Stehen für ein tolles Inklusivprojekt in Vechta/Langförden: Ministerin Barbara Otte-Kinast mit (von links), Conrad Traidl (Sonnenhof), Hartmut Kurzbach (Arbeitskreis Dorferneuerung), Reinhold Bothe (Dorfgemeinschaft Spreda-Deindrup), Landtagsabgeordneter Dr. Stephan Siemer, Franz-Josef Wilkens (Sonnenhof), Vechtas Bürgermeister Kristian Kater und Langfördens Ortsbürgermeister Josef Kläne. (© Fischer)

619.000 Euro Fördermittel

Ministerin Otte-Kinast zu Besuch in Deindrup

veröffentlicht: am 17.09.2021     Bildung, Soziales

In Vechta-Langförden/Deindrup begann im Frühjahr der Bau eines neuen Inklusionshauses. Der Bau schreitet weiter voran.

Die Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Barbara Otte-Kinast, hat sich jetzt vor Ort über das Projekt informiert.

Vechtas Bürgermeister Kristian Kater sagte in seiner Begrüßung: „Vor einigen Monaten haben hier die Arbeiten für den Bau des Inklusionshauses begonnen. Damit begann zugleich auch die Umsetzung des lange gehegten Wunsches der Dorfgemeinschaft Spreda-Deindrup, der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Sonnenhof und der Stadt Vechta. Wir freuen uns sehr darüber, dass dieses Bauprojekt durch das Land gefördert wird und dafür möchten wir Ihnen, liebe Frau Ministerin Otte-Kinast, auch persönlich ganz herzlich danken.“

Seit über 20 Jahren arbeitet die Stadt Vechta erfolgreich mit der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Sonnenhof e.V. zusammen. So hatte die Stadt im Jahr 2000 umfangreiche intensiv landwirtschaftlich genutzte Ackerflächen in Deindrup (Großes Bruch) erworben. Auf den Flächen sollten erstmalig durch ökologische Aufwertungsmaßnahmen sogenannte Ökopunkte generiert werden. Mit Abschluss der Baumaßnahmen brauchte es für ca. 40 ha extensiv zu bewirtschaftende Flächen einen geeigneten landwirtschaftlichen Betrieb.

Zum gleichen Zeitpunkt suchte die Lebensgemeinschaft Sonnenhof landwirtschaftliche Flächen, um mit ihren Betreuten in der Landwirtschaft arbeiten zu können. Das war die Geburtsstunde einer erfolgreichen Kooperation.

Aktuell bewirtschaftet der Sonnenhof ca. 60 ha städtische Grünlandflächen. Hinzu kommen ca. 10 ha Naturschutzflächen des Landkreises Vechta. Nicht nur die zu pflegenden Grünlandflächen haben sich stetig vergrößert, sondern der Sonnenhof selber ist auch behutsam gewachsen. Aktuell wird ein neues Wohn- Verwaltungsgebäude gebaut und ein Hofladen soll entstehen.

Ein weiteres Kooperationsprojekt mit dem Dorfgemeinschafsverein Spreda/Deindrup und dem Sonnenhof ist nun der Bau des Inklusionshauses. Hier werden zukünftig der Dorfgemeinschaftsverein Spreda-Deindrup und die Lebensgemeinschaft mit Unterstützung der Stadt Vechta für Deindrup und Spreda einen neuen dörflichen Mittelpunkt ins Leben rufen. „Es ist nicht nur die Kooperation im ökologischen Bereich, die unsere gemeinschaftliche Arbeit so einmalig macht. Durch die vielen Berührungspunkte im zwischenmenschlichen Bereich wird der Sonnenhof vor allem bei den Menschen, die hier leben, bei deren Angehörigen und bei den Bürgerinnen und Bürgern in den Ortschaften Deindrup und Spreda als sehr segensreich empfunden. Mit dem Bau des Inklusionshauses werden wir diesem Miteinander zudem ein Zuhause geben“, so Kater weiter.

Die Investitionskosten für das Gebäude in Höhe von circa 1,3 Millionen Euro tragen die Stadt Vechta mit 800.000 Euro und das Land mit einem Zuwendungshöchstbetrag von 500.000 Euro.

 „Die Idee und das Engagement für dieses Projekt kam aus der Bevölkerung und wurde nicht von oben angeordnet. Das ist vorbildlich und ich hoffe, dass das Inklusionshaus Modellcharakter für unsere Gesellschaft erlangt“, so Kater abschließend.

Ministerin Otte-Kinast betont: „Ich freue mich, dass unsere Fördermittel für das Inklusionshaus und den Sinnesgarten hier sehr gut angelegt sind.“ Insgesamt sind rund 619.000 Euro in das Projekt geflossen. Ministerin Otte-Kinast dankte den Akteuren vor Ort, die seit Jahren das Projekt verfolgen. Besonders hob sie hervor, dass sich in dem neuen Haus Menschen mit und ohne Handicap begegnen werden. Dafür engagiert sich zusammen mit dem „Sonnenhof“ der Verein „Dorfgemeinschaft Spreda-Deindrup“, der sich mit inzwischen über 400 Mitglieder aus der Dorfentwicklung gebildet hat. „Entscheidend sind die Menschen vor Ort, die ihre Projekte aktiv nach vorne treiben“, erklärte die Ministerin. Das Inklusionshaus soll nicht nur vom „Sonnenhof“ und der Dorfgemeinschaft genutzt werden. Geplant sind unter anderem Bildungsseminare der Uni Vechta, Kulturveranstaltungen und touristische Angebote. Das Gebäude soll im Frühjahr 2022 fertig gestellt werden.