Kooperation

Volles Haus beim Unternehmerfrühstück

veröffentlicht: am 30.01.2019     Wirtschaft, Entwicklung

„New Work – Die neue Art zu arbeiten!?“ lautete das Thema des gemeinsamen Unternehmerfrühstücks der Stadt Vechta und der Privaten Hochschule für Wirtschaft und Technik. Bürgermeister Helmut Gels und Prof. Dr. Ludger Bölke, Präsident der PHWT, begrüßten die rund 75 Gäste im gut gefüllten Ratssaal.

Jörg Högemann, geschäftsführender Gesellschafter der Einfach Effizient GmbH und Christian Diestelkamp, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Abat AG, führten in das Thema ein und berichteten von ihren Erfahrungen. Högemann stellte alte Muster in Frage: „Wie messen wir, wann ein Mitarbeiter Leistung bringt? Dadurch, dass er 8 Stunden am Tag an seinem Schreibtisch sitzt?“ Er plädierte für neue Methoden, um tatsächlich erbrachte Leistung zu erfassen. Problematisch sei auch, dass Mitarbeiter selbstständig entscheiden sollen, hierarchische Entscheidungswege dem aber im Weg stehen würden. "Lösungen könnten sein, dass Manager mehr Verantwortung abgeben und dass Kunden von Teams betreut werden, die sich weitgehend selbst organisieren, dass Mitarbeiter von überall arbeiten und auf ihre Dateien zugreifen können.“ Laut Högemann gehört zu der Strategie gleichwohl ein Büro. Das fördere das Zusammengehörigkeitsgefühl und vermeide aufwendige Verabredungen.

Einige Dinge gelte es bei neuen Arbeitsprozessen unbedingt zu beachten, berichtete Högemann:“ Mitarbeiter vertrauen Veränderungen erstmal nicht. Sie müssen mitgenommen und an neue Methoden herangeführt werden. Es reicht nicht, zu digitalisieren und neue Managementtools zu kaufen. Am Anfang steht immer die Strategie.“

Doch bleibt im Unternehmen Zeit für Analysen, Strategien und das Ausprobieren? Und sind wir arbeitsrechtlich schon so weit, New Work rechtssicher gestalten zu können? Die Abat AG hat es ausprobiert. Christian Diestelkamp berichtete von einem sogenannten „Labor, einem abgegrenzten Bereich im Unternehmen, in dem andere Regeln herrschen - vor allem das GMV-Prinzip. GMV steht für „Gesunder Menschenverstand“. Das Team ist jung und organisiert sich selbst, die Führungskraft übernimmt nur repräsentative Aufgaben und ist da, wenn Rat benötigt wird. Das schaffe Freiraum für Führungskräfte und sorge für eine starke Identifikation des Laborteams mit seinen Projekten.

„Das klingt alles super. Aber wo macht man den Anfang bei New Work?“ heißt es aus dem Publikum. „Den Anfang machen Sie mit der sogenannten Engpassstrategie. Konzentrieren Sie sich auf Ihr größtes Problem.“ Und dann heißt es vor allem: vertrauen!