Setzen sich für einen respektvollen Umgang miteinander und gegen Gewalt ein: (Von links) Vechtas Erste Stadträtin Sandra Sollmann, Christoph Wichmann (Stadt Vechta, Fachdienstleiter Soziale Dienste, Senioren & Integration), Dr. Frank Käthler (Stadt Vechta, Stabsstelle für Wirtschaftsförderung, Marketing, Städtepartnerschaft und Heimatpflege) und Julian Hülsemann (Kreisvolkshochschule Vechta/Projektkoordination der PfD). Foto: Böckermann

Partnerschaft für Demokratie

Hass und Gewalt haben keinen Platz in Vechta

veröffentlicht: am 01.12.2020     Bildung, Soziales

Partnerschaft für Demokratie bezieht Stellung gegen Gewalt und fordert mehr Respekt und Wertschätzung in der Gesellschaft.

Beleidigungen, Drohungen und Gewalttaten gegenüber Einsatzkräften, Amts- und
Mandatsträgern, Ehrenamtlichen und Mitarbeitern in Verwaltungen nehmen stetig zu. „Auch
hier in Vechta sehen wir, dass Anerkennung und Wertschätzung in unserer Gesellschaft
immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden“, erklärt Vechtas Erste Stadträtin Sandra
Sollmann und ergänzt: „Das Klima wird rauer.“

Als Vorsitzende des Begleitausschusses der Partnerschaft für Demokratie (PfD) hat sie gemeinsam mit den Ausschuss-Mitgliedern schon im vergangenen Jahr das Thema Diskurskultur auf die Agenda genommen. „Die zu beobachtende abnehmende Diskursqualität führt zu Unsachlichkeit und zu zunehmend mangelhafter Bereitschaft, sich ernsthaft und lösungsorientiert mit anderen als den eigenen Positionen zu befassen. Dies kann mittelfristig unsere Demokratie nachhaltig beschädigen“,
betont Dr. Frank Käthler, der als Leiter der Stabstelle Wirtschaft und Marketing der Stadt
Vechta im Begleitausschuss vertreten ist.

Einen zusätzlichen Impuls bekamen die PfD-Vertreter durch eine Plakatkampagne der Initiative Seebrücke zum Thema Rassismus, die von der Partnerschaft für Demokratie unterstützt wurde. „Wir haben uns gefragt, ob Polizeigewalt wie in den USA auch hier ein Thema sei und wie es andersherum mit Gewalt gegen Polizei und Einsatzkräfte hier vor Ort aussehe“, erläutert Sandra Sollmann den
Prozess.

Die Mitglieder des Begleitausschusses haben jetzt eine Stellungnahme verfasst, mit der sie ihre Position zum Ausdruck bringen. „Menschenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und
Gewalt in jeglicher Art und Form lehnen wir ab. Für sie gibt es kein Verständnis und keine
Rechtfertigung, sie können und dürfen nicht verharmlost oder relativiert werden“, heißt es
unter anderem in der Stellungnahme.

Weiter heißt es dort: „Rettungskräfte, Feuerwehr, Polizei sowie Amts- und Mandatsträger/innen, Ehrenamtliche und Mitarbeiter/innen in den Verwaltungen nehmen für das Gemeinwesen wichtige Aufgaben mit großem persönlichen Engagement wahr. Sieverdienen dafür unsere besondere Achtung, unseren Respekt und den Schutz des Staates…. Gleichzeitig sind die Haltungen und Werte innerhalb der einzelnen Organisationen fortwährend zu reflektieren.“

Die Notwendigkeit, das Thema weiter voranzutreiben, sei gerade wieder bestätigt worden,
als die Querdenker-Demo auf dem Stoppelmarkt stattfand, so die PfD-Mitglieder. „Pöbeleien
gegen Polizisten und Einsatzkräfte waren dort an der Tagesordnung“, berichtet Julian
Hülsemann, der als Projektleiter der Koordinierungs- und Fachstelle der PfD das Geschehen
vor Ort verfolgt hatte.

Die Begleitausschuss-Mitglieder planen, im kommenden Jahr durch Projekte und
Veranstaltungen das Thema Diskurskultur auch in die Öffentlichkeit zu tragen. So ist eine
Podiumsdiskussion geplant, sobald es die Corona-Beschränkungen zulassen. Als
Diskussionspartner haben bereits Vertreter von Rettungsdiensten und Polizei sowie
Wissenschaft und Verwaltung zugesagt. Dabei soll über individuelle Erfahrungen berichtet
werden sowie Hintergründe erfragt und Vorgehensweisen diskutiert werden. Zudem ist eine
Klausurtagung geplant, bei der das Thema Diskurskultur sowie zukünftige Themen der
Partnerschaft für Demokratie weiter herausgearbeitet werden sollen.

Auch Schulen, Gruppen und Vereine können sich mit Projekten zu allen Themen rund um
Demokratie, Diskriminierung, Radikalisierung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
beteiligen. „Dafür stehen auch im nächsten Jahr insgesamt rund 70.000 Euro in einem
Initiativfonds und einem Jugendfonds zur Verfügung“, erläutert Christoph Wichmann,
Fachdienstleiter Soziale Dienste, Senioren & Integration bei der Stadt Vechta.

Ansprechpartner für Drittprojekte ist Julian Hülsemann von der Partnerschaft für Demokratie
unter Tel. 04441/ 93778–24 oder per E-Mail unter pfd(at)kvhs-vechta.de.

Die vollständige Stellungnahme „Für Respekt – Gegen Gewalt“ des Begleitausschusses
gibt es HIER.