Bürgermeister Kristian Kater (3. von rechts) zeichnete die bestplatzierten Familien aus. Siegerin war Cornelia Büssing (rechts). Foto: Kläne

Vechta blüht auf

60 Familien bewerben sich mit ihren Gärten

veröffentlicht: am 22.09.2020     Planen, Bauen

Die Jury kürt die Familie Büssing zur Siegerin. Bürgermeister Kater möchte den Wettbewerb regelmäßig wiederholen.

 „Vechta blüht auf“ – und wie. Bei der Premiere des Wettbewerbs haben sich gleich 60 Familien mit ihren artenreichen, naturnahen und lebendigen Gärten auf die hochwertigen Preise beworben. Sie machten es der Jury enorm schwer, die Gewinner zu ernennen. Bürgermeister Kristian Kater zeichnete die Erst- bis Drittplatzierten am Dienstag auf der Terrasse des Rathauses aus. Über Platz eins freute sich Cornelia Büssing. Sie gewann eine Reise zur Blumeninsel Mainau am Bodensee.

Unter dem Motto „Artenvielfalt fängt direkt vor der Haustür an“ hatte die Stadt Ende März zu dem Wettbewerb aufgerufen. Ein Ziel: Flora und Fauna sollten in privaten Gärten mehr Platz bekommen sich zu entwickeln. „Wir möchten Vechta blumiger, naturnaher und damit auch schöner machen. Um dieses Ziel zu erreichen, tun wir als Stadt schon eine ganze Menge. Aber jede Bürgerin, jeder Bürger ist aufgerufen, uns dabei zu unterstützen, zum Beispiel durch eine naturnahe Gestaltung der eigenen Gärten“, sagte Bürgermeister Kristian Kater. „Dass wir in diesem Kontext in Vechta ein großes Potential besitzen, hat der Wettbewerb gezeigt.“

Kater dankte der sechsköpfigen Jury: Ines Hartmann von der Universität Vechta, Naturgartenplanerin Julia Wehner, Christoph Janku, von der Ortsgruppe Vechta des Naturschutzbundes sowie von der Stadt Vechta Fachbereichsleiterin Christel Scharf, Landschaftsplaner Dirk Ortland und Landschaftsarchitektin Dörthe Heller.

Sie sichteten zunächst die große Anzahl an Bewerbungen und grenzten diese anhand der Angaben, der beigefügten Fotos und eines Fragebogens in eine engere Auswahl ein. Wichtig waren der Jury vor allem die Fragen: „Was ist das Besondere an dem Garten? Welche Gestaltungselemente finden sich wieder?

Bewertet wurden folgende Kriterien:

- Artenvielfalt, Vielzahl der Gehölze, Stauden und Gräser.

- heimische Artenvielfalt, Pflanzenverwendung (passt die Pflanze zum Standort?).

- Insektenbäume/Bienenbäume, Anzahl der Lebensräume (Natursteinmauern, Gewässerbereiche, Totholz, Hecken uvm.).

- Versiegelungsgrad des Gartens, Pflegestandard (Rasenpflege, Beetpflege – auch Bereiche, die der Natur überlassen werden, nicht alles „parkähnlich gepflegt“, keine intensiv gepflegten Rasenflächen).

Platz eins vergab die Jury an die Familie Büssing aus Vechta. Sie punktete vor allem mit der „effektiven Kombination aus Nutz-/Ehrolungs- und Naturgarten“, wie es im Juryurteil heißt. Auf dem großen Areal seien viele verschiedene Gestaltungselemente eingebracht worden, „die jegliche Ecken im Garten sinnvoll ausnutzen. Man erkennt, dass Sie bewusst auf naturnahe Elemente Wert legen und diese in Ihren Garten einbauen – wie zum Beispiel naturbelassene Rasenbereiche, Wildkrautwiesen und Totholz, eine Vielzahl von heimischen Gehölzen und Lebensräumen aller Art.“ Obwohl das Gartenareal relativ groß sei, habe jeder Bereich seine Besonderheit und Aufgabe, urteilte die Bewertungskommission.  

Den zweiten Platz erreichte die Familie Blömer, die ein Insektenhotel im Wert von 1000 Euro gewann. Das Urteil der Jury lautete: „Klein, aber oho! Ein sehr kleiner Garten. Gerade aus diesem Grund erstaunlich, wie viel die Familie aus diesem Garten geschaffen hat. Eine prägende Natursteinmauer mit einem integrierten Bachlauf und Teichfläche. Heimische Gehölze, die Linde als prägenden Bienenbaum. Nistmöglichkeiten, verschiedene Lebensräume für Vögel, Fledermäuse und Tiere jeglicher Art. Interessante Dachentwässerung in Form eines Sickerungsbeckens, welches ebenfalls einen wichtigen Lebensraum darstellt. Sehr wenig intensiv genutzte Rasenfläche.“

Den dritten Rang teilten sich die Familien Tepe und Wilke. Beide Gärten hätten eine Besonderheit – Natursteinmauer beziehungsweise oder Naturteichanlage –, „die tolle und effektive Lebensräume für Flora und Fauna schaffen“, urteilte die Jury.

Die Familie Tepe habe eine prägende Natursteinmauer geschaffen, die mit heimischen Stauden und Farne berankt sei und jeglicher Tierart Unterschlupf- und Nistmöglichkeit biete. Zudem gebe es „eine abwechslungsreiche Vogelnährschutzhecke, viele blühreiche Stauden, die vor allem Wildbienen anfliegen“.

Den Garten der Familie Wilke präge ein Naturteich in der Mitte, erklärte die Jury: „Vor allem die naturnahe Gestaltung des Teiches mit der hervorstechenden Ufersaatmischung bietet viele wertvolle Lebensräume für Insekten.“

Bürgermeister Kristian Kater dankte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Er kündigte an, den Wettbewerb in einem regelmäßigen Rhythmus zu wiederholen.

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