Stadt Vechta verleiht Ehrenbürgerrecht

Schwester Regina ist erste Ehrenbürgerin

veröffentlicht: am 15.03.2018     Alle Themen

Der Rat der Stadt Vechta hat in seiner Sitzung am 12.03.2018 beschlossen, der Ordensschwester Frau Regina Kuhlmann das „Ehrenbürgerrecht der Stadt Vechta“ zu verleihen.

Schwester Regina Kuhlmann gehört seit mehr als 50 Jahren dem Orden der „Heilig Kreuz Schwestern“ mit Hauptsitz in der Schweiz an. Sie ist ununterbrochen in der Entwicklungshilfe in Afrika tätig. Vechta ist ihre Heimatstadt, und die gebürtige Oytherin steht beispielhaft für die tiefe Verbundenheit zwischen Kirche und Bevölkerung in unserer Region.

Schwester Regina ist in Sambia zur großen Hoffnung vieler hilfsbedürftiger Kinder geworden. Dank ihres Engagements bekommen Mädchen und Jungen in dem armen afrikanischen Staat die Chance auf eine bessere Zukunft. Dies ist umso bemerkenswerter, da sie mit über 85 Jahren immer noch vorangeht, die Planung und Leitung von Bauprojekten übernimmt und selbst mit anpackt, wenn es sein muss. Den Kontakt zur Heimat hat Regina Kuhlmann, deren Elternhaus am Rande des Stoppelmarktes steht, nie abreißen lassen. In regelmäßigen Abständen besucht sie ihre Familie und viele Spender in und um Vechta, die ihre segensreiche Arbeit finanziell und mit Sachmitteln unterstützen. Schwester Regina hat in den vergangenen Jahren im Nordwesten Sambias beim Aufbau einer Schule ihres Ordens der Heilig-Kreuz-Schwestern mitgewirkt. In Mongu im Westen des Landes und in der Hauptstadt Lusaka unterstützt sie mit dem Poverello-Projekt seit Jahren Waisenkinder. Den Großteil ihrer Zeit arbeitet Schwester Regina aber in Chalala nahe Lusaka. Dort hat sie seit 2008 den Aufbau einer komplett neuen Schule samt Kita realisiert.

Ihre herausragenden Leistungen sind ganz besonders wichtig, da in Sambia nur 19 % der Kinder und Jugendlichen die Sekundarschule abschließen. Die Gründe dafür sind vielfältig, die hohen Schulgebühren, zu wenig Schulplätze, Kinderarbeit und die Verantwortung in der Familie spielen dabei eine Rolle. Laut Weltbank leben 65 % der Bevölkerung in extremer Armut. Ein großes Problem ist zudem die sehr hohe HIV-Infektionsrate. Schwester Regina arbeitet unermüdlich daran, die Bedingungen zu verbessern. Ein besonderes Anliegen ist es ihr, dass Aidswaisen eine Schule besuchen können, denn, so ihr Credo „Wer keine Bildung hat, kommt nicht weiter.“

Schwester Regina identifiziert sich sehr mit ihrer alten Heimat, auch wenn sie sich längst in Afrika heimisch fühlt. Seit 1954 lebt und hilft sie auf dem ärmsten Kontinent der Erde. Sie ist damit für die heutige Generation und nachfolgende Generationen ein Vorbild für soziales Engagement, Menschlichkeit und Opferbereitschaft.

In den 50 Jahren Tätigkeit in Afrika hat sie ihre Kontakte in ihre „alte“ Heimat Oythe intensiv und damit ihren Bezug zu Vechta aktiv weitergelebt: Viele Bürgerinnen und Bürger aus Vechta unterstützen ihre Aktionen in Afrika aktiv ebenfalls seit vielen Jahrzehnten. Zudem wird sie von der OV/KSB-Aktion „Sportler gegen Hunger“ sowie der Vechtaer Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt unterstützt.

Schwester Regina lässt es sich auch nicht nehmen, ihre Heimatstadt und somit auch ihre Verwandten in Vechta regelmäßig für längere Zeit zu besuchen, auch um damit ihre Beziehung zu Vechta und den Menschen hier nicht zu verlieren.

Die Stadt Vechta würdigt die vorbildliche, aufopferungsvolle und selbstlose Arbeit von Schwester Regina sowie ihre Verdienste in der Armutsbekämpfung durch die Verleihung des „Ehrenbürgerrechts der Stadt Vechta“. 

Foto:Förderverein Windeck e.V.