"Wir halten mit Abstand am Besten zusammen" lautet derzeit die Botschaft von Bürgermeister Kristian Kater. Foto: Kläne

Corona und Wirtschaft

Kater wirbt für Einzelhandel - und Abstand

veröffentlicht: am 22.04.2020     Wirtschaft, Entwicklung

Mit einer neuen Plakataktion bittet die Stadt alle, weiterhin umsichtig zu sein, nachdem die Beschränkungen gelockert worden sind.

Seit Montag (20. April) sind Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern auch in Vechta wieder geöffnet. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder haben sich in der vergangenen Woche auf entsprechende Lockerungen der Corona-Beschränkungen verständigt. Das Land Niedersachsen hat dazu am 17. April eine neue Verordnung erlassen.

Bürgermeister Kristian Kater wirbt zum Start einer neuen Plakataktion („Wir halten mit Abstand am Besten zusammen“) dafür, den heimischen Einzelhandel zu unterstützen und beim Einkauf die in den Geschäften ausgehängten Hygieneregeln einzuhalten. „Das ist ein Schritt hin zu ein bisschen mehr Normalität. Darüber freue ich mich sehr für unsere Geschäftsleute, aber auch für alle Bürgerinnen und Bürger. Wir können unsere Wirtschaft jetzt unterstützen und mit dem richtigen Verhalten dazu beitragen, dass die Verbreitung des Corona-Virus weiter eingedämmt wird und weitere Lockerungen in naher Zukunft möglich werden“, sagt er. Die Öffnung der Geschäfte seien nicht als Aufruf zur Shopping-Tour zu verstehen. Weiterhin gelte der Appell, zu Hause bleiben. Einkäufe sollten gezielt und zügig erledigt werden, appelliert Kater. In der Öffentlichkeit sei der Mindestabstand von 1,50 Metern nach wie vor zu beachten. 

Die Stadt Vechta gibt folgende Informationen mit den wichtigsten Auflagen, Verhaltens- und Hygieneregeln bei Bedarf an den Einzelhandel heraus (pdf zum Download HIER): 

· Sollte Ihre Verkaufsfläche eine Größe von 800 Quadratmetern überschreiten, besteht die Möglichkeit, den Laden abzutrennen und nur einen Teil zu öffnen.

· In den Verkaufsräumen müssen durchschnittlich 10 Quadratmeter pro Person (inklusive Personal!) zur Verfügung stehen. Lassen Sie also bitte nicht zu viele Kundinnen und Kunden gleichzeitig in Ihr Ladenlokal! Die Berechnung der Verkaufsfläche richtet sich nach der Baunutzungsverordnung.

· Zwischen den Kundinnen und Kunden sowie Ihnen und Ihren Kolleginnen und Kollegen ist ein Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten.

· Achten Sie bitte möglichst mit darauf, dass auch Kundinnen und Kunden im Zugangsbereich zu Ihrem Ladenlokal den vorgeschriebenen Abstand einhalten.

· Halten Sie gerne in Ihrem Laden Informationen für Ihre Kunden bereit und weisen Sie sie auf die Abstandsregelungen hin, z.B. durch im Kassen- oder Wartebereich aufgebrachte Abstandshinweise.

· Um das Personal zu schützen, ist z.B. die Einrichtung eines Spuckschutzes im Kassenbereich eine Möglichkeit.

· Weitergehende Hygienemaßnahmen, wie z.B. das Aufstellen von Desinfektionsmittelspendern und die Nutzung von Schutzmasken können jederzeit eigenständig erfolgen.

· Nutzen Sie gerne die verschiedenen Angebote zur Bewerbung Ihrer Services und Öffnungszeiten in der Stadt Vechta, um Ihre Kundinnen und Kunden stets auf dem Laufenden zu halten, z.B. über www.vechta.de, www.moinvechta.de, gemeinsam.ov-online.de.

Die Vechtaer Geschäfte setzen diese Vorgaben bereits um. Bei Bedarf unterstützt wurden sie vom Stadtmarketingverein Moin Vechta, der Bürgerstiftung und der Initiative „Wir helfen Vechta“. Einzelhändler konnten über diese Partner zum Beispiel FFP2-Masken für Mitarbeiter, Desinfektionsmittel, Stoff- oder Alltagsmasken für Kunden sowie Hygiene-Spuckschutz für den Kassenbereich ordern. Immer wieder zeigt sich, dass dem Slogan „Vechta hält zusammen“ auch Taten folgen; mit dieser Kampagne rufen die Stadt und Moin Vechta zur Solidarität mit dem Wirtschafts- und Einkaufsstandort Vechta in der Corona-Krise auf.

Darüber hinaus haben sich eine Reihe von Hilfsinitiativen gebildet. „Ich bin dankbar dafür, wie die Vechtaer in der aktuellen Krise zusammenhalten. Das lässt mich optimistisch nach vorne blicken. Was wir als Stadt Vechta leisten können, um die Krise zu überwinden, das machen wir natürlich“, sagt Kristian Kater.

Als besonders vorbildlich bezeichnet er die geplante Aktion der Initiative „Wir helfen Vechta“ in Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung, dem Vietnamesischen Verein und dem Andreaswerk zum Tragen von Schutzmasken. Am Samstag (25. April) ab 9 Uhr verteilen die Organisatoren kostenlos FFP-Masken und selbstgenähte Masken auf dem Europaplatz beim Pferd. Sie wollen die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren, sie umfangreich informieren und Akzeptanz schaffen. Auch medizinische Fragen sollen vor Ort geklärt werden, teilt die Initiative „Wir helfen Vechta“ mit.   

Bürgermeister Kristian Kater empfiehlt der Vechtaer Bevölkerung dringend, sich Schutzmasken zu besorgen. Es würden bereits Vorbereitungen getroffen, dass das Tragen von Masken in städtischen Einrichtungen verpflichtend werde. Kater appelliert an alle, dass Menschen, die schon jetzt eine Schutzmaske zum Beispiel während des Einkaufens aufsetzen, nicht kritisch beäugt werden. „Ich weiß, dass es vielen noch unangenehm ist oder es sich unwirklich anfühlt, weil das Tragen von Masken bei uns bisher als überzogen vorsichtig galt. Aber es ist jetzt an der Zeit, dafür eine gesellschaftliche Akzeptanz zu schaffen. Wir werden uns an den Anblick gewöhnen müssen. Und es ist ja auch nichts Schlechtes, sich und andere zu schützen“, sagt Kater.

Bisher schreibt das Land Niedersachsen Schutzmasken nicht vor, empfiehlt sie aber dringend. Diese könnten in öffentlichen Räumen, in denen der Mindestabstand nicht immer einzuhalten ist, das Risiko von Infektionen reduzieren, heißt es in dem Beschluss von Bund und Ländern.

Die Verordnung des Landes besagt auch, dass Buchläden, Fahrrad- und Autohändler seit Montag den Betrieb wiederaufnehmen dürfen. Voraussetzung für die Öffnung sind auch hier Maßnahmen zur Hygiene. Außerdem soll auch in diesen Betrieben der Zutritt gesteuert werden.

Niedersachsen hat zudem noch einmal präzisiert, welche medizinischen Einrichtungen derzeit besucht werden dürfen. Dazu zählen unter anderem Ärzte, Apotheken, Optiker, wenn die Behandlung unaufschiebbar ist. Neu hinzugekommen ist die Inanspruchnahme von Hebammen-Leistungen, die jetzt ausdrücklich erlaubt ist.