Abstimmung über Bekenntnisschulen

Eltern stimmen Umwandlung nicht mehrheitlich zu

veröffentlicht: am 19.10.2018     Bildung, Soziales

An den fünf katholischen Grundschulen wurde die erforderliche Quote nicht erreicht, um diese in Schulen für Kinder aller Bekenntnisse umzuwandeln.

Die Eltern der Grundschülerinnen und -schüler haben einer Umwandlung der Vechtaer Be-kenntnisschulen in Schulen für Kinder aller Bekenntnisse nicht mehrheitlich zugestimmt. An den fünf katholischen Bekenntnisschulen wurde die erforderliche Quote nicht erreicht, mehr als die Hälfte aller Stimmberechtigten hätten für eine Umwandlung stimmen müssen. Somit bleiben die Overbergschule, die Marienschule Oythe, die Grundschule Langförden, die Grundschule Hagen und die Alexanderschule katholische Bekenntnisschulen. Nur an der evangelischen Martin-Luther-Schule stimmten die Eltern für eine Zusammenlegung mit der katholischen Alexanderschule. In Folge dessen wären beide Schulen automatisch umgewandelt worden. Aufgrund des Votums an der Alexanderschule wird dieser Schritt nicht vollzogen werden können.

Insgesamt setzten 71 Prozent der Wahlberechtigten ihr Kreuz bei Ja oder Nein. „Wir sind froh, dass wir 71 Prozent der Eltern erreichen konnten, gleichwohl hätten wir uns eine höhere Wahlbeteiligung erhofft“, sagte Bürgermeister Helmut Gels. „Ich möchte mich bei allen Eltern bedanken, die an dieser wichtigen Abstimmung für die Zukunft der Schullandschaft teilgenommen haben. Ich bedanke mich auch bei den Schulleitungen und Elternvertretungen, die das Verfahren objektiv positiv begleitet haben. Dadurch konnten wir zusätzlich Eltern moti-vieren, sich an der Abstimmung zu beteiligen.“

Den Anlass für die Abstimmung hatte das Niedersächsische Schulgesetz gegeben: Danach müssen Eltern über eine Umwandlung einer Bekenntnisschule in eine Schule für Kinder aller Bekenntnisse entscheiden, wenn der Anteil der bekenntnisfremden Schülerinnen und Schüler an der Gesamtschülerzahl in vier aufeinanderfolgenden Jahren bei mehr als 30 Prozent liegt. Dies ist im aktuellen Schuljahr 2018/19 nahezu an allen Bekenntnisschulen im Stadtgebiet der Fall: an der Overbergschule, der Marienschule Oythe, der Grundschule Langförden, der Grundschule Hagen (alle katholisch) und der evangelischen Martin-Luther-Schule. Die Abstimmung wäre demnach nach zwei Jahren zu wiederholen, sollten weiterhin mehr als 30 Prozent bekenntnisfremde Kinder die jeweilige Schule besuchen. Eltern können jederzeit eine erneute Abstimmung beantragen. Hierfür sind mindestens zehn Prozent der Elternschaft der jeweiligen Schule erforderlich.

Nur die katholische Alexanderschule bildet derzeit noch eine Ausnahme unter den Bekenntnisschulen, da bei ihr die 30-Prozent-Marke nach derzeitigem Stand bei der Einschulung im nächsten Jahr erstmals überschritten werden könnte. Die strukturellen Entwicklungen im Schulangebot erforderten es jedoch, auch die Alexanderschule in die Entscheidungen einzubinden. Es gab Überlegungen, sie mit der benachbarten evangelischen Martin-Luther-Schule zusammenzulegen, zumal an beiden Schulen gravierende bauliche, aber auch personelle Veränderungen anstehen. Eine Zusammenlegung hätte automatisch die Umwandlung der beiden Bekenntnisschulen in eine Schule für Schülerinnen und Schüler aller Bekenntnisse bedeutet.

Bürgermeister Helmut Gels sagt: „Es haben nicht genügend Eltern für eine Umwandlung gestimmt. Möglicherweise war zumindest an drei Schulen die gesetzliche Hürde zu hoch. Denn aktiv mit Nein haben hier weniger als die Hälfte der Eltern gestimmt. Insgesamt haben mehr Eltern mit Ja als mit Nein gestimmt. 370 Ja-Stimmen stehen 321 Nein-Stimmen gegenüber.

Selbstverständlich akzeptieren und respektieren wir das Ergebnis. Gleichwohl ist es bedauerlich, da eine Umwandlung die Einführung fester und verlässlicher Schulbezirke ermöglicht hätte. Es war wichtig und richtig, das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen. Dies hat dazu geführt, dass über die Vechtaer Schullandschaft und Themen wie Bildungsgerechtigkeit diskutiert worden ist. Diese Diskussionen werden wir nun weiterfüh-ren müssen, weil die Probleme geblieben sind.

Natürlich setzen wir uns auch weiterhin dafür ein, dass alle Kinder integriert und auch Flüchtlingskinder gerecht auf die Schulen verteilt werden. An der hohen Unterrichtsqualität und der hervorragenden Ausstattung der Vechtaer Schulen ändert die Entscheidung nichts.“

Info:
Der Umwandlung einer Bekenntnisschule bzw. der Zusammenlegung von Schulen müssen mehr als 50 Prozent aller Eltern jener Kinder zustimmen, die im Schuljahr der Abstimmung die jeweilige Bekenntnisschule besuchen.

Nicht abgestimmt wurde an der Liobaschule und der Christophorusschule. Diese sind bereits Schulen für Schülerinnen und Schüler aller Bekenntnisse. Für beide gilt bisher das gesamte Stadtgebiet als Einzugsgebiet.