Von links: Prof. Dr. Elmar Reucher (PHWT), Martin Burwinkel, Abraham van Veen, Prof. Dr. Rupert Holzapfel und Matthias Hartz (Stadt Vechta). Foto: Tatjana Kiourtzidou (PHWT).
Unternehmensfrühstück

Nachhaltigkeit wird für Betriebe immer wichtiger

65 Gäste aus der Wirtschaft diskutieren über Chancen des nachhaltigen Handelns.

Nachhaltigkeit wird für den regionalen Mittelstand zunehmend zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor. Das wurde beim Unternehmensfrühstück der Stadt Vechta und der Privaten Fachhochschule für Wirtschaft und Technik (PHWT) am Mittwoch (2. September) deutlich. PHWT-Vizepräsident Abraham van Veen und Bürgermeister Kristian Kater begrüßten 65 Gäste aus der regionalen Wirtschaft zu der Veranstaltung unter dem Titel „Zukunftsfähigkeit sichern – Mit Nachhaltigkeit zu Wachstum und Fachkräften“. Die Verbindung von wissenschaftlicher Einordnung und konkreten Erfahrungen aus einem regionalen Unternehmen bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern praxisnahe Anknüpfungspunkte für die eigene Unternehmensentwicklung.

In seinem Vortrag ordnete zunächst Professor Dr. Rupert Holzapfel (ehemaliger Gastdozent der PHWT) das Thema Nachhaltigkeit theoretisch und strategisch ein. Er erläuterte die Entwicklung der Nachhaltigkeitsdebatte, ordnete unter anderem den Begriff Corporate Social Responsibility (CSR) ein und zeigte die Entwicklung hin zu nachhaltigerem Wirtschaften und zur Kreislaufwirtschaft auf. Seine zentrale Botschaft: Nachhaltigkeit sollte nicht allein aus ökologischer Perspektive oder als regulatorische Verpflichtung betrachtet werden. Für Unternehmen ergeben sich ebenso ökonomische und soziale Chancen – beispielsweise für die Zukunftsfähigkeit von Geschäftsmodellen, die Resilienz des Unternehmens und die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden. 

Einen Praxisbericht aus einem mittelständischen Unternehmen lieferte Martin Burwinkel, Geschäftsführer der Burwinkel Kunststoffe GmbH in Mühlen. Er zeigte anhand eigener Erfahrungen, wie Nachhaltigkeit jenseits von Regulatorik und Berichtspflichten konkret gelebt und umgesetzt werden kann. Seine Firma ist CSR-Preisträger der Bundesregierung und wurde beim Unternehmerpreis des Verbundes Oldenburger Münsterland zum Unternehmen des Jahres gekürt. Im Mittelpunkt seines Berichts standen Maßnahmen, die nicht nur nachhaltig sind, sondern einen konkreten Mehrwert für das Unternehmen schaffen – mit Auswirkungen auf das Geschäftsmodell, Umsatzpotenziale und die Mitarbeiterbindung. 

Im Anschluss an die Vorträge folgte ein intensiver Austausch. Ein Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten glaubwürdig kommunizieren und welche Auswirkungen dies auf Image, Kundenwahrnehmung und Arbeitgeberattraktivität haben kann.