Im Rathaus Vechta wurde jetzt die Ausstellung „Paul Lankes – Vechta, Mais & Rüben … über das äußere und innere Leben in einer Kleinstadt“ eröffnet. Sie ist dort täglich bis zum 07.08.2026 während der Öffnungszeiten zu sehen.
Vechtas Bürgermeister Kristian Kater sagte in seiner Begrüßung: „Paul Lankes kam 1969 nach Vechta und wirkte hier als Professor für Kunsterziehung. Er prägte Generationen von Studierenden, bereicherte das kulturelle Leben unserer Region und schuf zugleich ein Werk von beeindruckender Vielfalt und Eigenständigkeit. Dabei verstand Lankes Vechta nicht nur als Wohn- und Arbeitsort, er hat vielmehr unsere Stadt und die Landschaft des Oldenburger Münsterlandes aufmerksam betrachtet und immer wieder zum Gegenstand seiner Kunst gemacht. In seinen Bildern begegnen wir vertrauten Ansichten und Motiven – Feldern, Kühen, Menschen, dem Stadtbild Vechtas. Doch wir sehen sie mit den Augen eines Künstlers, der genauer hinschaute und hinter dem Alltäglichen das Besondere entdeckte. Die Stadt Vechta kann stolz darauf sein, dass Paul Lankes einen so wichtigen Abschnitt seines Lebens hier bei uns verbracht hat. Seine Arbeiten sind Teil unserer kulturellen Erinnerung und unserer Stadtgeschichte.
Tanja Meyer, Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages, sagte, die Ausstellung sei weit mehr als ein kulturelles Ereignis, sondern zugleich auch ein politisches Statement. „Wenn wir zum 100. Geburtstag von Paul Lankes auf sein Werk blicken, dann sehen wir nicht nur die beeindruckende Kunst, die er geschaffen hat. Wir sehen einen Künstler, der genau hingeschaut hat – auf Landschaften, auf Menschen, auf Tiere, auf das, was unsere Welt im Innersten zusammenhält. Und wir sehen einen Kunstpädagogen, der überzeugt war, das Wahrnehmen, Zeichnen und Verstehen untrennbar zusammengehören, so Meyer. Seine Darstellungen würden sichtbar machen, was oft übersehen wird. „Darin liegt ihre demokratische Kraft. Demokratie lebt davon, dass wir genau hinschauen. Dass wir Unterschiede erkennen und aushalten“ so Meyer weiter. Kultur und Kunst würden diesen Blick schärfen.
Rembert Middendorf führte im Namen des Fördervereins „Kleine Steinfelder Galerie“ in die Ausstellung ein und wies unter anderem darauf hin, dass für Paul Lankes Kunstausübung und Kunsterziehung nicht zu trennen war. Er vertrat als Pädagoge eine offene und praxisorientierte Auffassung. Er setzte auf die Förderung individueller Wahrnehmung und Kreativität. Kunstunterricht sollte Schülern helfen, ihre Umwelt bewusst zu sehen und eigene Ausdrucksformen zu entwickeln. Zeichnen erschien ihm dabei als wichtigste, weil verfügbarste Technik. Mit großem Enthusiasmus verfolgte Paul Lankes das Ziel, jungen Menschen die Kunst nahezubringen. Seine Wirkung in der Lehrerausbildung beruhte daher zum nicht geringen Teil auf seiner Persönlichkeit, seinem Charisma. „Eine Persönlichkeit, die seine Kollegen, Freunde und Bewunderer schätzten“ so Middendorf.
Kuratiert wurde die Ausstellung vom bekannten Steinfelder Künstler David Beavan. Er dankte Vechtas Bürgermeister Kristian Kater für die Unterstützung sowie allen Partnern, die am Zustandekommen der Ausstellung beteiligt waren. Allen Sponsoren und dem Kulturbereich der Stadt Vechta für die gute Kooperation. Er begrüßte zudem die Tochter von Paul Lankes, Dr. Eva Maria Lankes.
