Christine Mucker, Christoph Wichmann (beide Stadt Vechta), Rainhard Werner (Bauleiter), Thomas Harves (Architekt), Ramin Dormichian (Siemer Projektentwicklung) und Bürgermeister Helmut Gels freuen sich über das erfolgreich abgeschlossene Projekt. (Bild: Fischer, Stadt Vechta)

Langförden

Stadt Vechta sorgt für bezahlbaren Wohnraum

veröffentlicht: am 28.03.2019     Planen, Bauen

Verwaltung verkauft Grundstücke zu einem günstigen Preis an die Siemer Projektentwicklung GmbH, die dort erschwinglichen Wohnraum schafft.

Die Stadtverwaltung hat gemeinsam mit dem Unternehmen Siemer Projektentwicklung neuen Wohnraum in Langförden geschaffen. Am Kreuzesch hat der Bauherr und Investor, die Immobilienfirma Siemer aus Vechta, insgesamt vier neue Mehrparteienhäuser mit 24 Wohnungen errichtet. Das rund 5900 Quadratmeter große Grundstück hatte die Stadt Vechta zuvor - weit unter dem eigentlichen Marktwert - zu einem Preis von 100 Euro pro Quadratmeter zur Schaffung von günstigem Wohnraum an das Immobilienunternehmen verkauft. Dieses verpflichtet sich deshalb dazu, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Für die Hälfte der Wohnungen gilt demnach für zehn Jahre eine Kaltmiete von sechs Euro pro Quadratmeter; die Verwaltung hat das Belegungsrecht und entscheidet, wer einzieht. Auch für die restlichen Wohnungen nimmt der Bauträger diese Mietpreise an. „Langfristig rechnet sich das für uns“, erklärte Geschäftsführer Ramin Dormichian, „Anstatt die Wohnungen zu bauen und schnell zu verkaufen, ermöglicht uns die Selbstvermietung eine andere Kalkulation.“ Potenzielle Mieter der Neubauten sind etwa Familien mit geringem Einkommen sowie anerkannte Geflohene, die in Langförden leben und einer geregelten Arbeit nachgehen. Auch Menschen, die aufgrund einer Eigenbedarfskündigung durch den bisherigen Vermieter von Wohnungslosigkeit bedroht sind, sollen einziehen dürfen.

 

 „Auch bei geringen Mieten bieten wir hier hochwertiges Wohnen an“, betonte Dormichian. Bei den Bauten handle es sich um KfW 55 - Effizienzhäuser, die über ein betriebs- und heizkostenarmes Konzept verfügten – wovon letztendlich auch die Mieter profitieren würden. „Die Barrierefreiheit in allen Wohnhäusern ist gegeben, wir haben Fußbodenheizung verlegt, dreifachverglaste Fenster mit elektrischen Rollläden eingebaut, bedarfsgerechte Abluftanlagen verwendet und die passenden Netzwerkkabel für schnelles Internet verbaut. Außerdem gibt in jedem Haus einen Aufzug sowie zwei Kinderspielplätze, zwei Fahrradschuppen und 36 PKW-Stellplätze auf der Anlage“, erklärte er. Bürgermeister Helmut Gels lobte das Projekt: „Die Stadt Vechta braucht mehr bezahlbaren Wohnraum in hochwertigen Häusern – hier am Kreuzesch ist das hervorragend umgesetzt worden.“ Aktuell sind bereits alle Wohnungen vergeben und die Hälfte auch schon bewohnt. Weitere Mieter können im April einziehen. Auf dem Grundstück soll außerdem auf einer freien Fläche zwischen den Wohnhäusern und der viel befahrenen Hauptstraße ein Geschäftshaus entstehen. Nach Auskunft der Firma Siemer liefen derzeit die Gespräche mit möglichen Hauptmietern; erst danach werde konkret geplant.

Die Stadt Vechta hatte das Grundstück vor der Vergabe an die Firma öffentlich angeboten. Nachdem ein Mitbewerber die Vorgaben der Ausschreibung nicht eingehalten hat und seinen Entwurf entgegen der städtebaulichen Überlegungen geplant hat, wurde das Grundstück nach Zustimmung des Vechtaer Rates und des Langfördener Ortsrates an die Siemer Projektentwicklung GmbH verkauft.