Straßennamen

Die politischen Gremien der Stadt Vechta haben im Jahr 2015 beschlossen, Straßennamenschilder im Stadtgebiet stufenweise mit Legendenschildern zu versehen. Die auf den Legendenschildern aufgebrachten kurzen Texte, z.B. über Persönlichkeiten, werden durch Langtexte, die Sie nachstehend auf dieser Internetseite finden, zudem umfassend erläutert. Das Aufrufen der Langtexte erfolgt an den Straßenschildern über QR-Code.

Die Recherche wurden von Axel Fahl-Dreger und ab 2024 von Eva-Maria Ameskamp vorgenommen; diese haben in enger Abstimmung mit Univ.-Prof. (em.) Dr. Wilfried Kürschner und der Stadt Vechta die nachfolgenden Texte erstellt.

In mehreren Straßen Vechtas wurden Stolpersteine gelegt, um auf die Verbrechen der NS-Zeit aufmerksam zu machen. Eine übersichtliche Karte gibt es hier.

Oldenburger Straße

Bei der Oldenburger Straße handelt es sich um eine alte Wegeverbindung, die die Residenzstadt Oldenburg über Vechta mit Osnabrück verband und seit 1834/35 als Chaussee ausgebaut war. Dementsprechend wird sie auf einem Plan von 1884 von H. Gier als „Chaussee nach Oldenburg“ bezeichnet. Der aus dem Französischen übernommene Begriff „Chaussee“ wurde seit dem 18. Jahrhundert und im Großherzogtum Oldenburg vor allem im 19. Jahrhundert verwendet. Eine Chaussee war dabei eine geplante und befestigte Straße über Land, mit der in Oldenburg die einzelnen Amtssitze mit der Residenzstadt verbunden, aber auch Wege in benachbarte Städte und Regionen geschaffen wurden. 

Bezüglich der Chaussee von Oldenburg nach Vechta war die Wegeführung von Oldenburg ausgehend erst mit der Einbindung des Amtes Vechta in das Herzogtum Oldenburg 1803 von Bedeutung. Die weitaus ältere, sogenannte Rheinische Straße führte nördlich von Vechta nicht nach Oldenburg, sondern in Richtung Wildeshausen und Bremen. Südlich der Stadt Vechta verlief der Weg in Richtung Osnabrück und weiter nach Köln. (Vgl. Artikel: Bremer Straße.)

Die heutige Bundesstraße 69 folgt ungefähr der Wegeführung der Oldenburger Chaussee des 19. Jahrhunderts, wobei sie das Stadtgebiet Vechta durch die Umgehungsstraße ausspart. Dementsprechend beginnt die heutige Oldenburger Straße bereits an der Abzweigung zur Bauerschaft Hagstedt und verläuft bis zur Abzweigung der Umgehungstraße auf der Bundesstraße. Von hier nimmt sie jedoch den Weg in die Stadt Vechta hinein, und zwar bis zur Kreuzung mit der Falkenrotter Straße am Bremer Tor. 

Die Oldenburger Straße kann damit als direkter Beleg für die Bedeutung der veränderten Herrschaftssituation zu Beginn des 19. Jahrhunderts gesehen werden. Waren zuvor Verbindungen von Vechta in Richtung Osnabrück und Münster wichtige Verkehrswege, erfuhren nun die Wege in Richtung der neuen Residenz eine Aufwertung. 

Literatur und Quellen

Franz Hellbernd, Joachim Kuropka, Wilhelm Hanisch: Beiträge zur Geschichte der Stadt Vechta, Bd. 1–4, hg. von der Stadt Vechta. Vechta 1974–1992.

Franz Hellbernd, Joachim Kuropka: Geschichte der Stadt Vechta in Bildern, Plänen und Urkunden. Vechta 1993.

Archiv der Nordwest-Zeitung (www.nwzonline.de).