Kampagne

Gegen Belästigung im Schwimmbad

veröffentlicht: am 10.06.2022     Freizeit und Sport

Zahlreiche aktuelle Medienberichte zeigen, wie oft Mädchen und Frauen in Schwimmbädern sexuell belästigt werden.

Das heißt aber nicht, dass es anderen Personen weniger oft passiert. „Wichtig ist, dass Politik, Öffentlichkeit und Gesellschaft, also wir alle gemeinsam, geeint gegen sexuelle Übergriffe und Gewalt an Menschen auftreten und diese in keiner Art und Weise tolerieren“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Vechta, Andrea Schlärmann.

Sie hat gemeinsam mit den Verantwortlichen im Hallenwellenbad Vechta eine Kampagne gegen sexuelle Belästigung gestartet. Dies können etwa anzügliche Bemerkungen, unerwünschte Berührungen oder das Fotografieren beim Umziehen sein. „Jeder Fall ist einer zu viel!“, betont Carsten Müller, der Leiter des Schwimmbetriebs im Hallenwellenbad. „Besonders die weiblichen Badegäste sollen das Schwimmbad als sicheren Ort erleben, den sie unbehelligt von sexuellen Übergriffen und anzüglichen Gesten besuchen können.“

Plakate und Flyer signalisieren allen Badegästen, dass der Betrieb das Thema ernst nimmt und übergriffiges Verhalten nicht akzeptiert wird. „FINGER WEG“, heißt die Kampagne. Sie soll ein Bewusstsein für die Thematik schaffen und alle Besucherinnen und Besucher von Schwimm- bzw. Freibädern ermutigen, hinzuschauen, einzugreifen oder Hilfe zu holen. So kann gemeinsam ein Sicherheitsgefühl erreicht werden, damit sexuelle Belästigung dort keinen Platz mehr hat.

„Wir wollen Kinder, Jugendliche und Erwachsene, insbesondere die Eltern, für das Thema sexualisierte Gewalt sensibilisieren“, sagt Andrea Schlärmann. „Als Gesellschaft tragen wir hier eine Verantwortung. Wir dürfen bei Vorkommnissen nicht wegschauen, sondern müssen unmissverständlich auf jeden Fall reagieren. Ein Besuch im Freibad soll für alle in positiver Erinnerung bleiben und nicht durch unangenehme Vorkommnisse beeinträchtigt werden.“

Die Kontaktpersonen in den Freibädern wie das Badpersonal und Kioskbetreiber wurden in Vechta Anfang Juni speziell geschult. Ihnen wurden die unterschiedlichen Erscheinungsformen sexueller Belästigung aufgezeigt und Tipps und Werkzeuge vermittelt, wie sie in entsprechenden Situationen reagieren und eingreifen können. Es stehen weitere Schulungstermine an.

„Ziel muss es sein, allen Badegästen eine unbeschwerte Badesaison zu ermöglichen und insbesondere Frauen und Mädchen vor sexualisierten Übergriffen jeglicher Art zu schützen“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte Andrea Schlärmann. „Außerdem muss es in jedem Schwimm- und Freibad der Stadt Vechta sensibilisierte und informierte Ansprechpersonen für Betroffene und Helfende geben.“

In vielen Städten und Gemeinden in Deutschland gibt es in Schwimmbädern bereits derartige Kampagnen. Darunter ist auch die Stadt Recklinghausen, die für die Stadt Vechta als Ideengeberein fungierte. Gemeinden und Städte, die ebenfalls an der Kampagne gegen sexuelle Belästigung interessiert sind, können sich bei der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Vechta informieren.

 

Hilfetelefon

Gewalt gegen Frauen · Telefon 08000116016

Gewalt gegen Männer · Telefon 08001239900

 

Kontakt Stadt Vechta

Gleichstellungsbeauftragte, Telefon 04441 886-5108

gleichstellungsbeauftragte(at)vechta.de

Fachdienst Gebäudemanagement, Telefon. 04441 886-6501