Straßennamen
Die politischen Gremien der Stadt Vechta haben im Jahr 2015 beschlossen, Straßennamenschilder im Stadtgebiet stufenweise mit Legendenschildern zu versehen. Die auf den Legendenschildern aufgebrachten kurzen Texte, z.B. über Persönlichkeiten, werden durch Langtexte, die Sie nachstehend auf dieser Internetseite finden, zudem umfassend erläutert. Das Aufrufen der Langtexte erfolgt an den Straßenschildern über QR-Code.
Die Recherche wurden von Axel Fahl-Dreger und ab 2024 von Eva-Maria Ameskamp vorgenommen; diese haben in enger Abstimmung mit Univ.-Prof. (em.) Dr. Wilfried Kürschner und der Stadt Vechta die nachfolgenden Texte erstellt.
In mehreren Straßen Vechtas wurden Stolpersteine gelegt, um auf die Verbrechen der NS-Zeit aufmerksam zu machen. Eine übersichtliche Karte gibt es hier.
Falkenrotter Straße
Die Falkenrotter Straße ist die Hauptausfallstraße Vechtas in Richtung Westen (nach Bakum, Essen usw.) und führte ursprünglich direkt vom Bremer Tor über die Bahnlinie stadtauswärts. In den frühen 2010er Jahren wurde die Streckenführung durch zwei neue Kreisverkehre und eine Bahnunterführung leicht verändert. Ein kleiner Teil der früheren Falkenrotter Straße gehört nun zum Falkenweg, ein weiteres Teilstück erhielt den Namen „Alte Falkenrotter Straße“. Die Benennung der Straße ist auf den Flurnamen „Falkenrott“ zurückzuführen, der sich etwa in einer Flurkarte von 1850 finden lässt. Zudem gab es im Kreuzungsbereich der späteren Bahnlinie mit der Falkenrotter Straße das Gut Falkenrott, das bereits vor 1700 abgebrochen wurde. Als frühere Straßenbezeichnungen lassen sich „Bakumer Straße“ und „Leestraße“ auf älteren Katasterplänen finden. Nach Karl Willoh war diese Bezeichnung um 1800 gebräuchlich. Auch der Flurname „An der Lehstrasse“ ist überliefert. Während sich die Bakumer Straße auf den Verlauf der Wegeverbindung bezieht, ist die Herkunft des Wortes „Leh“/„Lee“ nicht eindeutig zu erklären.
An der Kreuzung zwischen Falkenrotter Straße und Bahnlinie befand sich seit 1885 der Bahnhof Falkenrott, der als Umschlagplatz für Getreide und Vieh (v. a. Schweine) genutzt wurde. Er wurde 1969 abgebrochen. Das Brandkassenregister der Stadt Vechta aus der Nachkriegszeit unterscheidet zwischen den Liegenschaftsbezeichnungen „Falkenrott“ und „Falkenrotter Straße“. In Falkenrott befinden sich in Bahnhofsnähe vor allem Lagerschuppen verschiedener Firmen und die Bahnhofsanlagen, aber auch eine Molkerei und der Betrieb von Alfred gr. Beilage – insgesamt also hauptsächlich eine Bebauung, die mit der Funktion des Ladebahnhofs zusammenhängt. Dagegen ist die Ausfallstraße in Richtung Bakum bereits vor dem Zweiten Weltkrieg weitgehend bebaut. Hier befinden sich bis heute eine Reihe repräsentativer Wohn- und Geschäftsbauten, die u. a. von Ärzten, Beamten, Kaufmannsfamilien oder angesehenen Handwerkern errichtet wurden.
Literatur und Quellen
Franz Hellbernd, Joachim Kuropka, Wilhelm Hanisch: Beiträge zur Geschichte der Stadt Vechta, Bd. 1–4, hg. von der Stadt Vechta. Vechta 1974–1992.
Franz Hellbernd, Joachim Kuropka: Geschichte der Stadt Vechta in Bildern, Plänen und Urkunden. Vechta 1993.
Archiv der Nordwest-Zeitung (www.nwzonline.de).
Bestände der Heimatbibliothek Vechta, hier Brandkassenregister Vechta, F 5(6d–h), angelegt in den 1950er Jahren, fortgeführt bis ca. 1970.
Ludger Riemann: Vechta „Vor dem Bremer Thore – außerhalb der Stadt“. Gestern und heute. Bremer Tor, Bremer Straße, Falkenrotter Straße, Oldenburger Straße. Vechta 2016.
Axel Fahl-Dreger, Ingo Harms: Wege des Gedenkens. Die Opfer der NS-Euthanasie aus dem Landkreis Vechta. Visbek 2024.
Karl Willoh: Führer durch Vechta und Umgegend. Mit Plan der Stadt und Umgebung. Vechta o. J. (ca. 1908).