Straßennamen

Die politischen Gremien der Stadt Vechta haben im Jahr 2015 beschlossen, Straßennamenschilder im Stadtgebiet stufenweise mit Legendenschildern zu versehen. Die auf den Legendenschildern aufgebrachten kurzen Texte, z.B. über Persönlichkeiten, werden durch Langtexte, die Sie nachstehend auf dieser Internetseite finden, zudem umfassend erläutert. Das Aufrufen der Langtexte erfolgt an den Straßenschildern über QR-Code.

Die Recherche wurden von Axel Fahl-Dreger und ab 2024 von Eva-Maria Ameskamp vorgenommen; diese haben in enger Abstimmung mit Univ.-Prof. (em.) Dr. Wilfried Kürschner und der Stadt Vechta die nachfolgenden Texte erstellt.

In mehreren Straßen Vechtas wurden Stolpersteine gelegt, um auf die Verbrechen der NS-Zeit aufmerksam zu machen. Eine übersichtliche Karte gibt es hier.

St.-Florian-Straße

Bei der St.-Florian-Straße handelt es sich um eine relativ kurze Sackgasse, an deren Ende sich bis 2018 das Gebäude der Feuerwehr Vechta befand. Sie führt von der Falkenrotter Straße in Richtung Oldenburger Straße. Bei ihrem Bau 1961 sollte ihr der Name „Heroldstraße“ gegeben werden, der auf den Priester und Offizial Franz Josef Herold (1787–1862) Bezug nahm. Er war von 1831 bis 1846 der erste Offizial des Bischöflich Münsterschen Offizialats in Vechta. Wahrscheinlich trug die Straße jedoch nie tatsächlich diesen Namen, denn bereits auf einem Stadtplan von 1965 heißt sie „Wiesenstraße“. Als solche wird sie auch im Brandkassenregister der Stadt Vechta mit mehreren Wohngebäuden aus den Jahren 1965 und 1966 geführt. 

Im Februar 1975 wurde im Stadtrat beschlossen, dass der Wiesenweg in Langförden seinen Namen behalten sollte, während die Wiesenstraße in Vechta umbenannt werden solle. In der Folge erhielt diese Straße den heutigen Namen St.-Florian-Straße, der im Adressbuch der Stadt von 1976 bereits aufgeführt wird. Die Umbenennung ist damit eine Folge der Eingemeindung von Langförden in das Stadtgebiet Vechta 1974. 

Die Straße ist nach Florian von Lorch benannt, der in der katholischen und orthodoxen Kirche als Heiliger verehrt wird. Der römische Beamte und Offizier wurde 304 im heutigen Lorch in Oberösterreich wegen seines christlichen Glaubens zum Tod verurteilt und ertränkt. Unter Kaiser Konstantin wurde 313 im Römischen Reich die Glaubensfreiheit eingeführt. Der heilige Florian ist der Schutzpatron verschiedener Berufe (z. B. Bäcker, Töpfer) und Regionen (Oberösterreich), aber auch bei Katastrophen (Hochwasser, Dürre). Bekannt ist er vor allem als Patron der Feuerwehr und gegen Feuer. Ab 1967 befand sich das Feuerwehrhaus am Ende dieser Straße (postalische Anschrift: Oldenburger Straße). 

Literatur und Quellen

Willi Baumann, Peter Sieve: Der katholische Klerus im Oldenburger Land. Ein Handbuch. Vechta 2006.

Franz Hellbernd, Joachim Kuropka, Wilhelm Hanisch: Beiträge zur Geschichte der Stadt Vechta, Bd. 1–4, hg. von der Stadt Vechta. Vechta 1974–1992.

Franz Hellbernd, Joachim Kuropka: Geschichte der Stadt Vechta in Bildern, Plänen und Urkunden. Vechta 1993.

Archiv der Nordwest-Zeitung (www.nwzonline.de).

Bestände der Heimatbibliothek Vechta, hier Brandkassenregister Vechta, F 5(6d–h), angelegt in den 1950er Jahren, fortgeführt bis ca. 1970.