Straßennamen
Die politischen Gremien der Stadt Vechta haben im Jahr 2015 beschlossen, Straßennamenschilder im Stadtgebiet stufenweise mit Legendenschildern zu versehen. Die auf den Legendenschildern aufgebrachten kurzen Texte, z.B. über Persönlichkeiten, werden durch Langtexte, die Sie nachstehend auf dieser Internetseite finden, zudem umfassend erläutert. Das Aufrufen der Langtexte erfolgt an den Straßenschildern über QR-Code.
Die Recherche wurden von Axel Fahl-Dreger und ab 2024 von Eva-Maria Ameskamp vorgenommen; diese haben in enger Abstimmung mit Univ.-Prof. (em.) Dr. Wilfried Kürschner und der Stadt Vechta die nachfolgenden Texte erstellt.
In mehreren Straßen Vechtas wurden Stolpersteine gelegt, um auf die Verbrechen der NS-Zeit aufmerksam zu machen. Eine übersichtliche Karte gibt es hier.
Bremer Straße
Das Bremer Tor bildete seit dem Mittelalter den nördlichen Abschluss der Stadt. In jener Zeit bestand Vechta aus einer durch einen Erdwall befestigten Handwerker- und Kaufmannssiedlung mit wenigen Straßenzügen, einer Burg und einer recht großen Anzahl von Burgmannshöfen sowie einer Kirche und zwei Klöstern. Zwei Stadttore regelten den Ein- und Ausgang der Stadt: die Osnabrücker Pforte im Süden, die Bremer Pforte im Norden.
Die hier in Richtung Nordost hinausführende Straße trug nach dem Fernziel (der Hansestadt Bremen) früher den Namen Bremer Straße. Ab der Kreuzung Kuhmarkt/Ravensberger Straße trägt die Straße heute den Namen Oyther Straße. Oythe ist seit 1933 ein Teil von Vechta.
Im großen Kontext handelt es sich hier um die alte Handelsstraße von Bremen nach Osnabrück, um die sogenannte Rheinische Heerstraße, die mittelalterliche A 1. Diese war identisch mit der mittelalterlichen Pilgerroute der Jakobspilger, der im lokalen Sprachgebrauch den Namen Pickerweg trug.
Die Namensbedeutung von Pickerweg vereinigt verschiedene Funktionen des Weges: ein Weg, auf dem mit einer langen Stange – der Pike – das Vieh getrieben wurde, ein Weg, auf dem die Soldaten mit ihrer langen Lanze – der Pike – marschierten, ein Weg, an dem Zoll erhoben wurde, ein Weg, auf dem die Gläubigen nach Santiago de Compostela in Spanien zogen, um Vergebung von ihren Sünden zu erhalten.