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Bürger können Flächen in Vechta bewerten

veröffentlicht: am 21.11.2018     Wirtschaft, Entwicklung

Bürger können online ihre Meinung äußern, wie Flächen in Vechta zukünftig genutzt werden sollen.

Auf der Webseite www.raum-für-vechta.de haben sie die Möglichkeit aktuell bis zu sechs unbebaute Flächen im Stadtgebiet Vechtas zu bewerten. Bei der Webanwendung handelt es sich um ein gemeinsames Projekt der Universität Vechta und der Stadt Vechta. Mit der Internetseite erprobt die Stadt Vechta eine innovative Methode der Stadtplanung.

Die Ergebnisse werden von der Stadtverwaltung und den politischen Gremien ausgewertet. Die Bewertung erfolgt mittels eines Fragebogens.  Dieser muss bei der Bewertung der ersten Fläche komplett ausgefüllt werden. Ab der zweiten Fläche, die bewertet wird, sind nur wenige Fragen zu beantworten.

Bei den aktuell sechs enthaltenen Flächen handelt es sich um Beispielflächen. Für diese gibt es derzeit keine Planungsabsichten - aber: Je mehr Menschen sich beteiligen, desto besser kann die Stadt Vechta die Auswahl von zu bewertenden Flächen in Vechta und den Fragebogen für eine mögliche zukünftige Nutzung weiterentwickeln.

Ziel ist es, dass die Kommune frühzeitig von messbaren, möglichen Interessenskonflikten erfahren und diese in ihren Planungen berücksichtigen kann. So können die Ergebnisse auf lange Sicht in mögliche Planungen einfließen.

Der Hintergrund des Projekts ist: Kommunen erarbeiten, wie Flächen in ihrer Stadt genutzt werden können, zum Beispiel als Wohn- oder Gewerbegebiet oder zur Naherholung. Dabei sind viele baurechtliche Aspekte zu berücksichtigen. Während der Planungsprozesse tauchen häufig Interessen auf, die miteinander im Konflikt stehen. Es gilt unterschiedliche Nutzungswünsche abzuwägen und Lösungen im Interesse aller zu finden.

Mit der neuen Webanwendung möchten die Universität und die Stadt Vechta schon frühzeitig erfassen, welche Nutzung von Flächen sich die Bürger wünschen. Diese können dann ebenso in die Planungen einfließen. Für die Stadtverwaltung und die politischen Gremien kann der Webservice eine wichtige Informationsquelle und Entscheidungshilfe bei der Festlegung der Nutzung von Flächen sein. Diese ist aber nicht rechtlich bindend. Hierfür sind die üblichen Beteiligungen der Öffentlichkeit in dem Flächennutzungs- und Bebauungsplanverfahren nach wie vor maßgebend.

Bei der Internetseite handelt es sich um ein Web-GIS – eine auf Geodaten spezialisierte Onlineanwendung, die Bürger nutzen können. Entwickelt haben die Universität und die Stadt Vechta die interaktive Webseite im Rahmen des EU-geförderten Interreg-Projekts LIKE!. Ziel des Projekts ist es eine digitale Innovationskultur in Verwaltungen im Nordseeraum der Europäischen Union zu schaffen. Der Webservice „Raum für Vechta“ ist eines der Ergebnisse.

Die Stadt und die Universität Vechta nehmen als einzige deutsche Einrichtungen teil. Vonseiten der Universität beteiligen sich das Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA) in Person von Prof. Dr. Karl Martin Born, das Fach Management sozialer Dienstleistungen unter Führung von Prof.in Dr. Vanessa Mertins sowie das Team des Zentrums für Vertrauensforschung unter Leitung von Prof. Dr. Martin Schweer.

Zuständig bei der Stadt Vechta sind die Stabstelle Wirtschaftsförderung, Marketing, Städtepartnerschaften und Heimatpflege sowie der Fachdienst Stadt-und Landschaftsplanung.

Weitere Projektpartner sind die Stadt Rotterdam und die Provinz Drenthe in den Niederlanden, die Kommune Aalborg in Dänemark, der Angus Council in Schottland, der Suffolk County Council in England und die Stadt Roeselare in Belgien. Die Leitung des Projektes obliegt der Stadt Groningen.

Die Beteiligten tauschen ihr Wissen aus und entwickeln gemeinsam innovative Anwendungen, die bei allen beteiligten Kommunen eingeführt werden können.