Straßennamen
Die politischen Gremien der Stadt Vechta haben im Jahr 2015 beschlossen, Straßennamenschilder im Stadtgebiet stufenweise mit Legendenschildern zu versehen. Die auf den Legendenschildern aufgebrachten kurzen Texte, z.B. über Persönlichkeiten, werden durch Langtexte, die Sie nachstehend auf dieser Internetseite finden, zudem umfassend erläutert. Das Aufrufen der Langtexte erfolgt an den Straßenschildern über QR-Code.
Die Recherche wurden von Axel Fahl-Dreger und ab 2024 von Eva-Maria Ameskamp vorgenommen; diese haben in enger Abstimmung mit Univ.-Prof. (em.) Dr. Wilfried Kürschner und der Stadt Vechta die nachfolgenden Texte erstellt.
In mehreren Straßen Vechtas wurden Stolpersteine gelegt, um auf die Verbrechen der NS-Zeit aufmerksam zu machen. Eine übersichtliche Karte gibt es hier.
Moorgärten
Von der Straße Neuer Markt gelangt man über die Straße Moorgärten zur Falkenrotter Straße. Eine Flurkarte, die um 1850 hergestellt wurde, zeigt die alte Zitadelle und die daran angrenzenden Gewannen bzw. Parzellen nördlich und westlich der Zitadelle. Eines dieser Gewanne hat den Flurnamen „Moorgarten“. Auf diese Flurbezeichnung geht der heutige Name der Straße zurück.
Das genannte Gebiet um die Zitadelle und die Zitadelle selbst waren vor ihrer Kultivierung und Anlage Moor- und Sumpfgebiet, durchzogen von vielen kleinen Wasserflächen, die ihren Ursprung in Überschwemmungen des Moorbaches hatten. Mit dem Bau der Zitadelle ab 1666/67 wurde das Gelände drainiert und entwässert. Nach der Schleifung 1769 stand die Fläche für eine landwirtschaftliche oder gärtnerische Nutzung offen. Die Anlage der Moorgärten legt Zeugnis davon ab, dass die Vechtaer Bürger die Gelegenheit ergriffen, ihren Lebensunterhalt durch eine Eigenproduktion von Gemüse und Früchten aufzubessern.
Der Straßenname erinnert aber auch an die großen Moorflächen, die seit der letzten Eiszeit um Vechta entstanden waren. Die besondere Moorpasslage von Vechta – an dieser Stelle rückten die trockenen, begehbaren Geestsandflächen ungewöhnlich eng zusammen und unterbrachen die Moorflächen – legte erst die topographischen Voraussetzungen für die Gründung einer Siedlung.