Schulbezirke/Konfessionsschulen

Eltern stimmen über Bekenntnisschulen ab

veröffentlicht: am 15.06.2018     Bildung, Soziales

Die Abstimmung findet vom 17. bis 28. September statt. Den Anlass zu diesem Schritt gibt das Niedersächsische Schulgesetz.

Die Eltern der Grundschülerinnen und -schüler treffen im Herbst 2018 eine wegweisende Entscheidung über die Zukunft der Vechtaer Grundschulen. Sie stimmen vom 17. bis 28. September über eine Umwandlung der Bekenntnisschulen ab, was die Einführung fester und verlässlicher Schulbezirke ermöglichen würde. An der Alexanderschule und der Martin-Luther-Schule entscheiden die Eltern über eine mögliche Zusammenlegung beider Schulen. An jeder Bekenntnisschule wird unabhängig voneinander abgestimmt.

Den Anlass zu diesem Schritt gibt das Niedersächsische Schulgesetz: Danach müssen Eltern über eine Umwandlung einer Bekenntnisschule in eine Schule für Kinder aller Bekenntnisse entscheiden, wenn der Anteil der bekenntnisfremden Schülerinnen und Schüler an der Gesamtschülerzahl in vier aufeinanderfolgenden Jahren bei mehr als 30 Prozent liegt. Dies ist im kommenden Schuljahr 2018/19 nahezu an allen Bekenntnisschulen im Stadtgebiet der Fall: an der Overbergschule, der Marienschule Oythe, der Grundschule Langförden, der Grundschule Hagen (alle katholisch) und der evangelischen Martin-Luther-Schule. Nur die katholische Alexanderschule bildet derzeit noch eine Ausnahme, da bei ihr die 30-Prozent-Marke nach derzeitigem Stand bei der Einschulung im nächsten Jahr erstmals überschritten werden würde.

Die strukturellen Entwicklungen im Schulangebot erfordern es jedoch, auch die Alexanderschule in die Entscheidungen einzubinden. Es gibt Überlegungen, sie mit der benachbarten evangelischen Martin-Luther-Schule zusammenzulegen, zumal an beiden Schulen gravierende bauliche, aber auch personelle Veränderungen anstehen. Eine Zusammenlegung würde automatisch die Umwandlung der beiden Bekenntnisschulen in eine Schule für Schülerinnen und Schüler aller Bekenntnisse bedeuten. Auch darüber entscheiden nach dem Niedersächsischen Schulgesetz die Eltern. Spezielle Vereinbarungen über die Leitziele beider Schulen würden die Schulvorstände - ebenfalls unter Beteiligung der Eltern - treffen.

Bisher sind Bekenntnisschulen ein fester Bestandteil des städtischen Schulangebots. Über Jahrzehnte haben sie einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung vieler Schülergenerationen und zur Vermittlung christlicher Werte geleistet. Im Falle einer Umwandlung würden sich alle Beteiligten dafür einsetzen, die Grundwerte dieses pädagogischen Ansatzes an den jeweiligen Schulen zu sichern und zu schützen. Die Qualität und das Schulprofil blieben somit erhalten, die Leitziele und das Schulprogramm behielten ihre Gültigkeit. Der Religionsunterricht wäre weiterhin ein fester Bestandteil im Lehrplan, und es würden nach wie vor Gottesdienste zu religiösen Festen wie Weihnachten und Ostern gefeiert werden.

Der Umwandlung einer Bekenntnisschule bzw. der Zusammenlegung von Schulen müssen mehr als 50 Prozent aller Eltern jener Kinder zustimmen, die im Schuljahr der Abstimmung die jeweilige Bekenntnisschule besuchen. Das heißt auch: Wer sich nicht beteiligt, stimmt mit „Nein“. Über alle Zusammenhänge wird die Stadt Vechta die Lehrer- und Elternschaft an den Schulen informieren. Folgender Zeitplan ist vorgesehen:  

•    Vom 22. bis 27. August wird es Informationsveranstaltungen in den Gesamtkonferen-zen der Kollegien an den Grundschulen geben.
•    Vom 27. August bis 5. September finden Infoabende für Eltern statt.
•    Die Abstimmung läuft vom 17. bis 28. September durchgehend. Die Eltern haben also zwei Wochen Zeit, sich zu beteiligen. Wer nicht teilnimmt, stimmt mit „Nein“.
•    Anschließend werden die Stimmen ausgezählt. Die Bekanntgabe der Ergebnisse ist in der Woche vom 15. bis 19. Oktober geplant.
•    Danach, falls erforderlich, erfolgt eine Beschlussfassung durch den Rat der Stadt Vechta nach Vorbereitung durch den Schulausschuss und den Verwaltungsausschuss.
•    Abschließend müsste die Landesschulbehörde eine Genehmigung erteilen.

Nicht abgestimmt wird an der Liobaschule und der Christophorusschule. Diese sind bereits Schulen für Schülerinnen und Schüler aller Bekenntnisse. Für beide gilt bisher das gesamte Stadtgebiet als Einzugsgebiet.

Sollten die Eltern einer Umwandlung der Bekenntnisschulen zustimmen und der Rat diese beschließen, würden feste Schulbezirke gebildet werden. Diese würde der Rat der Stadt Vechta festlegen. Die bereits eingeschulten Kinder würde es im Übrigen nicht betreffen. Das heißt: Sie bleiben auf jeden Fall bis zum Wechsel der Sekundarstufe I (ab Klasse 5) an ihrer Grundschule. Eltern, die bereits ein Kind an einer bestimmten Schule haben, erhielten die Möglichkeit, auch alle Geschwisterkinder – unabhängig von der möglichen Einführung neuer Schulbezirke – an dieser Schule anzumelden, wenn der Rat einer entsprechenden Regelung zustimmt. Diese Möglichkeit wäre zeitlich unbegrenzt. Über diese Empfehlung hätte ebenfalls der Rat zu beschließen.

Fragen und Anregungen können per Mail unter schule@vechta.de an die Stadt Vechta gerichtet werden. Diese werden auf den Elternabenden thematisiert bzw. beantwortet.

Außerdem steht der langjährige Leiter der Alexanderschule, Franz-Josef Meyer, in Beratungsfunktion ab dem 28. Juni an jedem Dienstag von 11 bis 12 Uhr und an jedem Donnerstag von 15 bis 16 Uhr im Rathaus, Besprechungszimmer 1. Obergeschoss, zur Verfügung. An den ersten beiden Terminen, 28. Juni (Donnerstag) und 3. Juli (Dienstag), ist keine Anmeldung erforderlich. Danach können Termine per Mail unter schule@vechta.de angefragt werden. Diese werden in der Reihenfolge des Eingangszeitpunkts berücksichtigt.  

Weitere Informationen dazu finden Sie hier.