Straßennamen

Die politischen Gremien der Stadt Vechta haben im Jahr 2015 beschlossen, Straßennamenschilder im Stadtgebiet stufenweise mit Legendenschildern zu versehen. Die auf den Legendenschildern aufgebrachten kurzen Texte, z.B. über Persönlichkeiten, werden durch Langtexte, die Sie nachstehend auf dieser Internetseite finden, zudem umfassend erläutert. Das Aufrufen der Langtexte erfolgt an den Straßenschildern über QR-Code.

Die Recherche wurden von Axel Fahl-Dreger und ab 2024 von Eva-Maria Ameskamp vorgenommen; diese haben in enger Abstimmung mit Univ.-Prof. (em.) Dr. Wilfried Kürschner und der Stadt Vechta die nachfolgenden Texte erstellt.

In mehreren Straßen Vechtas wurden Stolpersteine gelegt, um auf die Verbrechen der NS-Zeit aufmerksam zu machen. Eine übersichtliche Karte gibt es hier.

Kuhmarkt

Die Straße Kuhmarkt verbindet die Oldenburger Straße mit der Bremer Straße und geht dort in die Oyther Straße über. Vom Kuhmarkt zweigt zudem der Visbeker Damm in Richtung Norden ab. Die Straßenbenennung kann auf den Standort des früheren Viehmarkts in Vechta zurückgeführt werden. Dieser wurde 1577 wegen der Pest aus der Stadt auf das Stoppelmarktgelände verlegt. Eine Flurkarte von 1924 hält die Benennung „Oben dem Kuhmarkt“ fest. Bis zum 28. Juni 1945 lautete der Straßenname „Am Kuhmarkt“. Das Gelände befand sich direkt vor der alten Stadtbegrenzung, was eine Nutzung für einen Viehmarkt, der nicht mehr innerhalb der Stadtmauern stattfinden sollte, nahelegt. Das heutige Stoppelmarktgelände befindet sich ein ganzes Stück weiter nördlich.

Die Gelände um den Kuhmarkt wurde in verschiedenen Zeitabschnitten aufgesiedelt, wobei auch der Neubau einer Volksschule 1951 in diesem Bereich, der späteren Overberg-Schule, eine Rolle spielte. Die ältesten Wohngebäude errichtete die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GeWobau) für den Amtsbezirk Vechta bereits 1950. Wohnhäuser privater Bauherren entstanden dann bis zu Beginn der 1960er Jahre. Auch die angrenzenden Straßenzüge sind von Nachkriegsbebauung geprägt, wo viele Flüchtlinge und Vertriebene eine neue Heimat fanden. Kleinere Wegeveränderungen in der Anbindung zur Oldenburger Straße und in der Verkehrsführung änderten an der grundsätzlichen Lage des Weges wenig. 

Franz Hellbernd, Joachim Kuropka, Wilhelm Hanisch: Beiträge zur Geschichte der Stadt Vechta, Bd. 1–4, hg. von der Stadt Vechta. Vechta 1974–1992.

Franz Hellbernd, Joachim Kuropka: Geschichte der Stadt Vechta in Bildern, Plänen und Urkunden. Vechta 1993.

Archiv der Nordwest-Zeitung (www.nwzonline.de).

Bestände der Heimatbibliothek Vechta, hier Brandkassenregister Vechta, F 5(6d–h), angelegt in den 1950er Jahren, fortgeführt bis ca. 1970.