Von links: Kristian Kater, Ismail Uysal, Pasa Ciftci, Imam Hidir Arik, Dr. Thomas Calvelage, Boris Büssing, Ferdi Karatas, Levent Aktas. Foto: Kläne

Islamische Gemeinden

Hausärzte impfen in Vechtaer Moschee

veröffentlicht: am 07.06.2021     Bildung, Soziales

Boris Büssing und Dr. Thomas Calvelage verabreichen 67 Impfungen mit Johnson & Johnson. 40 weitere Interessierte auf einer Warteliste.

In der Ditib-Moschee an der Rombergstraße haben die islamischen Glaubensgemeinden in Vechta mit der Stadt Vechta und den Hausärzten Boris Büssing und Dr. Thomas Calvelage eine Impfaktion gestartet. Büssing und Calvelage verabreichten das volle an dem Tag zur Verfügung stehende Kontingent des Impfstoffes Johnson & Johnson. 67 Impfungen nahmen sie vor. Gut 40 weitere Interessierte ließen sich auf eine Warteliste setzen. Unter den Geimpften waren hauptsächlich Gemeindemitglieder, aber auch Bürgerinnen und Bürger aus Vechta, die keiner islamischen Gemeinde angehören.

„Das war eine tolle gemeinschaftliche Aktion. Die Imame haben von einer hohen Impfbereitschaft in ihren Gemeinden berichtet. Wie überall in Deutschland gibt es unterschiedliche Meinungen zu den verschiedenen Impfstoffen. Nicht jedem Impfstoff wird gleichermaßen vertraut. Aber die grundsätzliche Bereitschaft ist da“, berichtet Bürgermeister Kristian Kater. „Wir hätten an dem Tag noch mehr Menschen impfen können, wenn wir mehr Impfstoff gehabt hätten. Über die Warteliste hinaus gab es viele weitere Interessenten. Es konnten aber nicht mehr verabreicht werden.“

Den Impfstoff hatte Boris Büssing bestellt. Ihn hatte die Stadt Vechta auf Initiative von Bürgermeister Kater kontaktiert. Büssing erklärte sich sofort bereit, er bestellte ein größeres Kontingent. Zunächst war nicht mehr als die 67 verabreichten Dosen zu bekommen.

Organisiert wurde die Aktion von den islamischen Gemeinden in Zusammenarbeit mit Ferdi Karatas von der Stadtverwaltung. Die Besucherinnen und Besucher kamen zeitlich gut gestaffelt zur Impfung, um größere Menschengruppen zu vermeiden. Die Ärzte hatten leichtes Spiel mit der bürokratischen Abwicklung, weil alle die erforderlichen Unterlagen mitgebracht und ausgefüllt hatten. Bei hohen Temperaturen hatten die Organisatoren Getränke bereitgestellt. Es herrschte eine gelöste, lockere Stimmung.

Die Imame hatten ihre Gemeindemitglieder aufgerufen, sich impfen zu lassen. Sie selbst gingen als Vorbilder voran und hatten ihre Impfung bereits zuvor erhalten bzw. ließen sich an dem Tag impfen. Für die Diyanet-Gemeinde, deren Zentrum die Ditib-Moschee ist, warb Imam Hidir Arik für die Impfung. Imam des Verbandes der islamischen Kulturzentren in der Fatih-Sultan-Moschee (Diepholzer Straße) ist Muhammed Enes Tabak. Resadi Aliti steht der Kosovarischen Gemeinde in Vechta vor. „Ich möchte mich herzlich für den Einsatz bedanken“, sagt Bürgermeister Kristian Kater. Es ist angedacht, eine weitere Impfaktion zu starten, wenn Impfstoff wieder zur Verfügung steht.