Sie haben sich selbstlos für andere engagiert: Bürgermeister Kristian Kater (Mitte) zeichnete die Krisen-Helferinnen und Helfer aus. Foto: Fischer

Corona-Hilfe

Kater würdigt Einsatz der Ehrenamtlichen

veröffentlicht: am 23.11.2021     Bildung, Soziales

Von Quasselbuden über Schutzmasken bis hinzu Einkaufshilfen: In Vechta gab es während der Krise viele Zeichen der Mitmenschlichkeit.

Vechtas Bürgermeister Kristian Kater hat Ehrenamtliche ausgezeichnet, die sich in der Corona-Krise ausgesprochen selbstlos für andere engagiert haben. Die Corona-Helferinnen und -Helfer waren der Stadt Vechta nach einem öffentlichen Aufruf für die Ehrung vorgeschlagen worden. Kater lobte beim Festakt im Rathaus das gute Miteinander der Vechtaerinnen und Vechtaer während der Pandemie. Die Krise habe allen von Beginn an viel abverlangt, gleichzeitig habe er aber besonnenes Handeln, Disziplin und Rücksichtnahme erlebt, sagte Kater. „Sei es in unseren Vereinen, in den Nachbarschaften oder in den Betrieben: Die Menschen haben zusammengehalten. Auch in dieser schweren Zeit haben wir in Vechta viel Menschlichkeit, Solidarität und Tatkraft erlebt“, erklärte er. „Denn spontan haben Ehrenamtliche ihre Hilfe angeboten und sind in die Bresche gesprungen, wo der Staat noch nicht so weit war.“

Ganz besonders galt dies für die geehrten Corona-Helferinnen und -Helfer. Zu ihnen gehörte Regina Nagel. Schon zu einem frühen Zeitpunkt nähte sie Masken, als diese noch Mangelware waren, und gab sie kostenlos sozialen Einrichtungen, Verwandten, Freunden, Nachbarn und Bekannten. „Damit haben Sie vielen Menschen die weitere Teilnahme am sozialen Leben ermöglicht“, sagte Kater. Helga Bothe hatte sich auf einen Zeitungsartikel hin beim Landes-Caritasverband gemeldet und ihre Mithilfe beim Nähen von Masken angeboten. Jede Woche habe sie eine große Tüte voll Stoff erhalten und mit ihren Mitstreiterinnen innerhalb kürzester Zeit mehr als 10.000 dringend benötigte Schutzmasken hergestellt, berichtete Kater.

Kater zeichnete auch die Nachbarschaft der Ahornstraße aus. Hier trafen sich die Familien bereits ab dem 17. März 2020 jeden Abend bei Wind und Wetter zum gemeinschaftlichen Singen. „Und jeder, der vorbeikam, ob Freunde, Bekannte oder Passanten war herzlich eingeladen, sich daran zu beteiligen. Mit ihrer Aktion wollten die Anlieger den Menschen Mut machen und Hoffnung geben“, erklärte Kater. Er dankte den anwesenden Familien Schaper, Triller, Scheuffgen, Huneck und Rolf. 

Der Kreisverband der Jungen Union hatte sich derweil am bundesweiten Projekt „Einkaufshelden“ beteiligt und für überwiegend ältere Menschen und Vorerkrankte sowie Menschen, die mit Vorerkrankten in einem Haushalt wohnen, viele Tausend Einkäufe erledigt. Sie unterstützten auch Menschen in Quarantäne.

Dagmar Seeger hatte sich in der Pandemie liebevoll um eine erkrankte ältere Frau gekümmert.  Die Vechtaerin versorgte sie mit Einkäufen und Medikamenten. Sie habe ein „schönes Zeichen der Mitmenschlichkeit“ gezeigt, lobte der Bürgermeister.

Besonders ältere Menschen waren von den Einschränkungen der sozialen Kontakte stark betroffen. So waren Besuche in Altenheimen und Altenpflegeeinrichtungen nahezu unmöglich, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Um den Seniorinnen und Senioren dennoch einen Raum für sichere Treffen zu bieten, kam der Bürgerstiftung Vechta die Idee der Quasselbuden. Unter Regie von Hanno Leidig, Gründer der Initiative „Wir helfen Vechta“, die bis dahin und auch später noch viele ehrenamtliche Hilfen in unterschiedlichen Bereichen initiiert hatte, wurden die Besucherräume im Außenbereich der Heime gebaut.

Rund 40 Helfer, darunter viele Handwerker und Mitglieder des Bürgerschützenvereins Vechta um Markus Thie, setzten das Projekt in die Tat um. Knapp 30.000 Euro investierte die Bürgerstiftung mit Drittmitteln aus Corona-Hilfsfonds des Bischöflich Münsterschen Offizialats und der Partnerschaft für Demokratie Vechta (PfD) in das Projekt.

„Schon nach kurzer Zeit lief das Projekt an und gemeinsam hat man es geschafft, innerhalb von 14 Tagen neun Quasselbuden zu erstellen“, berichtete Kater.  „Diese wurden dann mit dem Kran auf Lkw verladen und unter Applaus der Bewohner an die jeweiligen Einrichtungen übergeben.“

Die Aktion erzeugte enorm viel Aufmerksamkeit. Ob Radio- oder Fernsehsender oder die örtliche Presse, alle wollten darüber berichten. Die damalige Sozialministerin Carola Reimann war bei einem Termin in Vechta von den Quasselbuden begeistert.  Später wurde dann die Bürgerstiftung Vechta auch dafür mit dem Förderpreis „Aktive Bürgerschaft 2021“ ausgezeichnet.

Kater zeichnete Markus Thie als Vertreter des Bürgerschützenvereins Vechta sowie Josef Kleier und Martina Jasnoch von der Bürgerstiftung Vechta für dieses Projekt aus. Ebenso dankte er Hanno Leidig von der Initiative „Wir helfen Vechta“, der aus beruflichen Gründen nicht anwesend sein konnte.