainerinnen ins Begegnungscafé, wie es inzwischen heißt. Sie können sich informieren, miteinander austauschen und auch einen Sprachkurs besuchen. Ihre Kinder werden in dieser Zeit in einer Gruppe betreut.

Anfangs als Spielgruppe eingerichtet, werden die Mädchen und Jungen inzwischen auf die Abläufe im Kindergarten und in der Schule vorbereitet und lernen die deutsche Sprache kennen. Die drei Pädagoginnen Anna Gette, Liubov Buzkorovaina und Liia Buzkorovaina betreuen sie und unterstützen sie in der Sprachentwicklung. Sie engagieren sich ehrenamtlich. Kinder mit besonderen Bedürfnissen werden weiterhin begleitet, wenn sie nicht mehr die Gruppe besuchen, sondern in den Kindergarten oder die Schule gehen.

Ansprechpartnerin für das Betreuungsangebot ist Indira Ejupi vom Integrationsprojekt Efi der Stadt Vechta. Der Netzwerkarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen, die in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde, ist es zu verdanken, dass Angebote wie Betreuungsgruppen, Sprachkurse und das Begegnungscafé zügig geschaffen werden konnten, als die ersten Ukrainerinnen nach Vechta kamen.

Das Café als zentraler Treffpunkt wird von Sozialarbeiterin Alena Pölking (Stadt Vechta) und Johannes Lamping (Koordinierungsstelle der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe des Caritas-Sozialwerkes) geleitet. In der vergangenen Woche hatten sie Vertreter des Jobcenters Vechta eingeladen, um die Ukrainerinnen zu informieren, wie und wo sie Anträge auf finanzielle Unterstützung stellen können. 80 Gäste nahmen das Angebot an. Unterstützt werden Alena Pölking und Johannes Lamping von Valentyna Schmiedel und Ruslan Slizchenko, die ehrenamtlich für sie dolmetschen. Die Sprachkurse leiten die Dozentinnen Lea Janssen und Ewgenia Wachtel, ebenfalls ehrenamtlich.

Auf die Sprache wird besonders Wert gelegt. „Bei unserer Arbeit im Efi-Projekt haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Sprache der Schlüssel zum Erfolg ist und sich Menschen dadurch besser in die Gesellschaft integrieren können“, sagt Yurdagül Erdogdu vom Efi-Projekt. Sie ist für ein weiteres Angebot verantwortlich. Im den Städtischen Kitas an der Dornierstraße und der Antoniusstraße gibt es Mutter-Kind-Gruppen. Ukrainerinnen können dort einmal in der Woche gemeinsam mit ihren Töchtern und Söhnen nicht nur Deutsch lernen, sondern auch Kontakte knüpfen, Angebote verschiedener Beratungsstellen kennenlernen und Informationen über das deutsche Schul- und Gesundheitssystem erhalten. Die Sprachdozentinnen Emine Aktas, Leylya Mehmedova, Olga Chub, Zehra Erdogdu, Aylin Mehmedova und Elvan Aktas unterstützen dieses Vorhaben – ehrenamtlich. Die Lernmaterialien für die beiden Kurse wurden vom Landkreis Vechta gestellt.

Zeitgleich zu den Gruppen und Kursen arbeitet die Stadtverwaltung weiter daran, die ukrainischen Familien unterzubringen und Plätze an Schulen und Kitas für die Kinder zu schaffen. Inzwischen sind 357 Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet in Vechta gemeldet. Zwar hat das Niedersächsische Kultusministerium eine Notverordnung erlassen, die es ermöglicht, in allen Kita-Regelgruppen ein Kind mehr zu betreuen. Bisher reichen die Plätze aber nicht aus und die Notverordnung gilt vorerst nur bis zum 31. Juli.

Bürgermeister Kristian Kater spricht sich für eine langfristige Lösung aus. „Wir brauchen eine Betreuung für alle ukrainischen Kinder. Daran müssen wir alles setzen. Die Voraussetzungen dafür müssen auf Landesebene geschaffen werden. Denn das betrifft alle Kommunen“, sagt er und erklärt in Bezug auf die Angebote für Geflüchtete in Vechta: „Was die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bei uns in Vechta leisten ist außergewöhnlich. Es gibt in der Bevölkerung insgesamt eine enorme Bereitschaft zu helfen. Und dank der guten Netzwerkarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt können wir derzeit einiges auffangen. Ich danke allen, die sich im Begegnungscafé, in den Betreuungsgruppen, den Sprachkursen und den Mutter-Kind-Gruppen engagieren.“

Die Stadt Vechta und das Caritas-Sozialwerk möchten derweil weitere Ehrenamtliche für die Flüchtlingshilfe gewinnen. Sie bieten am 4. Juni und 11. Juni (jeweils Samstag) von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr in der Kreisvolkshochschule Kurse an, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezielt für Aufgaben qualifiziert werden, die zu ihnen passen. Gefördert wird der Kurs vom Landes-Caritasverband. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist aufgrund einer begrenzten Anzahl an Plätzen erforderlich.  

Informationen zu den Angeboten gibt es beim Efi-Projekt der Stadt Vechta:
Indira Ejupi, Telefon: 04441/886-5012; Mail: indira.ejupi(at)vechta.de
Yurdagül Erdogdu, Telefon: 04441/886-5013; Mail: yurdaguel.erdogdu(at)vechta.de