Ansicht der neuen Martin-Luther-Schule mit Anbau. Grafik: Bocklage

Martin-Luther-Schule/Alexanderschule

Stadt informiert über Bauprojekte und Abläufe

veröffentlicht: am 16.04.2021     Bildung, Soziales

Der Schulausschuss des Stadtrates hat sich am 25. März 2021 für die Bauvorhaben ausgesprochen, der Verwaltungsschuss muss abschließend darüber entscheiden.

Die Stadt Vechta setzt die Investitionen in ihre Schulen fort. Als nächstes größeres Bauprojekt stehen Erweiterungs- und Sanierungsarbeiten am Standort Martin-Luther-Schule und Alexanderschule an. Hier werden mehr als fünf Millionen Euro investiert, davon über 4,5 Millionen Euro in einen Um- und Anbau der Martin-Luther-Schule und 500.000 Euro in die Sanierung und Verbesserung des Brandschutzes in der Alexanderschule sowie weitere Mittel für Mobiliar der Alexanderschule. Der Schulausschuss des Stadtrates hat sich am 25. März 2021 für die Bauvorhaben ausgesprochen, der Verwaltungsschuss muss abschließend darüber entscheiden.

Parallel zu den Planungen und politischen Beratungen wurden in Zusammenarbeit mit dem beauftragten Architekturbüro die möglichen Bauabläufe geplant. In den Vorgesprächen mit den Schulleitungen blieben zwei Alternativen. Von der Stadtverwaltung eindeutig favorisiert wird ein Umzug beider Schulen zum vorhanden Schulstandort Liobaschule und Geschwister-Scholl-Oberschule (D-Trakt). Dort sind ausreichend freie Kapazitäten vorhanden, es können sehr gute Lernbedingungen geschaffen werden. Voraussichtlich würde die Bauzeit auf dem Gelände der Alexanderschule und der Martin-Luther-Schule in diesem Fall anderthalb Jahre betragen und Lehrerkollegium und Schülerschaft im Winter 2022/23 an den fertig sanierten und erneuerten Standort zurückziehen. 

Die Alternative wäre ein Bauen in Etappen und gleichzeitiger Unterricht am Standort. Auch dies hat die Stadtverwaltung eingehend geprüft: In diesem Fall würde der Unterricht beider Schulen auf dem Schulgelände zum Großteil in Containern stattfinden. Die Bauzeit würde sich um mindestens ein weiteres Jahr verlängern. Die Bauarbeiten würden den Unterricht beeinträchtigen. Die erforderliche Absicherung des Baufeldes und die Unterrichts-Container würden einen Großteil des Pausenhofes einnehmen. 

Über die Vor- und Nachteile der beiden Alternativen hat die Stadtverwaltung die Eltern und das Lehrerkollegium in dieser Woche informiert. Die Stadtverwaltung hat die Situation insbesondere der Kinder bei den Planungen im Blick und mit Schulleitungen und Lehrerkollegien eingehend diskutiert. Dabei stand im Vordergrund, optimale Lernbedingungen für die Schülerinnen und Schülern auch mit Blick auf die aktuelle Lage zu schaffen. An dem alternativen Standort kann ein solches Umfeld geschaffen werden. Nur dort würde die Beeinträchtigung des Unterrichts durch die Bauarbeiten ausgeschlossen werden.

Von Elternvertreterinnen und -vertretern wurde eine Verschiebung der gesamten Baumaßnahme angeregt, da die Kinder ihrer Ansicht nach wegen der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Einschränkungen in einem gewohnten Umfeld unterrichtet werden sollten.

Die Lehrerkollegien beider Schulen sehen in der Beschulung an einem anderen Standort für die Dauer der Bauzeit die beste Alternative. Ein Bauen im laufenden Betrieb mit Schulcontainern wurde von Seiten der Kollegien nicht als Alternative angesehen.

An der Notwendigkeit der Bauprojekte besteht in Verwaltung und Politik kein Zweifel: Die Alexanderschule benötigt einen Fahrstuhl um barrierefreie Zugänge zu allen Bereichen zu schaffen. Dies ist eine gesetzlich vorgeschriebene Pflicht im Sinne der inklusiven Beschulung von Kindern mit und ohne Handicap. Außerdem erfüllen die in den 1990er Jahren errichteten Gebäude nicht mehr die inzwischen erhöhten Brandschutzauflagen. Zudem werden alle Klassenräume saniert und eine Schülerbibliothek geschaffen und weitere notwendige Bedarfe der Alexanderschule mit dieser Gesamtmaßnahme abgedeckt (zu kleine Verwaltung, kein Raum für die Arbeit mit digitalen Medien, keine Schülerküche etc.). Auch von der Erweiterung der Martin-Luther-Schule profitieren Schülerinnen und Schüler der Alexanderschule. So werden dort unter anderem weitere Fachräume und eine Aula für die gemeinsame Nutzung geschaffen. 

Durch die vom Rat der Stadt Vechta beschlossenen neuen Schulbezirke kommt dem Umbau der Martin-Luther-Schule und der damit einhergehenden Erweiterung auf eine Zweizügigkeit (durchgängig zwei Klassen pro Jahrgang) überdies eine zentrale Bedeutung zu. Als Schulträger benötigt die Stadt Vechta die erweiterten Kapazitäten unbedingt und dringend, um im Sinne aller Schülerinnen und Schüler in Vechta eine gute soziokulturelle Durchmischung an allen Grundschulen gewährleisten zu können.

Dies hatte die Verwaltung bereits 2020 im Zuge der öffentlichen Debatte und Informationen über die neuen Schulbezirke angekündigt und von Beginn an offen kommuniziert. Eine gerechte Verteilung aller Kinder auf die Grundschulen im Stadtgebiet ist eines der zentralen Ziele der neuen Satzung. Eine Verschiebung der Baumaßnahme Martin-Luther-Schule/Alexanderschule würde diese Neuausrichtung beeinträchtigen und sich auf folgende Jahrgänge auswirken. Sie ist auch nicht erforderlich, da ein alternativer Standort mit optimalen Bedingungen zur Verfügung steht. Der Standort für eine übergangsweise Beschulung bietet zudem größere Räumlichkeiten, die besonders in der derzeitigen Situation, für einen erfolgreichen Unterricht und das Aufholen der vergangenen Monate sehr förderlich sein können. Die Gesamt-Innenfläche der beiden Schulen beträgt aktuell 2012 Quadratmeter, am Alternativstandort stehen 2564 Quadratmeter (zuzüglich Flure und WC-Anlagen) zur Verfügung.

Der finanzielle Aspekt kann insbesondere in Corona-Zeiten ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden: Eine Verlängerung der Bauzeit sowie die Anmietung von Unterrichts-Containern würde nach Angaben des Architekturbüros und nach Ermittlung der Stadtverwaltung Mehrkosten von ca. 440.000 Euro bedeuten. Eingerechnet sind hier schon die Kosten für einen möglichen Umzug an den alternativen Schulstandort sowie Ausstattungs- und Sanierungskosten. Die Klassen- und Fachräume der Liobaschule sowie der ehemalige D-Trakt der Geschwister-Scholl-Oberschule würde die Stadt technisch aufrüsten, ihnen einen frischen Anstrich verleihen, Böden und Fenster gegebenenfalls erneuern und sämtliche Klassenräume mit digitalen Medien (flächendeckendem WLAN, interaktiven Displays etc.) ausstatten. Diese Hardware wird nach Fertigstellung der Baumaßnahmen in beiden Schulen übernommen.