Fragen und Antworten zu den Themen Parken und Verkehr hat die Stadt Vechta auf ihrer Homepage veröffentlicht: https://www.vechta.de/zentralklinikum.
Das geplante neue Zentralklinikum sichert Vechta als starken Krankenhausstandort für die Menschen in der Region. Davon sind die niedersächsische Landtagsabgeordnete Dr.in Tanja Meyer, die Krankenhaus-Chefs Ulrich Pelster und Aloys Muhle, Vechtas Landrat Tobias Gerdesmeyer und Vechtas Bürgermeister Kristian Kater überzeugt. Alle sprechen sich eindringlich dafür aus, die sehr weit fortgeschrittenen Planungen abzuschließen und den Antrag auf Fördermittel für dieses Projekt beim Land Niedersachsen zu stellen. Sie warnen davor, jetzt noch einmal die Standortfrage des Zentralklinikums neu zu diskutieren. Das würde die Planungen um zwei Jahre zurückwerfen - mit möglicherweise fatalen Folgen für die Gesundheitsversorgung in der Region. Es sei völlig ungewiss, welche Leistungen dann noch am Standort Vechta verbleiben könnten.
Zum jetzigen Zeitpunkt stehen die Chancen sehr gut, dass Vechta-Lohne zum Schwerpunktversorger ausgebaut werden kann. Erst vor kurzem haben die Bundesländer dem vom Bundestag beschlossenen Krankenhausreformgesetz mehrheitlich zugestimmt, unter anderen Niedersachsen. Die Reform wird nun kommen. Das Land wird Gruppen medizinischer Leistungen festlegen, die nur in bestimmten Krankenhäusern angeboten werden sollen, und zwar ausschließlich in den Krankenhäusern mit der größten Qualität und Erfahrung. Für die Kliniken im ländlichen Raum bedeutet dies: Sie müssen sich stark positionieren, wenn sie Leistungen vor Ort halten wollen.
Auf diese Entwicklung haben sich die Krankenhausgesellschaften der Schwester-Euthymia-Stiftung lange und sehr gut vorbereitet. Die Planungen sehen vor, die stationäre Versorgung des St. Franziskus-Hospitals Lohne und des St. Marienhospitals in Vechta zusammenzulegen. Als Schwerpunktversorger würden viele medizinische Leistungen vor Ort bleiben: die Kardiologie, das Darmzentrum, das Brustzentrum, die Kinder- und Jugendklinik, die Geburtshilfe, die Urologie aus Lohne und einige mehr. „Es ist das Ziel, dass die Bevölkerung bei uns vor Ort versorgt werden kann und nicht für die meisten Leistungen weit fahren muss“, betont Bürgermeister Kristian Kater.
Stiftungsvorstand Ulrich Pelster erklärt, die Qualität dieser Leistungen falle nicht hinter die von Kliniken in Großstädten zurück. Für ihn zeigt sich nun, dass die Zusammenlegung der Kliniken in Vechta und Lohne richtig war. Ohne diese würden Leistungen, die derzeit in Lohne angeboten werden, wahrscheinlich Krankenhäusern in anderen Landkreisen oder Zentren zugewiesen werden, erklärt er.
Die Planungen für das Zentralklinikum Vechta-Lohne seien fast abgeschlossen, berichtet Marienhospital-Geschäftsführer Aloys Muhle. Im Februar werde die Krankenhausgesellschaft den Förderantrag beim Land stellen. Zu einem perfekten Zeitpunkt, sagt Dr.in Tanja Meyer. Sie ist stellvertretende Vorsitzende im Gesundheitsausschuss des Landtags und dort gesundheitspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen. Kein anderes Krankenhaus sei mit den Planungen derzeit so weit, sich auf aktuelle Fördermittel des Landes zu bewerben, wie Vechta-Lohne. „Das Geld hat das Land schon eingeplant“, betont Tanja Meyer und attestiert dem Zentralklinikum Vechta-Lohne gute Chancen auf Förderung. Die Krankenhausgesellschaft sei sehr gut auf die Leistungsgruppen vorbereitet. „Es ist seriös geplant. Ich sehe überhaupt keine Hürden“, sagt sie.
Tanja Meyer warnt davor, in diesem weit fortgeschrittenen Stadium den Standort noch einmal zu überdenken. „Würde man alles noch einmal verändern wollen, hätten wir ein Problem“, betont sie. Das würde die Planungen um zwei Jahre zurückwerfen. Vechta-Lohne riet sie, jetzt dran zu bleiben. „Im Landkreis Vechta sind wir in einer sehr guten Lage“, sagt sie. „Wir können die Dinge gerade zum richtigen Zeitpunkt neu denken.“
Landrat Tobias Gerdesmeyer unterstützt diese Sichtweise: „Es wäre gefährlich jetzt zu sagen: Wir beerdigen das, was wir über Jahre geplant haben. Wir würden uns in eine ungewisse Zukunft für die Gesundheitsregion begeben“, erklärt er. Die Krankenhausgesellschaft habe nachvollziehbare Gründe für ihre Standortwahl in der Innenstadt. Sie habe sich durch die jahrzehntelange medizinische Versorgung vor Ort das Vertrauen in ihre Entscheidungen verdient.
Eine zukunftsweisende Krankenhausentwicklung, sagt Gerdesmeyer, sei auch für viele weitere medizinische Angebote, niedergelassene Ärzte und Therapeuten an den Standorten Vechta und Lohne von großer Bedeutung. Und eine gute stationäre und ambulante Gesundheitsvorsorge sei wichtig für die Lebensqualität der Menschen.
Die bereits bestehende medizinische Infrastruktur, unter anderem mit zwei hochwertigen Ärztehäusern, war ein wichtiges Argument für den Standort in der Innenstadt. Diese Infrastruktur auf die grüne Wiese zu verlegen, würde allein zusätzliche 60 Millionen Euro kosten, erklärt Muhle. Die deutlich höheren Kosten könnten nach Angaben der Krankenhausgesellschaft dazu führen, dass gar nichts gebaut werde. Auch die Erreichbarkeit verbessere sich laut Muhle durch einen Wechsel des Standorts nicht wesentlich. Die Krankenhausgesellschaft hatte alle realistischen Standortalternativen intensiv geprüft und sich vor gut zwei Jahren für den Standort des St. Marienhospitals in der Innenstadt entschieden. „Woanders bauen wäre teuer, nicht besser“, fasst Aloys Muhle zusammen.
Ulrich Pelster ergänzt, in die bisherigen Planungen seien bereits acht Millionen Euro investiert worden, die hinfällig wären, wenn man nun noch einmal von vorne beginne. Es gebe keinen Grund, die aktuellen Pläne noch einmal zu überdenken. Sie seien wirtschaftlicher und nachhaltiger.
Auch im Hinblick auf Förderungen hätte ein Standortwechsel große Auswirkungen. Die Krankenhäuser müssen eine passende Infrastruktur für ihre Leistungsgruppen und die damit verbundene Anzahl von Patienten schaffen, erklärt Muhle. Die Krankenhausreform sieht für die Finanzierung einen Transformationsfond vor. Muhle warnt davor, dass das Geld aus dem Transformationsfond des Bundes aufgebraucht sein könnte, wenn die Planungen zurückgeworfen werden.
Bürgermeister Kristian Kater betont, die Stadt arbeite an Konzepten für den Verkehr und das Parkplatzangebot rund um den Klinikstandort. „Es werden mehr Patienten, mehr Personal, mehr Besucher. Dafür brauchen wir mehr Parkplätze. Wir müssen den Verkehr, vor allem den Parksuchverkehr besser lenken“, erklärt er und stellt klar. „Es ist machbar. Die Themen Verkehr und Parken sind keine K.o.-Kriterien für die Planungen.“
Unter anderem ist geplant ein Parkhaus mit 240 Stellplätzen für das Krankenhaus an der Windallee zu errichten. Ein aktuelles Verkehrsgutachten enthält weitere Empfehlungen wie ein Parkleitsystem und eine Ampelanlage an der Kreuzung Windallee/Willohstraße.
Fragen und Antworten zu den Themen Parken und Verkehr hat die Stadt Vechta auf ihrer Homepage veröffentlicht: https://www.vechta.de/zentralklinikum.
Die Landtagsabgeordnete Dr.in Tanja Meyer appellierte an alle Beteiligten: Die langfristige Sicherung der stationären Gesundheitsversorgung im Landkreis Vechta dürfe nicht von Parkplätzen abhängig gemacht werden.
