Bürgermeister Kristian Kater (am Pult) bei seiner Ansprache (Bild: Bindernagel).

Gedenkveranstaltung

10 Jahre Stolpersteine und Gedenken an die Pogromnacht

veröffentlicht: am 14.11.2019     Kinder, Jugend, Senioren

300 Schülerinnen und Schüler und die Kirche am Campus (Universität Vechta) gestalten Gedenkveranstaltung für Vechtas jüdische Familien.

10 Jahre Stolpersteine in Vechta: Anlässlich dieses Jubiläums sowie zum Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938 initiierte die Stabsstelle Kultur der Stadt Vechta in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Christa Plagemann, jetzt eine würdevolle und emotionale Gedenkveranstaltung. Daran nahmen rund 300 Vechtaer Schülerinnen und Schüler unterschiedlichen Alters von insgesamt 7 Vechtaer Schulen sowie Studenten der Universität Vechta und der „Kirche am Campus“ teil. Gemeinsam gingen die Teilnehmenden die Strecke zu den 4 Häusern, vor denen in Vechta Stolpersteine verlegt wurden, ab. In jedem dieser Häuser lebten zur Zeit des Nationalsozialismus jüdische Familien. Namentlich die Familien Bloch, Marx, Adolf und Emmanuel Gerson. Vor deren letzten Wohnstätte hatte der Künstler Gunter Demnig in den Jahren 2009 bis 2011 „Solpersteine“ verlegt. Das sind kleine Gedenksteine, die den Namen und das jeweilige Schicksal der einzelnen Familienmitglieder tragen. Stolpersteine erinnern an die Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, vertrieben, deportiert, ermordet oder in den Suizid getrieben wurden. an jeder Station fanden kleine Erinnerungsmomente statt, in denen die Schulen diesen Menschen in einem sehr würdigen Rahmen gedachten: Sie sangen Lieder, trugen Erinnerungstexte vor und legten Blumen und Kerzen nieder. Rainer Wördemann, Leiter der Kreismusikschule Vechta, begleitete die Veranstaltung musikalisch. Er trug traditionelle jüdische Lieder vor. Vechtas Bürgermeister Kristian Kater dankte allen beteiligten und den Organisatoren und sagte: „Diesen Menschen ist unfassbares Leid widerfahren und die Stolpersteine in Vechta sind ein für jedermann sichtbares Zeichen dafür, dass sie in unserer Stadt nicht vergessen werden. Mit dieser Veranstaltung leisten wir einen guten und wichtigen Beitrag dazu, das Bewusstsein unserer Bürgerinnen und Bürger für dieses Thema zu schärfen. Denn was in der NS Zeit geschehen ist, darf sich nie wiederholen.“. Er verwies dabei auch auf die aktuellen Geschehnisse vom Oktober 2019 in Halle. den Abschluss bildete die Gedenkfeier am Erinnerungsstein für die ehemalige Synagoge in der Juttastraße, die in diesem Jahr von der „Kirche am Campus“ vorbereitet wurde.