Zwei, die sich erst finden mussten: Thomas Schaaf und Autor Daniel Cottäus. Foto: Kfoto Kokenge
Vechtaer Literaturtage

Ein denkwürdiger Abschluss mit Thomas Schaaf

Die Werder-Ikone erzählt im Metropol aus seinem Leben.

Mit Thomas Schaaf als Zugabe sind am Donnerstag (26. März) die 33. Vechtaer Literaturtage zu Ende gegangen. Die Lesung mit dem früheren Fußball-Profi und Erfolgstrainer von Werder Bremen im Metropol Theater war mit 260 Besucherinnen und Besuchern bis auf den letzten Platz ausverkauft. Schaaf stellte zusammen mit Buchautor Daniel Cottäus seine Biografie vor und gewährte einmalige Einblicke in seine außergewöhnliche Karriere. 

Damit kamen insgesamt mehr als 2300 Gäste zu den Veranstaltungen des zweiwöchigen Bücherfrühlings ins Metropol Theater und ins Gulfhaus. Die Autorinnen, Autoren und Theaterensembles bereiteten dem Publikum ein hochwertiges Programm, das die Freude am Lesen weckte. Die Stadt Vechta und ihre Kooperationspartnerin, die Buchhandlung Konerding, waren mit der Auslastung der Sitzplätze und den Leistungen auf der Bühne hochzufrieden.

Mehr als 1700 Kinder kommen zu Lesungen

Allein mehr als 1700 Kinder besuchten die Lesungen und Theaterstücke an elf Veranstaltungstagen. Erwachsenen bot die Stadt Vechta gute besuchte Abendlesungen mit dem Ensemble Tityre („Die wunderbare Reise der Selma Lagerlöf“), Schauspielerin und Bestseller-Autorin Andrea Sawatzki („Biarritz“) und Thriller-Autor Vincent Kliesch („Auris – Puls der Angst“).

Zum Abschluss der Literaturtage lieferten Schaaf und Cottäus einen unterhaltsamen und für alle Gäste denkwürdigen Abend. Unter ihnen waren viele Werder-Fans, die die – aus heutiger Sicht beinahe unglaublich - erfolgreichen Jahre des Klubs mit Schaaf im Trikot und auf der Trainerbank hautnah erlebt hatten. Im Metropol-Saal war es mucksmäuschenstill, als die Werder-Ikone aus seinem Leben als Spieler und Trainer erzählte und auch die traurigen Kapitel nicht ausließ. 

Große Triumphe und schmerzhafte Verluste

Im Gespräch mit Cottäus gewährte Schaaf den Gästen Einblicke in sehr schmerzhafte Phasen seines Lebens. Er schilderte, wie er während der großen Werder-Triumphe, der Meisterschaften 1988 und 2004, persönliche Verluste wie den Tod seines Vaters und seines Bruders zu verarbeiten hatte. Schaaf erzählte, dass er sich im Moment des größten Triumphs lieber mit dem Feiern zurückhielt, um am nächsten Tag fit für den Besuch eines Spiels seiner Tochter zu sein. 

Cottäus schilderte den äußerst schwierigen Prozess, Thomas Schaaf, den öffentlich zurückhaltenden Menschen, zu einer Biografie zu bewegen. Auf seine erste Anfrage habe er nicht einmal ein „Nein“, sondern nur ein „Nö“ von Schaaf erhalten. Die Gäste im Metropol bekamen auch den knochentrockenen Humor der Werder-Legende serviert und erlebten seine Menschlichkeit.

Schaaf ist engagierter Botschafter des Vereins „Trauerland – Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche“ in Bremen. Cottäus berichtete, dass Schaaf mit der Biografie kein Geld verdiene, sondern mit den Einnahmen aus dem Verkauf des Buches und den Lesungen die Arbeit des Vereins unterstütze. Viele Gäste steckten nach der Lesung Geld in eine Spendenbox für Trauerland (www.trauerland.org/).