Auf Sendung: Das Video von der Infoveranstaltung mit Bürgermeister Kristian Kater kann sich jeder nach wie vor ansehen.

Schulbezirke

Stadt erklärt Planungen live und beantwortet Fragen

veröffentlicht: am 24.04.2020     Bildung, Soziales

Mehr als 300 Zuschauer schalten sich während der Übertragung zu. Der Schulausschuss berät am Montag über das Konzept.

Die Stadt Vechta hat die Eltern per Live-Stream auf ihrer Facebookseite und ihrem Youtube-Kanal über die neuen Schulbezirke informiert. In der Spitze schalteten sich mehr als 300 Zuschauer zu. Die Erste Stadträtin Sandra Sollmann erläuterte den Vorschlag, den die Stadt gemeinsam mit allen beteiligten Institutionen und Interessenvertretern erarbeitet hatte. Sie und Bürgermeister Kristian Kater beantworteten in der Live-Übertragung auch eine Reihe von Fragen einiger Eltern.

Bei der Beantwortung wurde darauf geachtet, verschiedene Fragen zu bündeln und im Ganzen zu beantworten. So wurde beispielsweise im Allgemeinen zur baulichen Situation der Grundschule Hagen, zum Schulweg der Kinder vom Hagener Esch und zur Geschwisterkindregelung gesammelt beantwortet. Aufgrund der Zeit konnte leider nicht jede Frage einzeln beantwortet werden. Aus diesem Grund können auch weiterhin Fragen an schule(at)vechta.de gestellt werden. Nach der knapp zweistündigen Informationsveranstaltung wurden alle bisherigen Fragen schriftlich beantwortet. Auf der Homepage der Stadt sind zum Beispiel auch die geplanten Grenzen der Schulbezirke auf Stadtkarten einsehbar und wichtige Informationen aufbereitet worden (HIER).

Das Video von der Live-Übertragung mit allen Erklärungen und Darstellungen ist weiterhin auf der Facebook-Seite und dem Youtube-Kanal der Stadt Vechta abrufbar (HIER). Es wurde nach der Veranstaltung allein bis Freitag (24. April) bei Facebook 8732 und auf Youtube 1047 Mal aufgerufen. „Die Zuschauerzahlen und die Zahlen der nachträglichen Aufrufe der Aufzeichnung mit mehreren Tausend Interessierten sind für uns ein klares Signal, dass viele Eltern Interesse an diesem wichtigen Thema haben und dass das gewählte Medium in diesen Zeiten das einzig richtige war“, sagt Bürgermeister Kater. Ursprünglich waren zwei öffentliche Informationsveranstaltungen im Rathaus geplant, die aber aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden mussten.

Wie die Grenzen ab dem Schuljahr 2021/22 verlaufen werden, darüber entscheidet der Stadtrat voraussichtlich im Mai. Besonders wichtig ist allen beteiligten Akteuren, die Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit für alle Kinder sicherzustellen. Die Lernbedingungen sollen für alle Kinder gleich sein. Eine gute soziokulturelle Durchmischung der Klassen ist bei den Planungen ein Hauptziel. Dies alles gewährleistet das vorgestellte Konzept nach Überzeugung der Beteiligten.

Der Schulausschuss berät darüber am Montag um 18 Uhr in einer öffentlichen Sitzung im Rathaus. Aufgrund der Corona-Beschränkungen können maximal 16 Zuschauer die Sitzung besuchen. Nur die ersten 16 Gäste kann die Stadt Vechta einlassen. Am Ende können diese ihre Fragen an den Ausschuss stellen. Es wird darum gebeten, sich an die Abstandsregeln zu halten. Der Eingang für Zuschauer befindet sich an der Seite zur Bürgermeister-Möller-Straße (früher Kapitelplatz).

Nach der Übertragung hat die Stadt Vechta alle eingegangenen Fragen beantwortet. Kritik äußerten Eltern am geplanten Verlauf der Schulbezirksgrenzen hinsichtlich der Grundschule Hagen. Die neuen Wohnbaugebiete auf dem Hagen – westlich der Bahnstrecke – müssten ihrer Meinung nach dieser Schule zugeschlagen werden, da dies einen kürzeren Schulweg bedeute und die Schule auch entsprechend vergrößert werden könne, um die erforderlichen Kapazitäten dafür zu schaffen.

Wie bereits im Live-Stream erläutert, würde der Ausbau der Grundschule Hagen auf eine Zwei-Zügigkeit (zwei Klassen pro Jahrgang) eine Erweiterung von über 600 Quadratmetern erfordern. Dies hatte die Stadt im Planungsprozess ermittelt und die Machbarkeit geprüft. Das Ergebnis: Das Gelände der Grundschule Hagen ist für einen solchen Ausbau zu klein, da eine solche Maßnahme auch den Schulhof der Kinder fast komplett ersetzen würde. Das Gebäude um eine weitere Etage über dem vorhandenen Klassentrakt aufzustocken, würde nicht ausreichen, sodass ein zusätzlicher Anbau wahrscheinlich notwendig werden würde. Der Stadt Vechta ist auch dies bereits bekannt: Ein Ausbau mit geschätzten Kosten von mehreren Millionen Euro würde nur für einen Zeitraum von zehn Jahren entstehen, in dem der Bedarf dafür besteht. Das geht aus dem aktualisierten Gutachten zur Bevölkerungsentwicklung des Büros Kramer hervor. Im Anschluss würden die neu geschaffenen Räume nicht mehr benötigt. Ein solcher Ausbau wäre auch deshalb nach Einordnung der Stadt Vechta nicht tragbar, zumal es eine Alternative gibt: Genügend Räumlichkeiten werden am Standort der Alexanderschule/Martin-Luther-Schule vorhanden sein.

Ein Vorteil für die Kinder aus den Neubaugebieten auf dem Hagen bestünde durch die geplante Einteilung darin, dass sie alle einen Schulstandort besuchen könnten. Nachbarschaften würden nicht auseinandergerissen werden. Die Schüler könnten gemeinsam mit dem Bus zur Alexanderschule/Martin-Luther-Schule fahren; sie haben darauf einen Anspruch ab zwei Kilometern Entfernung zur Schule. Dieser Anspruch würde im Übrigen auch für den Schulweg Neubaugebiete - Grundschule Hagen gelten, da dieser auch länger als zwei Kilometer ist.

Sichere Schulwege waren den Eltern in der Diskussion insgesamt besonders wichtig. Bürgermeister Kater erklärte im Live-Stream, dass es nach der Neufestlegung der Schulbezirke eine Überprüfung der Schulwege im gesamten Stadtgebiet durch die Stadt Vechta geben wird und die Eltern einbezogen werden.

Auch nach der Betreuungszeit wurde gefragt. Die Stadt Vechta strebt ein gleichmäßiges Angebot der Ganztagsbetreuungszeiten in allen Grundschulen in Vechta an. Die Planungen mit den Schulen sind noch nicht abgeschlossen.

Auf die Zukunft der Marienschule Oythe angesprochen, berichtete die Stadt, dass ein Ausbau derzeit geplant wird. Diese Planungen müssen jedoch zunächst mit den politischen Gremien und der Schule erörtert werden, ehe sie der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Die neuen Schulbezirke sollen für Einschulungen ab Sommer 2021 gelten.