Alexander Kunz, Klimaschutzmanager der Stadt Vechta, präsentiert zehn Tipps für ein plastikfreies Leben. (Foto: Kläne)

Umweltwoche

10 Tipps für ein plastikfreies Leben

veröffentlicht: am 25.03.2021     Alle Themen

Alexander Kunz ist seit 2020 Klimaschutzmanager im Rathaus. Er entwickelt ein Konzept mit Klimaschutzzielen für die Stadt Vechta.

Eine Aufgabe, deren Ergebnisse erst in einigen Jahren messbar sein werden. Kunz möchte gleichzeitig darauf aufmerksam machen, was jede und jeder selbst machen kann, um einen Beitrag für die Umwelt und das Klima zu leisten. In der Umweltwoche im Landkreis Vechta gibt er Tipps für ein möglichst „plastikfreies Leben“. „Es bringt nichts, mit erhobenem Zeigefinger durch die Welt zu gehen. Aber ich bin überzeugt davon, dass man viele Leute dafür sensibilisieren kann, im Alltag mehr auf kleine Dinge zu achten“, sagt er. „Vielleicht bekommt der eine oder andere ein zufriedenes Gefühl, wenn er zu sich sagen kann: ,Mensch, ich habe heute was für die Umwelt getan.‘ Mir geht es jedenfalls so.“

 

Zehn Tipps für ein plastikfreies Leben

1. Coffee to go: Thermobecher statt Pappe und Plastik

„Wahnsinnige 320.000 Einweg-Becher verbrauchen die Deutschen pro Stunde – ein riesiger Berg Müll. Du findest, es muss trotzdem Kaffee zum Mitnehmen sein? Dann nimm wiederverwendbare Becher, am Besten aus Glas oder Metall. Oder sei mal ganz kühn und radikal – und trink deinen Kaffee einfach im Sitzen aus der Tasse.“

 

2. Seife am Stück

„Flüssigseife ist bequem und praktisch, aber: Oft kauft man sie im Plastikspender, und das Plastik landet im Müll, sobald der Spender leer ist. Etwas besser: Vorratspackungen kaufen und Seifenspender nachfüllen. Oder: Flüssigseife selber machen. Ohne Plastik ist aber am besten: einfach Seife am Stück verwenden. Keine Sorge: Feste Seife ist nicht weniger hygienisch als Flüssigseife.“

 

3. Kauf auf dem Wochenmarkt

„Der Wochenmarkt ist der ideale Ort, um nachhaltig einzukaufen. Zum einen gibt es das Gemüse auf dem Wochenmarkt meist ohne Plastikverpackung und zum anderen bekommt man häufig Produkte aus regionalem Anbau. Das stärkt die Wirtschaft vor Ort und spart eine Menge CO². In Vechta findet der Wochenmarkt mittwochs und samstags von 7 bis 12 Uhr in der Bahnhofstraße statt.“

 

4. Leitungswasser!

„Wasser in Plastikflaschen muss wirklich nicht sein. Ein Leben ohne Plastik ist hier zumindest ganz einfach: Leitungswasser kann man in Deutschland fast überall bedenkenlos trinken.

Das Wasserwerk Vechta zum Beispiel versorgt seine Kundinnen und Kunden mit Trinkwasser von höchster Qualität. Wer auf Leitungswasser und eine wiederbefüllbare Trinkflasche umsteigt, spart jede Menge Plastikmüll. “

 

5. Plastikfreie Küche – mit Kochlöffeln aus Holz

„Was spricht eigentlich gegen Großmutters hölzerne Kochlöffel und Pfannenwender? Viele halten Plastik (Polyamid) für hygienischer, doch aus dem Kunststoff können sich winzige Partikel und Schadstoffe lösen, die dann in deinem Essen landen, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät inzwischen, es so wenig wie möglich zu nutzen. Holz ist weniger problematisch in Herstellung und Entsorgung, hält oft länger und gibt keine ungesunden Stoffe ab.“

 

6. Leere Schraubgläser nutzen

„Schraubgläser können zum Beispiel Frischhaltefolie, Alufolie, Plastiktütchen oder Plastikdosen ersetzen. Du kannst Lebensmittel darin lagern, dein Mittagessen transportieren oder sie als Ordnungssystem für kleine Materialien, Schrauben, Dübel, Bastelsachen etc. verwenden.“

 

7. Milch und Joghurt im Glas

„Milch kauft man im Getränkekarton und Joghurt im Plastikbecher – das ist heute völlig normal. Dabei gibt es diese Milchprodukte in fast allen Supermärkten auch in Mehrweg-Gläsern und -Flaschen zu kaufen. Dabei solltest du aber unbedingt auf die regionale Herkunft der Milch achten, denn aufgrund des höheren Gewichts haben Glasbehälter nur bei kurzen Transportwegen eine gute Ökobilanz.“

 

8. Shampoo & Duschgel zum Nachfüllen

„Duschgel und Shampoo sind fast ausnahmslos in Plastikflaschen verpackt. Das sind Alternativen:  Nachfüllpackungen helfen immerhin, Plastikmüll zu reduzieren.

Unverpackt-Läden und auch immer mehr Drogerien bieten Duschgels und Shampoos zum Selberabfüllen oder in fester Form an. Sonst hilft nur: Umsteigen auf Duschseife und Haarseife.“

 

9. Die Brotdose

„Plastikfrei leben ist auch unterwegs möglich: Wer sein Essen in Brotdosen mitnimmt, spart Verpackungsmüll und macht vieles besser. Längst gibt es auch plastikfreie Alternativen zur klassischen Tupperdose: Brotboxen aus Edelstahl, Glas und sogar Holz kommen ohne Plastik aus, sind langlebig und schadstofffrei.“

 

10. Der Jutebeutel

„Dass Plastiktüten ein Umweltproblem sind, ist inzwischen fast allen klar. Fast überall kosten sie inzwischen Geld oder wurden durch andere Tüten verdrängt. Sämtliche Einweg-Tüten kannst du kinderleicht ersetzen – durch Stofftaschen, die sich fast endlos wiederverwenden lassen. Wer clever ist, hat immer eine griffbereit in der Handtasche. Auch solche aus Synthetikfaser halten extrem lang und ersetzen viele Einwegtüten.“