Von links. Reinhold Bothe, Franz-Josef Wilkens, Josef Kläne, Helmut Gels, Conrad Traidl, Uwe Bartels, Hartmut Kurzbach, Norbert Wencker, Kristian Kater und Dirk Lübbe. (Foto: Kläne)

Leuchtturmprojekt

Bürgermeister Kater eröffnet Inklusionshaus

veröffentlicht: am 26.08.2022     Bildung, Soziales

Das neue Inklusionshaus in Deindrup ist offiziell eröffnet: Spreda, Deindrup und Sonnenhof können gemeinsam Projekte starten.

Am Mittwoch (24. August) hat Vechtas Bürgermeister Kristian Kater das Gebäude am Holtesch 1b vor zahlreichen Gästen an die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Sonnenhof und die Dorfgemeinschaft Spreda-Deindrup übergeben. „Jetzt geht es erst richtig los“, sagte Kater. „Alle sind in den Startlöchern und freuen sich riesig auf ganz neue Möglichkeiten, die durch dieses Haus und weitere Projekte entstehen.“

Das Inklusionshaus soll insbesondere das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Handicap fördern. „Das ist wie ein Sechser im Lotto“, freute sich der Vorsitzende der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Sonnenhof, Franz-Josef Wilkens. Der Sonnenhof möchte im Inklusionshaus unter anderem sein Mittagessen für externe Beschäftigte und Mitarbeiter des Sonnenhofes austeilen, aber auch für Bewohner aus der Nachbarschaft. Im Obergeschoss werden zwei Räume für verschiedene Therapien genutzt.

Die ersten inklusiven Veranstaltungen und Projekte für die Spredaer und Deindruper Bevölkerung sowie die Bewohnerinnen und Bewohner des Sonnenhofes seien bereits in Vorbereitung, erklärte der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Spreda-Deindrup, Reinhold Bothe. „Ein Traum wird wahr“, sagte er mit Blick auf den Entwicklungsprozess der Dorferneuerung, die in Spreda und Deindrup vor 14 Jahren begann.

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Dorferneuerung, Hartmut Kurzbach, würdigte das Engagement der langjährigen Projektbetreuerin Karin Busdiecker vom Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) und des Landschaftsplaners Dirk Ortland von der Stadt Vechta. Beide haben den Prozess fachlich von Beginn an begleitet. Kurzbach dankte auch den früheren Vechtaer Bürgermeistern Uwe Bartels und Helmut Gels für die Unterstützung. Sie hätten stets hinter den Projekten gestanden und für die erforderlichen politischen Beschlüsse geworben.

Bürgermeister Kater ist sich sicher, dass das Inklusionshaus viele Berührungspunkte im zwischenmenschlichen Bereich ermöglichen wird. Es soll sowohl der neue Mittelpunkt des Dorflebens als auch ein soziales, kulturelles und touristisches Zentrum für Einheimische und Gäste sein. Es wird eine attraktive Spielstätte für Kinder und ein vielfältig nutzbarer Veranstaltungsort sein. „Ich möchte allen, die sich für dieses Projekt eingesetzt haben, meinen Dank aussprechen. Hier ist mit einer großartigen Teamleistung etwas ganz Besonderes entstanden“, lobte Kater.

Allein der barrierefreie Sinnesgarten mit seinen Spiel- und Erlebniselementen ist eine Attraktion. Eine Boule-Bahn kann gemeinsam von Einwohnern und von Bewohnern des Sonnenhofes genutzt werden. Für Kinder hat der Sinnesgarten Elemente wie den Traumstein, die Balancierscheibe, die Tastsäulen und optische Drehscheiben zu bieten. Während die Kinder spielen, können die Eltern demnächst entspannt einen Kaffee trinken. Im Inklusionshaus befindet sich ein Café und davor eine überdachte Sonnenterrasse.

Der große, teilbare Versammlungsraum wird multimedial ausgestattet und kann vielfältig genutzt werden. Ein zentraler Aufzug ermöglicht den barrierefreien Zugang in das Obergeschoss, in dem sich Therapie- und Büroräume befinden. Über eine separate Grundstückszufahrt gelangt man auf den Parkplatz und direkt zum Haupteingang. Sämtliche Wege zu und um das Gebäude sind barrierefrei.

Bürgermeister Kater dankte den Architekten Ludger Bramlage für die Planung des Gebäudes sowie Mirja Müller-Dams und Herrn Hans Jürgen Nepke für die Planung des Sinnesgartens. Die Dorfgemeinschaft Spreda-Deindrup hob besonders die Leistung von Ilka Feldhaus (Bramlage Schwerter Architekten) als verantwortliche Bauleiterin hervor.

Kater erinnerte daran, dass das Projekt ohne Fördermittel des Landes Niedersachsen nicht möglich gewesen wäre und dankte Dezernatsleiter Norbert Wencker vom Amt für regionale Landesentwicklung für die finanzielle Unterstützung und die sehr gute Zusammenarbeit. Die Investitionskosten für das Gebäude in Höhe von circa 1,3 Millionen Euro tragen die Stadt Vechta mit 800.000 Euro und das Land Niedersachsen mit 500.000 Euro. Die Gestaltung der Außenanlagen und des Sinnesgartens mit Kosten in Höhe von circa 300.000 Euro finanziert das Land mit Fördermitteln von rund 150.000 Euro aus dem Dorferneuerungsprogramm mit. „Das Geld ist sehr gut angelegt“, sagte ArL-Dezernatsleiter Wencker bei der Eröffnung. 

Welche Bedeutung das Projekt schon während der Bauphase über die Stadtgrenzen hinaus hatte, zeigte der Besuch der Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Barbara Otte-Kinast. Sie informierte sich im vergangenen Jahr auf der Baustelle über das Inklusionsprojekt: „Ich freue mich, dass unsere Fördermittel für das Inklusionshaus und den Sinnesgarten hier sehr gut angelegt sind“, sagte sie im September 2021.

Mit Hilfe des Landes konnte in Spreda und Deindrup einiges bewirkt und bewegt werden, stellte Kater am Mittwoch fest. Die Entwicklungen zeigten, welche Dynamik Spreda, Deindrup, der Sonnenhof, der Dorfgemeinschaftsverein und verschiedene weitere Partner erzeugten. So geht unter anderem die Zusammenarbeit mit dem ARL weiter: Zurzeit werden Ideen wie die Qualifizierung von Dorfmoderatorinnen und -moderatoren besprochen, welche die Gemeinschaft in den Dörfern voranbringen könnten. Dazu kann das Inklusionshaus als Anlaufpunkt dienen.

    

Weitere Infos: 
Das Inklusionshaus soll ein Anlaufpunkt für alle Bürger aus Spreda und Deindrup werden. Treffen und Versammlungen für alle örtlichen Vereine und Gruppen werden hier möglich sein. Es wird Angebote und Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche, aber insbesondere auch für ältere Mitbürger geben. Es sollen Spielnachmittage, Skat- und Doppelkopfturniere, Kicker- und Dartturniere für Jung und Alt veranstaltet werden – immer im Sinne des Inklusions-Gedanken. Ebenso sollen Lesungen, plattdeutsche Abende, Heimatabende mit Film und Diavorführungen und Public Viewing angeboten werden. Auch die dörflichen Traditionen sollen gemeinsam gepflegt werden.