Straßennamen
Die politischen Gremien der Stadt Vechta haben im Jahr 2015 beschlossen, Straßennamenschilder im Stadtgebiet stufenweise mit Legendenschildern zu versehen. Die auf den Legendenschildern aufgebrachten kurzen Texte, z.B. über Persönlichkeiten, werden durch Langtexte, die Sie nachstehend auf dieser Internetseite finden, zudem umfassend erläutert. Das Aufrufen der Langtexte erfolgt an den Straßenschildern über QR-Code.
Die Recherche wurden von Axel Fahl-Dreger und ab 2024 von Eva-Maria Ameskamp vorgenommen; diese haben in enger Abstimmung mit Univ.-Prof. (em.) Dr. Wilfried Kürschner und der Stadt Vechta die nachfolgenden Texte erstellt.
In mehreren Straßen Vechtas wurden Stolpersteine gelegt, um auf die Verbrechen der NS-Zeit aufmerksam zu machen. Eine übersichtliche Karte gibt es hier.
Pickerskamp
Auf einem Stadtplan findet sich der Pickerskamp erstmals 1949 eingezeichnet. Der Straßenname lehnt sich wahrscheinlich indirekt an den alten „Pickerweg“ an, eine Teilstrecke der früheren Rheinischen Heerstraße zwischen Osnabrück und Wildeshausen. Die Rheinische Heerstraße führte als wichtiger Handelsweg von Köln nach Bremen. Im Niederdeutschen steht „Pickereie“ für ein Fuhrunternehmen mit Pferd und Wagen, während das Verb „pickern“ das Antreiben eines Pferdes bezeichnet. Hier lautet die Straßenbezeichnung jedoch „Pickerskamp“, was eher auf einen Flurnamen deutet. Dazu passt auch eine Fläche namens „Pickers Kämpe“ auf einer Karte aus dem Jahr 1924. Ein Kamp ist eine eingehegte Ackerfläche und der Nachname „Picker“ lässt sich in Vechta vom 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert nachweisen. Der Pickerskamp verläuft zwischen der Falkenrotter Straße und der Oldenburger Straße, dessen Bebauung mit Wohngebäuden 1949 begonnen wurde. Eine Sackgasse mit derselben Straßenbezeichnung zweigt im nördlichen Teil der Straße ab, verläuft in südlicher Richtung zur Graf-von-Galen-Straße und endet in einem Wendehammer.
Literatur und Quellen
Franz Hellbernd, Joachim Kuropka, Wilhelm Hanisch: Beiträge zur Geschichte der Stadt Vechta, Bd. 1–4, hg. von der Stadt Vechta. Vechta 1974–1992.
Franz Hellbernd, Joachim Kuropka: Geschichte der Stadt Vechta in Bildern, Plänen und Urkunden. 1993.
Archiv der Nordwest-Zeitung (www.nwzonline.de).
Bestände der Heimatbibliothek Vechta, hier Brandkassenregister Vechta, F 5(6d–h), angelegt in den 1950er Jahren, fortgeführt bis ca. 1970.
Plattdeutsches Wörterbuch für das Oldenburger Münsterland, hrsg. vom Heimatbund Oldenburger Münsterland. Cloppenburg 2020.