Straßennamen
Die politischen Gremien der Stadt Vechta haben im Jahr 2015 beschlossen, Straßennamenschilder im Stadtgebiet stufenweise mit Legendenschildern zu versehen. Die auf den Legendenschildern aufgebrachten kurzen Texte, z.B. über Persönlichkeiten, werden durch Langtexte, die Sie nachstehend auf dieser Internetseite finden, zudem umfassend erläutert. Das Aufrufen der Langtexte erfolgt an den Straßenschildern über QR-Code.
Die Recherche wurden von Axel Fahl-Dreger und ab 2024 von Eva-Maria Ameskamp vorgenommen; diese haben in enger Abstimmung mit Univ.-Prof. (em.) Dr. Wilfried Kürschner und der Stadt Vechta die nachfolgenden Texte erstellt.
In mehreren Straßen Vechtas wurden Stolpersteine gelegt, um auf die Verbrechen der NS-Zeit aufmerksam zu machen. Eine übersichtliche Karte gibt es hier.
Pater-Titus-Straße
Die Pater-Titus-Straße führt nördlich vom Dominikanerkloster in das Wohngebiet „Füchteler Esch“.
Titus Maria Horten, bürgerlich Franz Aloysius Laurenz Friedrich Horten (geboren 1882 in Elberfeld, gestorben 1936 in Oldenburg) war Dominikaner und katholischer Priester. Titus Horten besuchte zunächst die Dominikanerschule in Venlo und das Gymnasium in Leipzig, wo er 1920 auch das Abitur ablegte. Nachdem er in Leipzig, Münster, Grenoble, London und Bonn Rechts- und Sprachwissenschaft studiert hatte, promovierte er 1909 zum Doktor der Philosophie. Im selben Jahr trat er dem Dominikanerorden bei und studierte von 1910 bis 1913 Philosophie an der Ordenshochschule Düsseldorf. Anschließend studierte er Theologie in Rom und wurde 1915 zum Priester geweiht. 1917 kam er als Lehrer an die Ordensschule Vechta. Von 1919 bis 1927 war er Prokurator des Klosters (Finanzverwalter) und von 1927 bis 1935 Direktor des Albert-Magnus-Verlags. Als Generalprokurator für China-Mission (seit 1927) wurde er 1935 wie Pater Laurentius und Pater Thomas im Rahmen der „Devisenprozesse“ verhaftet. Während der Haftstrafe (2 Jahre) starb er am 26. Januar 1936 im Gefängnislazarett aufgrund seiner asthmatischen Erkrankung wie auch seiner Herzbeschwerden. Zuvor erwirkte er für sich einen Freispruch. Er wurde in der Dominikanerkirche Füchtel begraben. An der Beisetzung in Vechta nahmen ca. 6000 Gläubige teil.