Homeschooling-Angebot

Schulaufgaben im Gulfhaus erledigen

veröffentlicht: am 19.03.2021     Bildung, Soziales

Zehn Schüler/-innen machen jeden Vormittag ihre Schulaufgaben im Gulfhaus. Sie nutzen das Homeschooling-Angebot der Stadt Vechta.

Unter Aufsicht des Gulfhaus-Teams sitzen sie an den Computer-Arbeitsplätzen im Obergeschoss, um an Videokonferenzen teilzunehmen und die ihnen gestellten Aufgaben zu lösen.

In die Schule gehen können sie zurzeit nicht, da es aufgrund der Corona-Einschränkungen keinen Präsenzunterricht ab der fünften Klasse gibt. Und zu Hause können die Kinder und Jugendlichen auch nicht lernen. „Das kann unterschiedliche Gründe haben“, Gulfhaus-Leiter Sebastian Krause. „Entweder fehlt es an Laptops und Tablets, also die technischen Voraussetzungen sind nicht vorhanden, oder es gibt Verständnisprobleme aufgrund fehlender Sprachkenntnisse. In Familien, die mit mehreren Kindern in kleinen Wohnungen leben, kommen Platzprobleme hinzu. Und dann erledigen diese Schülerinnen und Schüler ihre Aufgaben nicht. Sprich: Sie lernen gar nicht.“

Für diese Kinder und Jugendlichen hat das Gulfhaus-Team dieses „kleine, aber feine Angebot“, wie Krause es nennt, geschaffen. In Zusammenarbeit mit den Schulsozialarbeiterinnen und den Schulen in Vechta wurde geschaut, welche Mädchen und Jungen eine solche Unterstützung ganz besonders dringend brauchen. „Der schulische Bildungsauftrag bleibt Sache der Schule. Dies ist ein Angebot der Jugendarbeit! Aber hier haben die Kinder die Möglichkeit, in Ruhe und vor allem regelmäßig zu lernen“, erklärt Krause.

Bürgermeister Kristian Kater lobt das Angebot. Es schließe eine Lücke und biete den Kindern eine gute Lernumgebung. Gleichzeitig zeige das Beispiel, wie wichtig die Digitalisierung von Schulen und Familien-Haushalten sei. „Wir sind hier bereits gut aufgestellt und haben die Infrastruktur entscheidend verbessert“, erklärt er. „Oft wird kritisiert, dass die Digitalisierung in Deutschland nur schleppend vorangeht. Wir meinen, dass dies auf unsere Schulen nicht zutrifft.“

Kater weist darauf hin, dass an den Schulen in städtischer Trägerschaft das WLAN-Netz ausgebaut wurde und bereits eine hohe Anzahl an Endgeräten im Einsatz sind. 350 Tablets stehen Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern zur Verfügung. Etwa die Hälfte davon kann bei Bedarf auch an ausgewählte Schülerinnen und Schüler für den Einsatz zu Hause weitergegeben werden. An den meisten Schulen in Trägerschaft der Stadt Vechta können Eltern noch kostenlose Leihgeräte anfordern. Weitere 200 Tablets sind derweil bereits bestellt.

Die Schüler im Gulfhaus werden von einer Mitarbeiterin im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), einem angehenden Erzieher und einer Lehramtsstudentin, beide im Praktikum, beaufsichtigt. Sie vermitteln den Schülern auch, dass das Gulfhaus ebenfalls eine gute Anlaufstelle nach der Schule und vor allem nach Corona-Lockerungen ist. „Vielen fällt mittlerweile einfach die Decke auf den Kopf“, weiß Krause. „Allein jeden Morgen hierher zu kommen und zu lernen ist schon eine willkommene Abwechslung. Und für die Eltern ist es eine Entlastung.“

Mindestens bis Ostern soll das Angebot weiterbestehen. Alle hoffen, dass danach der Präsenzunterricht wieder möglich ist. Aber das Netzwerk aus Jugendarbeit, Schulsozialarbeit und Schule, das insbesondere in der Corona-Zeit noch stärker genutzt wurde, möchte Krause aufrechterhalten. „Es kann ja nicht sein, dass wir die tolle Zusammenarbeit zurückfahren, wenn die Pandemie vorbei ist.“ Schließlich ist insbesondere die Schule ein wichtiger Vermittler zwischen Jugend und Gulfhaus.

Für die Kinder und Jugendlichen schmiedet die Gulfhaus-Mannschaft stetig an einem attraktiven Programm. In den Osterferien (29. März bis 9. April) wird es insgesamt 25 Kursangebote geben. Das Interesse daran ist riesig, sagt Tobias Hartmann, der sich federführend um die Angebote kümmert. Leider könne er aufgrund der Corona-Beschränkungen nur zehn Plätze pro Kursgruppe ermöglichen. Für einige Termine gebe es daher viel mehr Anmeldungen als Plätze. Aber es gibt auch noch Kurse mit freien Kapazitäten.

Bis zum 16. März (Dienstag) können sich Kinder und Jugendliche noch anmelden. Danach entscheidet über die verbindliche Zuteilung das Los. Hartmann und Krause bedauern sehr, dass nicht mehr Plätze angeboten werden können. Aber räumlich und personell sei man mit dem Programm angesichts der Einschränkungen an die Grenzen gegangen.

Immerhin gibt es schon die Möglichkeit, sich für das Sommercamp vom 23. bis 30. Juli 2021 in Haltern am See (Nordrhein-Westfalen) anzumelden. Die Planungen dieser Erlebniswoche treibt das Gulfhaus-Termin voller Zuversicht voran. „Wir wollen so etwas anbieten. Wir wollen Jugendarbeit machen. Und wir sind jederzeit vorbereitet und motiviert. Wenn so etwas wie ein Sommercamp wieder erlaubt ist, wollen wir uns nicht vorwerfen: Hätten wir doch mal… Deshalb planen wir weiter“, betont Krause.

Das komplette Osterferien-Programm gibt es www.freizeit-vechta.de

Infos auch unter www.gulfhaus.de