Unter dem Motto „Mehr Frauen. Mehr Politik. Mehr Vechta“ fand am Dienstag (4. November) eine öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltung im Rathaus statt. Auf dem Podium: Ratsfrauen aus Vechta. Die Moderation lag in den Händen von Anja Muhle. Die Veranstaltung richtete sich an Frauen, die sich für ein Engagement im Stadtrat interessieren oder sich einfach unverbindlich informieren wollten. Sie war Auftaktveranstaltung einer Reihe, die von den Gleichstellungbeauftragten der Städte und Gemeinden im Landkreis Vechta in den kommenden Monaten organisiert wird.
In seiner Begrüßung wandte sich Vechtas Bürgermeister Kristian Kater an die gut 60 anwesenden Besucherinnen und sagtd: „Jede einzelne von Ihnen ist heute Abend hierher ins Rathaus gekommen, weil Sie sich für unsere Gemeinschaft, für die Gestaltung unserer Stadt, für Politik interessieren. Das zeigt, dass Sie die Bereitschaft mitbringen, mitzuwirken und Verantwortung zu übernehmen“. Er führte weiter aus, dass die Herausforderungen, vor denen insbesondere die Kommunen stehen – sei es in der Bildung, in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, im Klimaschutz oder in der Modernisierung Vechtas groß seien. „All das sind Themen, bei denen wir die Perspektiven, Erfahrungen und Ideen von Frauen, dringend brauchen. Denn Kommunalpolitik funktioniert nur mit Vielfalt. Und Vielfalt kann nur gelingen, wenn insbesondere Frauen stärker repräsentiert sind“, so Kater weiter.
Mit der Diskussionsveranstaltung wolle man einen Einblick geben, was kommunalpolitisches Engagement bedeute. Dabei gehe es ums Mitgestalten. „Die Kommunalpolitik braucht Sie. Ihre Sprache, Ihren Blick auf die Welt, Ihre Lösungsansätze. Sie allein können sicherstellen, dass alle Anliegen der Gesellschaft bestmöglich in unsere Entscheidungen einfließen“, so Kater abschließend. Er lud die anwesenden Frauen ein, Mut zu gewinnen und den vielleicht entscheidenden Impuls für ein kommunalpolitisches Engagement mitzunehmen. Er dankte den Gleichstellungsbeauftragten der Städte und Gemeinden im Landkreis Vechta, die diese wichtige Thematik aufgegriffen hätten.
Andrea Schlärmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Vechta, sagte in ihrer Begrüßung, dass die Städte und Gemeinden, mehr politisch tätige Frauen bräuchten. „Nicht morgen, nicht irgendwann, sondern jetzt“, so Schlärmann. In den Gemeindeparlamenten würden Entscheidungen getroffen, die das Leben der Menschen vor Ort direkt betreffen. Von der Gestaltung der Schulen, von Kindergärten, Spielplätzen, Sportanlagen über Verkehr und Umwelt bis hin zu Freizeitangeboten. Aber noch immer seien Frauen in der Kommunalpolitik unterrepräsentiert. So säßen im Vechtaer Stadtrat 9 Frauen und 23 Männer. Im Ortsrat Langförden sehe sich eine Frau 12 Männern gegenüber. Und nur 2 von insgesamt 7 Ratsausschüssen haben Frauen als Vorsitzende. Sie plädierte für mehr Chancengleichheit in der Politik und konkrete Fördermöglichkeiten und Unterstützungsangebote. Es gehe darum, Hürden abzubauen und Räume zu öffnen, in denen Frauen sich einbringen können. Ziel soll es sein, politische Ämter so zu gestalten, dass Menschen aus unterschiedlichen Lebensphasen und Familienformen aktiv mitwirken können.
Den Grußworten schloss sich eine Diskussionsrunde an, in der über all diese wichtigen Themen gesprochen und anschließend mit den Gästen diskutiert wurde. Zudem konnten viele Fragen der anwesenden Frauen über die Möglichkeit, aktiv mitzuwirken, beantwortet werden. Dem Fazit des Bürgermeisters („Der Abend war ein toller Erfolg, wir haben viele Frauen erreichen und informieren können“) schlossen sich die beteiligten Organisatoren an.
