Szene aus "Der Untertan“ (Foto: Volker Beinhorn)

Metropoltheater

Klassiker „Der Untertan“ am 10. Oktober

veröffentlicht: am 30.09.2022     Kultur, Veranstaltungen und Tickets

Die Landesbühne Niedersachsen Nord führt Heinrich Manns „Der Untertan“ am 10. Oktober (Montag) um 20.00 Uhr im Metropoltheater auf.

Die Veranstaltung ist noch nicht ganz ausverkauft. Tickets gibt es bei der Stadt Vechta an der Information im Rathaus (Burgstraße 6), telefonisch unter 04441/886-0 oder online.

 

Weitere Vorverkaufsstellen sind:

  • in Vechta: die Redaktionen der Oldenburgischen Volkszeitung und des Sonntagsblattes und die Tourist-Information Nordkreis Vechta
  • in Lohne: Piano Hartz und im Reisecenter alltours
  • in Diepholz: Reisebüro Abeling

 

Aufgrund der hohen Nachfrage von Schulen findet eine zusätzliche Vorstellung, insbesondere für Schülerinnen und Schüler am 14. März (Dienstag) abends um ca. 19.00 Uhr statt. Anmeldungen für Schulen nimmt Kristina Voß entgegen (kristina.voss(at)vechta.de, 04441/886-1303).

 

Regisseur Gernot Plass nimmt sich Heinrich Manns satirischer Abrechnung mit dem wilhelminischen Kaiserreich an und hinterfragt dabei auch die Machtverhältnisse und -mechanismen der Gegenwartsgesellschaft. Er liefert einen pointierten und teilweise aktualisierten Zugang zum diesjährigen Abiturstoff.

 

Sechs Schauspielerinnen und Schauspieler führen in einer tragenden, vorwärtsgewandten Sprache durch die Geschichte des Untertans Diederich Heßling. Plass versetzt das zeitlose Phänomen des Untertans in die Gegenwart und fragt nach der Aktualität des Stoffes. Wie prägt das Handeln Einzelner eine Gesellschaft? Und welche Verantwortung trägt das Individuum somit für das Kollektiv? Was entspricht heute dem unantastbaren Souverän des Kaisers?

 

Diederich Heßling ist ein Durchschnittsmensch. Er verfügt weder über liebenswürdige Eigenschaften oder besondere Merkmale noch herausragende Talente. Als Sprössling aus gutbürgerlichem Hause, versteht er es bereits seit frühster Kindheit, sich wilhelminischen Autoritäten zu fügen und diese zu seinem eigenen Vorteil auszuschöpfen. Rasch lernt er die „kalte Macht“ zu lieben und eifert den großen Machthabern nach. Sein gradliniger und gewöhnlicher Werdegang – aus Schule, Studium, Übernahme des elterlichen Betriebs und Heirat – fußt auf ebenso manipulativen wie skrupellosen Machenschaften und resultiert letztlich aus einem fragwürdigen Wechselspiel zwischen Befehlen und Gehorchen. ‚Nach oben buckeln und nach unten treten‘, wird spätestens nach der leibhaftigen Begegnung mit Kaiser Wilhelm II. zu seinem Lebenskonzept. Fortan fungiert der Kaiser als allgegenwärtige und glorifizierte Leitfigur, in deren Namen Diederich handelt und verfügt. So vollzieht er innerhalb des wilhelminischen Kaiserreichs die Wandlung vom Durchschnittsbürger, der ebenso zu einem moralisch guten Menschen hätte heranwachsen können, zu einem gehorsamen und folgsamen Untertan, welcher seinen individuellen Aufstieg um jeden Preis durchsetzt. Damit portraitierte Heinrich Mann nicht nur das Paradebeispiel des feigen Opportunisten, sondern zeichnete bereits 1914 eine Vorgestalt des Faschismus, wie Mann rückwirkend resümiert.