(von links) Frau. Prof. Dr. Bartels (Uni Vechta), Fachdienstleiter Ralf Schillmöller, Bürgermeister Kristian Kater, Die Erste Stadträtin Sandra Sollmann und Prof. Dr. Eisenkopf (Uni Vechta). Bild: Bindernagel, Stadt Vechta

Grundschulbezirke

Bürgerbeteiligung bei der Einteilung

veröffentlicht: am 07.02.2020     Bildung, Soziales

Stadt und Universität Vechta kooperieren und rufen zur Teilnahme an einer Elternumfrage auf, um die Wünsche und auch Ängste einzubeziehen.

Ab 2021 gelten für alle neu einzuschulenden Kinder in Vechta verbindliche Grundschulbezirke. Dieses Konzept entwickelt zurzeit die Stadtverwaltung Vechta. Ziel ist die gleichmäßige Verteilung aller Vechtaer Grundschulkinder auf vier katholische beziehungsweise eine evangelische Bekenntnisschule sowie eine konfessionell ungebundene Bildungseinrichtung. Bislang ist nichts entschieden; die neuen Schulbezirke wurden noch nicht durch den Rat der Stadt Vechta festgelegt. Zuvor sind noch einige Gespräche zu führen und auch die Eltern jetziger Kindergartenkinder sollen beteiligt und in die Planungen miteinbezogen werden. „Dazu sind wir nicht verpflichtet, aber wir halten es für ein sehr gutes und innovatives Instrument in so einem Prozess auch die Eltern miteinzubeziehen und sie früh zu informieren“, erklärte Bürgermeister Kater, „Wir möchten damit das Stimmungsbild erfassen und die Sorgen oder auch Ängste der Eltern ernstnehmen.“ Deshalb führt die Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Universität Vechta eine Elternumfrage durch. In Kürze versenden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund 1200 Briefe, um die Eltern über die Umfrage und ihren Zweck zu informieren.  Außerdem ist ein QR-Code enthalten, der auf die Online-Umfrage verweist. Die Stadtverwaltung Vechta und die Universität Vechta rufen zu reger Beteiligung auf. „Die Umfrage bietet uns nicht nur für Vechta wichtige Informationen, sondern ist aus wissenschaftlicher Sicht für die Bildungswissenschaft höchst interessant. Es handelt sich um ein Vorzeigeprojekt!“, sagte Professorin Frederike Bartels von der Universität Vechta.

Aktuell ist es allerdings noch zu früh, mit einem konkreten Vorschlag für die Einzugsgrenzen an die Öffentlichkeit zu gehen. Zunächst sollen die Ergebnisse der Studie abgewartet werden, parallel führen die Verantwortlichen viele Gespräche: Mit dem Kultusministerium, der Landesschulbehörde, dem Bischöflich Münsterschen Offizialat, den Schulleitern, dem Stadtelternrat sowie dem Rat der Stadt Vechta. Voraussichtlich Mitte März werden die Entwürfe dann an zwei Informationsabenden den Menschen in Vechta vorgestellt. Anschließend tagt der Schulausschuss öffentlich. Der Stadtrat trifft voraussichtlich im Mai 2020 endgültige Entscheidung über das Inkrafttreten der neuen Bezirke.

Hintergrundinformationen

Hintergrund zu den Reform-Plänen ist ein externes Gutachten hinsichtlich der Schülerströmen, welches die Stadtverwaltung Vechta in Auftrag gegeben hatte. Demnach ist die Einrichtung von verbindlichen Schulbezirken sinnvoll, um die Schülerströme und damit auch die Schülerzusammensetzung in den einzelnen Schulen und Klassenverbänden besser steuern zu können. Vorgesehen sind vier Bezirke für katholische Bekenntnisschulen sowie stadtweite Bezirke für die evangelische Martin-Luther-Schule sowie die konfessionell ungebundene Christophorusschule.  Die Reform gilt für alle Kinder, die ab dem Schuljahr 2021/2022 in Vechta eingeschult werden. Somit wirkt sich die Reform auch auf die Schulanmeldungen aus, die deshalb dieses Jahr nicht wie gewohnt im Mai stattfinden, sondern einmalig erst im Juni.