Foto: Christoph Heinzel

Gulfhaus Vechta

Ukrainisches Dankesfest war ein voller Erfolg

veröffentlicht: am 11.07.2022     Bildung, Soziales

Natalia Cegil und Mokhamad Khusino begrüßten im traditionellen Gewand der Ukraine die Besucher des Dankesfestes.

Sie boten den Gästen zur Begrüßung ein Hefeteigbrot, Karawaj genannt, Salz, Speck und Horilka - einen ukrainischen Wodka sowie ein „Laskowo prosimo“ (übersetzt: Herzlich willkommen) an. Nach diesem freundlichen und fröhlichen Empfang  vor dem Gulfhaus in Vechta konnten sich die Gäste im Gebäude und im Innenhof einen Überblick über das ukrainische Leben und seine Traditionen verschaffen. Der Tag stand unter dem Motto „Die Ukraine mit dem Herz erkunden“.

Zu den ersten Besucher/-innen zählten Vechtas Bürgermeister Kristian Kater und die Erste Stadträtin Sandra Sollmann. „Das Fest ist eine tolle Geste der Ukrainerinnen bei uns in Vechta. Sie wollen Danke sagen für die Solidarität, die seit dem 24. Februar spürbar in der Stadt stattfindet und solange wie nötig weiter da sein wird“, sagte Kristian Kater. Er bekam ein so genanntes Kosakenhemd überreicht. Solch ein mit der Hand besticktes Hemd geben ukrainische Frauen ihren Männern wenn sie in den Krieg ziehen, denn es soll den Träger beschützen.

Organisiert und durchgeführt hatte das Dankesfest Valentina Schmiedel gemeinsam mit 60 ukrainischen Frauen und 10 freiwilligen Ukrainehelferinnen, welche schon länger in Deutschland leben, wie Olga Eurich und Nataliya Schwarz. Über die Entstehung des Festes meint die Organisatorin: „Viele ukrainische Frauen sind mit der Frage zu mir gekommen 'Was können wir machen, um Danke zu sagen? Uns wurde so viel geholfen'.“ Es entstand die Idee des Dankesfestes.

Zu den Helfenden gehören die vielen Gastfamilien, die eine Unterkunft bereitgestellt haben. 180 Familien hätten seit März in Vechta ein Quartier gefunden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gulfhauses, der Stadtverwaltung, des Caritas-Sozialwerkes und des Jugendkulturvereins Oldenburger Münsterland unterstützten das Vorhaben. Das Projekt wurde durch freiwillige Beiträge, unter anderem von den Geflüchteten selbst, finanziert. Der Eintritt war frei. Um Spenden, die der Ukraine-Hilfe zugutekommen, wurde gebeten, denn vor allem die Menschen in ihrer Heimat brauchen weiterhin dringend Hilfe. 

Der Gedanke zu dem Fest entstand wie beschrieben unter den ukrainischen Frauen, die sich zweimal in der Woche zum Begegnungscafé treffen - immer dienstags und donnerstags zwischen 9 und 11 Uhr. "Parallel dazu finden die Sprachkurse und die Kinderbetreuung statt", erläutert Alena Pölking. Die Sozialarbeiterin managt für die Stadt Vechta das Begegnungscafé, in dem die Frauen Kontakte pflegen, wichtige Infos erhalten und Deutsch lernen. „Wir machen da einfach alles“, sagt Alena Pölking. Rund 30 Menschen seien in der Regel anwesend. „Der Austausch dort ist ganz wichtig.“

Nun bot sich allen Interessierten die Möglichkeit, ebenfalls in den Austausch zu treten. Es gab traditionelle Gerichte wie Bortsch, eine Suppe, die in jeder Region anders zubereitet wird, oder Deruni, also ukrainische Kartoffelpuffer. Kinder konnten sich schminken lassen oder auf der Hüpfburg Spaß haben. Auf der Bühne im Innenhof des Gulfhauses sangen Ukrainerinnen Volkslieder. Kateryna Burdielova trug vor vielen Anwesenden ein Lied von 1914 mit dem frei übersetzen Titel „Warum ist meine Ukraine traurig“ vor. „Da sind ganz viele Gefühle dabei“, meinte Olga Eurich über das Dankesfest. So sang Valentina Schmiedel gemeinsam mit anderen Frauen das Lied „Ach, im Kirschgarten“. Inhaltlich geht es um das Leben einer jungen Frau, welches auf den Kopf gestellt wird, als ihr Liebster in den Krieg zieht.

Im Veranstaltungsaal lief ein Video, das Städte, Sehenswürdigkeiten, Kultur und Musik, aber auch die Realität des Krieges zeigte. Durch Ausstellungsstücke wie Küchenutensilien und Stickereien erhielten die Besucher/-innen weitere Eindrücke der ukrainischen Kultur. Nach sechs Stunden hieß es dann für alle „Na wse dobre, do pobachennja“ - also „Alles Gute und Auf Wiedersehen“.