Von links: Gisela Lünnemann (Geschäftsführerin Heimatbund), Benno Dräger (Beirat), Brigitte kleine Stüve (Druckerei Rießelmann), Heinrich Siefer (Beirat), Bürgermeister Kristian Kater und Manuela Honkomp (Präsidentin Heimatbund). Foto: Fischer
Oldenburger Münsterland

Heimatbund und Stadt Vechta stellen Jahrbuch vor

Die neue Ausgabe ist in allen Buchhandlungen und im Netz erhältlich.

Heimat lebendig halten, modernisieren und öffnen, das Heimatgefühl fördern und sich dabei gegen jeden völkischen Missbrauch positionieren, das sind die erklärten Ziele des Heimatbundes, wie Vizepräsident Stefan Schute im Editorial des aktuellen Jahrbuches für das Oldenburger Münsterland zum Ausdruck bringt. Dabei ist das „Flaggschiff“ des Heimatbundes ein wichtiges Medium, denn, schreibt Stefan Schute weiter, „unser Jahrbuch spiegelt diesen Anspruch des „Für-Alle-Daseins“ wider, indem es Natur, Wirtschaft, Kultur und Geschichte des Oldenburger Münsterlandes miteinander verzahnt.


Info: Jahrbuch für das Oldenburger Münsterland 2026. 75. Jahrgang. Herausgegeben vom Heimatbund für das Oldenburger Münsterland. Cloppenburg: Heimatbund OM, 2025. – Brosch, 414 S., 15,00 €. ISBN 978-3-941073-42-5.


Auch gesellschaftliche Themen, die die Region beschäftigen, werden im Kapitel „Gesellschaft & Gegenwart“ aufgegriffen. So hat der Artikel von Journalist Giorgio Tzimurtas „Der gesellschaftliche Zusammenhalt – eine Zukunftsfrage. Plädoyer für eine Bestandsaufnahme“ eine hochaktuelle und zentrale Bedeutung für das Oldenburger Münsterland. Gestützt unter anderem durch eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeichnet Tzimurtas ein Bild der großen Veränderung der sozialen Strukturen im Oldenburger Münsterland. Denn die Bevölkerung der Landkreise Cloppenburg und Vechta ist sehr jung, aber auch sehr vielfältig, fast jede dritte Person hat einen Migrationshintergrund.

Zugleich überlagern sich die Krisen: Kriege, Klimawandel und Konjunkturstagnation – sie bestimmen unsere Realität. Tzimurtas schlägt vor, ein Zielbild für die Region zu entwickeln, das Klarheit vermittelt, wie die das Oldenburger Münsterland in 20 Jahren aufgestellt sein soll. Auch das dramatische Problem des Apothekensterbens wird auf die Region heruntergebrochen und in einem Interview mit Apothekern aus den beiden Landkreisen abgebildet.

Die Kreis- und Universitätsstadt Vechta stellt sich als Gastgeberin des Münsterlandtages ausführlich vor, so die Präsidentin des Heimatbundes Manuela Honkomp. Neben interessanten Fakten gibt es einen informativen Überblick u. a. über Wirtschaft, Geschichte, Wohnen, Freizeit und Kultur. Die klare Ausrichtung auf gemeinsame Werte kann das Engagement und die Motivation fördern und erhöhen. In diesem Kontext sind die beiden Beiträge zum Niedersachsenpark in Neuenkirchen-Vörden und das 30-jährige Bestehen des Verbundes Oldenburger Münsterland zu verstehen. Bei der Entstehung und Entwicklung des Industrieparks mussten zu Beginn „dicke Bretter“ gebohrt werden, damit aus einer kleinen Idee etwas Großes wurde und der Verbund berichtet über die bemerkenswerte Entwicklung des Oldenburger Münsterlandes.

Abwechslungsreich ist in diesem Jahr das Kapitel „Natur & Umwelt“, sagt Gisela Lünnemann, Geschäftsführerin des Heimatbundes. Neben einem Folgebericht der landkreisübergreifenden Maßnahme „Vielfalt in Geest und Moor“ finden Sie einen ersten Beitrag über die Ansätze des „Netzwerkes Wasser 3.0“ im Landkreis Vechta sowie einen ausführlichen und reich bebilderten Artikel über den Einsatz von Spürhunden bei der Suche nach Eremitenkäfern im Dinklager Burgwald und im Herrenholz. Dieses Thema fand auch überregionale Beachtung, nämlich im NDR-Fernsehen. Historisch ausgerichtet ist der Text über die „Muna“ in den Dammer Bergen – ein Waldgebiet, das als Munitionsdepot der Nationalsozialisten eine bewegte Vergangenheit hat und heute ein Kleinod im Landschaftsschutzgebiet Dammer Berge und inzwischen öffentlich zugänglich ist.

Lesenswerte Beiträge finden Sie auch zu dem Thema „Kunst & Kultur“, u. a. den zweiten Teil der Geschichte des Orgelbaues im Oldenburger Münsterland (Barock) von Gabriel Isenberg, ein sehr persönliches Portrait des international erfolgreichen Künstlers Ludger Gerdes (gebürtig aus Lastrup) sowie die Texte über die Fusion der Heimatblätter und das 50jährige Jubiläum der Oldenburgischen Landschaft.

Umfangreiche Lektüre erhält der Leser in dem Kapitel „Geschichte & Geschichten“; dazu gehören u.a. die Medizingeschichte und „Scharlatane in der Region“, sehr persönliche Reiseeindrücke von zwei jungen Bakumerinnen, die Anfang des 20. Jahrhunderts nach Rom pilgerten, die Restaurierung eines Geschäftshauses in Visbek, die Friesoyther Wassermühle als Veranstaltungsort oder das kurze Aufblühen und Ende der Heuerleutebewegung im OM.

Vertraute und neue Beiträge gibt es im Kapitel „Plattdeutsch & Saterfriesisch“, denn hier stehen neben selbstverfassten Texten von Autoren aus der Region Artikel des Saterfriesisch-Beauftragten Henk Wolf sowie vor allem auch der Impulsvortrag von Grietje Kammler, den die Leiterin des Plattdüütskbüros der Ostfriesischen Landschaft beim Münsterlandtag 2024 in Bösel hielt.

In diesem Jahr stellen im Kapitel „Berichte aus dem OM“ das Museumsdorf Cloppenburg sowie das Industriemuseum Lohne aktuelle Projekte vor und geben interessante und reich bebilderte Einblicke in ihre spannende Arbeit. Ebenso berichten neben dem Heimatbund selbst, der Heimatbibliothek, dem Offizialatsarchiv Vechta und dem Niedersächsischen Landesarchiv / Abteilung Oldenburg wieder das Institut für Regionalgeschichte und Katholizismusforschung sowie das Kulturanthropologische Institut Oldenburger Münsterland über ihre aktuelle wissenschaftliche Arbeit für die Region.

Das Jahrbuch beschließen das Kapitel „Neues von den Heimatvereinen“ und die Gemeindechroniken. Die für die Region interessanten Neuerscheinungen hat das Team der Heimatbibliothek zusammengetragen. Den 36 Autoren und dem Beirat dankte Gisela Lünnemann für die gute Zusammenarbeit. Die Geschäftsführerin des Heimatbundes hatte, unterstützt von der früheren wissenschaftlichen Mitarbeiterin Gabriele Henneberg, die Redaktion inne. Die neue Ausgabe ist ab sofort in allen Buchhandlungen sowie beim Heimatbund OM unter www.buchladen.heimatbund-om.de erhältlich.

Zitat Bürgermeister Kristian Kater: „Als Gastgeberin des diesjährigen Münsterlandtages freuen wir uns in Vechta besonders, dass das Jahrbuch die Vielfalt und Lebendigkeit unserer Region so eindrucksvoll abbildet. Heimat ist kein statischer Begriff – sie lebt durch die Menschen, die sie gemeinsam gestalten und weiterentwickeln. Dieses Jahrbuch zeigt eindrucksvoll, wie Tradition und Moderne im Oldenburger Münsterland Hand in Hand gehen."