Gedanken und Gefühle in Migrationsfamilien während der Coronazeit zeigt das Buch, das Indira Ejupi (l.) in der Pandemie erstellt hat. Gemeinsam mit Projektpartner Julian Hülsemann von der Koordinierungsstelle Partnerschaft für Demokratie überreichte sie das Buch an Vechtas Bürgermeister Kristian Kater (r.). (Foto: Fischer)

Während der Coronazeit

Gedanken und Gefühle in Migrationsfamilien

veröffentlicht: am 10.06.2021     Kinder, Jugend, Senioren

Im Integrationsprojekt „Efi“ ist ein Buch über die Gedanken und Gefühle von Migrationsfamilien in Zeiten des Coronavirus entstanden.

Darin drücken Erwachsene und Kinder aus Vechta in kreativer Form aus, was sie in der Krise bewegt.

Indira Ejupi vom Efi-Projekt ist es gelungen, viele verschiedene Stimmen in neun verschiedenen Sprachen in einem bewegenden Werk zu vereinen. Unterstützt wurde sie von Julian Hülsemann vom Projekt Partnerschaft für Demokratie (PfD). Bürgermeister Kristian Kater erhielt nun das erste Exemplar.

„Die Corona-Krise betrifft alle Menschen in unserer Stadt. Alle mussten und müssen auf vieles verzichten. Sie machen sich Sorgen um die Zukunft. Insbesondere Kindern und Jugendlichen macht die Krise zu schaffen. Umso wichtiger ist es, dass man Möglichkeiten schafft, seine Gefühle und Gedanken jemandem mitzuteilen. Dass so viele Familien mitgemacht haben, zeigt, wie groß das Bedürfnis danach ist“, sagt Bürgermeister Kristian Kater. „Das Buch beschreibt aber keinesfalls nur ein düsteres Szenario, es ist bunt und abwechslungsreich wie unsere Gesellschaft selbst. Es vermittelt auch Hoffnung und Optimismus.“

Das Buch wird nun zunächst im Foyer des Rathauses hinter Glas ausgelegt. Tag für Tag wird weitergeblättert. Anschließend soll das Buch durch verschiedene Einrichtungen wandern und dort ebenfalls ausgestellt werden, um möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zu erreichen.

Als Ansprechpartnerinnen im Efi-Projekt betreuen Indira Ejupi und Yurdagül Erdogdu zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen mehr als 300 Familien mit Migrationshintergrund in Vechta. Über diese Arbeit haben sie sehr persönliche Kontakte gewonnen. Durch die Corona-Pandemie wurde diese Arbeit jedoch enorm erschwert. „Keine Treffen, keine Schule — nichts war so wie früher. Wir konnten die Familien nur telefonisch unterstützen“, beschreibt Indira Ejupi. „In dieser Zeit war es besonders wichtig, ein offenes Ohr für die Ängste und Sorgen der Familien zu haben.“

Um allen zu zeigen, dass sie wahrgenommen werden, entstand die Idee ein Buch zu gestalten. „Es sollte darum gehen, die ungehörten Stimmen der Kinder und Eltern in zeichnerischer und schriftlicher Form zum Ausdruck zu bringen“, erklärt Indira Ejupi. „Ich freue mich sehr, dass wir allen Familien die Möglichkeit geben konnten, sich und anderen Kraft durch ihre Worte und Bilder zu schenken."

 

Hier eine kleine Auswahl der Bilder: