Die Oyther Straße wird derzeit neu gebaut. Foto: Bindernagel

Neubau Oyther Straße

Stadt Vechta zieht eine Zwischenbilanz

veröffentlicht: am 21.02.2020     Planen, Bauen

Die beauftragten Baufirmen stoßen immer wieder auf Bodenverfüllungen aus der Nachrkiegszeit. Diese müssen ausgetauscht werden.

Der erste Bauabschnitt der Oyther Straße macht Fortschritte. Bisher sind die am Bau beteiligten Firmen insbesondere bei den Erdarbeiten, beim Verlegen von Versorgungsleitungen und beim Tiefbau auf eine Reihe von Hindernissen gestoßen. Diese lassen sich beim Neubau einer derart betagten Straße (letzter Ausbau (Verbreiterung) Anfang der 1960er Jahre) trotz gründlicher Vorbereitungen generell nicht vorsehen, so auch nicht im Falle der Oyther Straße.

Bürgerinnen und Bürger wandten sich in den vergangenen Wochen immer wieder mit Fragen zu den Bauabläufen an die Stadtverwaltung und die Baufirma. Die Stadt informierte Anwohner durch persönliche Gespräche, Telefonate, bei Ortsterminen und auf der Homepage der Stadt Vechta. Eine Zwischenbilanz:

Im bisherigen Verlauf stoßen die Baufirmen immer wieder auf Bodenverfüllungen aus der Nachkriegszeit, bei denen aus heutiger Sicht ungeeignete Materialien verwendet worden sind. Diese entsprechen nicht den aktuellen bodentechnischen Anforderungen und müssen mit hohem Aufwand ausgetauscht und entsorgt werden. Zudem ist über Jahrzehnte hinweg eine Vielzahl von Leitungsnetzen der versorgenden Unternehmen hinzugekommen, zum Teil liegen Kabel­pakete mit mehr als 20 Leitungen oberhalb des bisherigen Regenwasserkanals. Über diese Leitungen werden neben der Oyther Straße auch benachbarte Orte wie beispielsweise Lutten und Goldenstedt versorgt. Die Herausforderung für die Fachfirmen liegt insbesondere darin, die zahlreichen Leitungen möglichst störungsfrei den neuen Gegebenheiten und Anforderungen anzupassen. Diese Arbeiten erfordern von den Gewerken ein Höchstmaß an Sorgfalt. Außerdem erschweren zum Teil jahrzehntealte und unvollständige Aufzeichnungen privater Erschließungen entlang der Oyther Straße die Abläufe.

Während des ersten Bauabschnitts fragten Bürgerinnen und Bürger häufig, warum nicht mehr Personal auf der Baustelle sei. In der Regel wird in Kolonnen gearbeitet. Jede Kolonne hat sich auf ein Aufgabenfeld wie Kanalbau, Leitungsbau, Straßenbau oder Asphalteinbau spezialisiert. Wie viele Kolonnen gleichzeitig arbeiten können, richtet sich nach dem Bauablauf und der Abfolge der koordinierten Arbeitsschritte. Dies beruht auf langjähriger Erfahrung und wird stetig weiterentwickelt. Teams arbeiten in gleichbleibender Stärke effizient zusammen.

Häufig wurde auch die Frage gestellt, warum nicht länger auf der Baustelle gearbeitet werde. Hierzu macht die Stadt Vechta deutlich: Auftragnehmer müssen bei Aufträgen der öffentlichen Hand nachweisen, dass sie neben ihrer fachlichen Eignung auch geltendes Recht hinsichtlich Arbeitsschutz, Arbeitszeit und Tariftreue einhalten. Die Bauarbeiten in einem 3-Schicht-Verfahren (24 Stunden) durchzuführen ist in innerstädtischen Bereichen nicht zielführend. Hier würden die Anliegerschaft rund um die Uhr Lärmemissionen direkt treffen. Das Schichtverfahren kommt bei überörtlichen Projekten wie beispielsweise beim Autobahnbau zur Anwendung.

Die Stadt Vechta bittet alle Verkehrsteilnehmer und Anwohner weiterhin um Verständnis und Rücksichtnahme.  

Hintergrund: (alle Informationen zum Bauablauf  hier)

Erst Anfang 2017 war die Oyther Straße nach umfangreichen Verhandlungen mit dem Land Niedersachsen und dem Landkreis Vechta sowie der Stadt Vechta von einer Landstraße zu einer Stadtstraße abgestuft worden. Erst seitdem kann sich die Stadt Vechta als Eigentümerin darum kümmern, die sanierungsbedürftige Straße zu erneuern. Aufgrund des schlechten Zustandes ist eine grundlegende Erneuerung, also ein kompletter Neubau notwendig. Nach einer Planungszeit und auf Beschluss des Stadtrates begannen im Juni 2019 die Arbeiten.

Planung und Durchführung:

Der Neubau erfolgt in drei Abschnitten:

1.  Bauabschnitt:    Ravensberger Straße – Dornbusch       

2.  Bauabschnitt:    Dornbusch – Botenkamp                                  

3.  Bauabschnitt:    Botenkamp – Lattweg                          

Die Oyther Straße ist während der Bauphase in den jeweiligen Bauabschnitten nicht durchfahrbar. Den Anliegern wird freie Fahrt bis zur Baustelle ermöglicht. Bis auf kurzzeitige Ausnahmen sollen die Grund­stücke aus einer Richtung angefahren werden können.

Der überörtliche Verkehr wird durch eine entsprechende Beschilderung bereits an der Ortsumgehung (Nordspange) zu den anderen Ortszufahrten geführt. Der innerörtliche Verkehr wird über den Lattweg, Visbeker Damm, Kuhmarkt und Oldenburger Straße umgeleitet.

Während der Bauarbeiten wird innerhalb des jeweiligen Bauabschnitts nach Möglichkeit eine Schotterschicht erstellt, auf der die Anlieger das Baufeld überqueren und ihre Grundstücke erreichen können. Es kann zeitweise zu Einschränkungen kommen, wenn die Baustelle weiterwandert.

Der Bauablauf hinsichtlich Erd-, Kanal- und Straßenbauarbeiten sowie Arbeiten der Versor­gungsunternehmen (bspw. EWE, Telekom, Vodafone, Wasserwerk etc.) wird laut Planung wie folgt durchgeführt: Zu Beginn eines jeden Bauabschnitts werden die Asphaltdecke und die gepflasterten Nebenanlagen entfernt. Die Hauptversorgungsleitung für das Trinkwasser wird dann in die künftige Straßentrasse gelegt. Zeitlich versetzt folgt der Kanalbau für Regen- und Schmutzwasser. Parallel dazu verlegen die Versorgungsunternehmen die jeweiligen Leitungen um bzw. er­neuern sie.

Die Regenwasserkanalisation in der Oyther Straße besteht bisher aus an beiden Seiten verlegten DN300-Betonrohren (Innendurchmesser 300 mm) im Bereich der Nebenanlagen, durch die das Regen­wasser der nördlichen bzw. südlichen Grundstücke sowie der Straßen- und Nebenanlagen abgeleitet wird. Diese Kanäle werden durch einen größeren Regenwasserkanal (DN 500 bis DN 600) ersetzt, der unter der Fahrbahn verlegt wird. Die alten Regenwasserkanäle werden nach und nach außer Betrieb genommen und verfüllt.

Der Schmutzwasserkanal (SW-Kanal) wird auf einer Länge von 100 Metern in offener Bauweise und größtenteils in geschlossener Bauweise (ohne Baugrube) saniert. Die geschlossene Bauweise generiert Zeit- und auch Kostenersparnisse.

Die Fahrbahn und die Nebenanlagen (Gehweg, Grünbeete und Parkplätze) werden - in einer Breite von 15,70 Meter bis 18 Meter - komplett erneuert. Die Fahrbahn wird mit einer Breite von 6,50 Metern so gebaut, dass sich Lkw bzw. Busse begegnen können, ohne auf den Radfahrstreifen ausweichen zu müssen. Die auf der Fahrbahn integrierten Radfahrstreifen auf beiden Seiten wurden in der Planung mit einer Breite zwischen 1,85 Meter und 2,10 Meter gemäß den geltenden Richtlinien berücksichtigt und werden mit einer durchgezogenen Linie von der Fahrbahn getrennt. Des Weiteren sieht die Planung Kennzeichnungen des Radweges durch Fahrradsymbole und in Einmündungsbereichen durch rot markierte Flächen vor.

Eine fahrbahnintegrierte Radverkehrsführung bedeutet, dass der Radfahrer sich auf gleichem Höhenniveau mit dem Autofahrer befindet. Dies stellt nach aktuellen Erkenntnissen die sicherste Radverkehrsführung dar, weil der Radfahrer für den Autofahrer durchgehend sichtbar ist. In den Einmündungsbereichen Eschstraße, Krusenschlopp, Dornbusch, Kringelkamp, Friedrichstraße, Dechant-Averdam-Straße, Rötepohlstraße, Finkenstraße und Meisenweg werden analog zur Peterstraße sogenannte Abbiegetaschen für Radfahrende angeordnet. Diese sollen das Queren der Oyther Straße erleichtern.

Die geplanten Nebenanlagen gliedern sich in Gehweg, Grünflächen und Stellplätze.

Die vorhandene Fußgängerampel auf Höhe Krusenschlopp/Oyther Grill bleibt erhalten. Im Einmündungsbereich Taubenstraße wird eine weitere Ampel für Fußgänger und den starken Schülerverkehr aufgestellt.

Entlang der Nordseite der Oyther Straße werden diverse Stellplätze geschaffen. Die Bushaltestellen im Bereich ProVita und Dornbusch bleiben erhalten. Die beidseitig der Oyther Straße vorhandenen Busbuchten im Bereich von Haus Nr. 91 bis Nr. 101 werden vom Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nicht mehr angefahren und daher zurückgebaut.