Gratulanten von beiden Seiten: Karl-Heinz Albrecht und seine Frau Renate (Mitte) freuten sich über die Glückwünsche von Jörg Hüsing (links), Reinhard Rawe (2. Von links), Bürgermeister Kristian Kater und David Tabeling (rechts, Kreissportbund Vechta). (Foto: Fischer)

70 Sportabzeichen

Karl-Heinz Albrecht von Bürgermeister Kater geehrt

veröffentlicht: am 11.11.2021     Freizeit und Sport

Karl-Heinz Albrecht hat etwas Einmaliges geschafft: Der 90 Jahre alte Vechtaer hat zum 70. Mal das Deutsche Sportabzeichen abgelegt.

Für diese außergewöhnliche Leistung ehrte Bürgermeister Kristian Kater den Sportler von SFN Vechta in einer Feierstunde im Rathaus.

„Sie sind nicht nur ein herausragender Sportler, auch Ihr ehrenamtliches Engagement geht weit über das normale Maß hinaus“, lobte Kater. Albrecht nimmt seit Jahrzehnten Sportabzeichen bei SFN ab. Für seinen Einsatz in der Sportabzeichen-Gruppe hat der Verein ihn bereits zum Ehrenmitglied ernannt. Auch weil er immer wieder andere motiviert, wie der SFN-Vorsitzende Jörg Hüsing zu berichten wusste.

Albrecht geht als Vorbild voran und erfüllt Jahr für Jahr selbst die Bedingungen für das Abzeichen. „In dieser Feierstunde geht es nicht um Bestzeiten, Meistertitel oder Rekorde“, sagte Bürgermeister Kater. „Heute soll vielmehr eine herausragende Leistung im Vordergrund stehen, die es so weder in Vechta oder in Niedersachsen noch in der gesamten Bundesrepublik jemals gegeben hat. Dass Sie mit 90 Jahren zum 70. Mal das Sportabzeichen abgelegt haben, stellt wahrlich Meistertitel oder Rekorde in den Schatten.“ Diesen Worten schloss sich Reinhard Rawe an. „Das hat es noch nie gegeben“, sagte der Vorstandsvorsitzendes des Landessportbundes Niedersachsen über Albrechts Ausdauer.

Karl-Heinz Albrecht wurde 1931 im damals ostpreußischen Groß Kuhren geboren. Nach der Flucht und einer späteren Internierung in Dänemark führte ihn sein Lebensweg zunächst nach Stade. Dort absolvierte er eine Ausbildung zum Tischler, um schließlich eine Laufbahn bei der Bundeswehr einzuschlagen. Im Alter von 18 Jahren legte er zum ersten Mal das Deutsche Sportabzeichen ab.

Albrecht entdeckte den Zehnkampf für sich, lief die 100 Meter in beeindruckenden 11,1 Sekunden. Als Ulrike Meyfahrt bei den Olympischen Spielen 1972 die Goldmedaille im Hochsprung gewann, saß er in der ersten Reihe. Die Bundeswehr hatte ihn zu den Spielen in München abkommandiert. Über die Bundeswehr führte ihn sein Weg schließlich nach Vechta.

Seit mehr als 36 Jahren ist er nun bei SFN Vechta aktiv. Der SFN-Vorsitzende Hüsing weiß, was er an Albrecht hatte: „Er hat in herausragender Art und Weise sein Ehrenamt bei SFN ausgeübt. Der Zeitraum, über den er für die Sportabzeichen-Abnahme für uns tätig war, ist außergewöhnlich lang“, sagte er. Jetzt möchte Albrecht kürzer treten und seine Tätigkeit als Prüfer beenden. Auch das 70. Sportabzeichen soll das letzte gewesen sein. Sport bleibt aber ein wichtiger Teil seines Lebens. Mit täglicher Gymnastik und Nordic Walking am Wochenende hält er sich fit.