Das Gulfhaus

Das Herz der Jugendarbeit schlägt im Gulfhaus. Seit über 40 Jahren wird hier Jugend- und Kulturarbeit gelebt und geliebt.


Im Gulfhaus es die verschiedensten Arten der Freizeitbeschäftigung. Gruppenangebote, Workshops, Kursangebote, offene Angebote und vieles mehr.
Im Saal finden regemäßig Kulturevents aus den unterschiedlichsten Sparten statt. Egal ob Poetry Slams, Heavy Metal Konzert, Jazz oder Kinderdiscos; langweilig wird es nie.
Als städtische Einrichtung sind sie auch für das Ferienprogramm, die Ferienbetreuung sowie die Vergabe von Zuschüssen zur Förderung der Jugendarbeit der Stadt Vechta verantwortlich.

Allen liegt das Gulfhaus am Herzen. Hinten v. l.: Kristian Kater, Hannes Büring, Alfons Wobbeler, Heiner Olberding, Sebastian Krause, Stefan Wolter; vorne v. l.: Cherrin Fusshöller, Uwe Helmes, Klaus Sentker, Sandra Sollmann, Marcel Nienaber und Hermann Pölking-Eiken. Foto: Jessika Wollstein
50 Jahre

Gulfhaus-Freunde feiern das Jubiläum ihres „Wohnzimmers“

Hunderte Gäste kommen zum Fest-Wochenende ins Jugendzentrum.

Mit einem abwechslungsreichen und unterhaltsamen Programm hat das Gulfhaus sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Wie viele Menschen sich mit dem Vechtaer Jugendzentrum verbunden fühlen, zeigten am vergangenen Wochenende alle Veranstaltungen, die sich an ganz unterschiedliche Zielgruppen richteten.

Freitag ging es los mit dem „Workshop“ und „Musik aus der Dose“ (siehe Foto HIER). Damit griffen die Veranstalter frühere Formate im Gulfhaus wieder auf. Heiner Olberding legte als DJ Olli auf und knüpfte mit rund 300 Gästen an alte Zeiten an. Insgesamt spendete das Publikum 1100 Euro für die Jugendarbeit in Vechta. Der Jubiläums-Organisator Alfons Wobbeler (HIER auf dem Foto links) schwärmte am Tag danach voller Begeisterung von einem tollen Abend, der erst gegen 2.30 Uhr ein Ende gefunden habe. 

„Ohne Rio Reiser kein Gulfhaus"

Hermann Pölking-Eiken plauderte am folgenden Samstagnachmittag beim Jubiläums-Talk sehr unterhaltsam darüber, wie es zur Gründung des Gulfhauses Mitte der Siebziger Jahre gekommen war. Der Autor und Filmemacher (HIER auf dem Foto in der Mitte) hat im Vorfeld des Festwochenendes die Chronik „Ohne Rio Reiser kein Gulfhaus – eine Gedächtnisstütze“ geschrieben, eine Sammlung von Erinnerungen an die Anfangsjahre. Die Hefte verteilte er im Gulfhaus unter den Gästen. Darin erklären Zeitzeugen, wie sich junge Leute damals für ein Jugendzentrum in der Stadt einsetzten und mitaufbauten.  Es sei ein linkes Projekt gewesen in einem sehr konservativen Milieu, berichtete Pölking-Eiken. 

Mitentscheidend für die Initiative war für ihn der Auftritt der Band „Ton Steine Scherben“ um den legendären Sänger Rio Reiser in der Aula der heutigen Uni Vechta. Die Anarchisten waren ausgerechnet im Antoniushaus am Klingenhagen untergebracht. Dort plauderten sie beim Frühstück freundlich mit den Nonnen, um am Abend vor rund 500 Konzertbesuchern ihre linke Weltanschauung zu propagieren. Ein Band-Mitglied habe angesichts eines fehlenden Jugendheimes in Vechta gefragt: „Gibt es denn hier ein unbewohntes Haus, dass man besetzen kann?“ Eine Initialzündung. Zur Gulfhaus-Gründung kam es dann aber auf ganz legalem Weg.

„Ich bin total happy“, sagte Pölking-Eiken beim Jubiläums-Talk: „Ich hab‘ jetzt erst begriffen, wie viele Leute das Gulfhaus etwas bedeutet.“ Es habe sich gelohnt, die Differenzen in den Anfangsjahren auszuhalten: „Wenn das nach 50 Jahren noch Früchte trägt, was könnte uns Besseres passieren, oder?“, fragte er. 

„Hier engagieren sich seit 50 Jahren Leute und lernen was dabei.“

Moderator Stefan Wolter führte die rund 100 Besucherinnen und Besucher mit seinen Talk-Gästen charmant und witzig durch die Geschichte des Gulfhauses. Klaus Sentker berichtete von den betriebswirtschaftlichen Defiziten der jungen Verantwortlichen in den Anfangsjahren. Weil von den Einnahmen keine Müde Mark an Mehrwertsteuer abgeführt worden war, gab es zunächst Schwierigkeiten mit dem Finanzamt. Erst daraufhin habe man mit der Buchführung angefangen und auch die Behörde zufriedenstellen können, erzählte Sentker. 

„Ein Riesenerfolg“ sei das Gulhaus-Zelt auf dem Stoppelmarkt gewesen. 1978 war es erstmals auf der Westerheide vertreten, wofür er und seine Mitstreiter bis nach Bremen gefahren war, um zu werben. „Wir haben an jeden zweiten Baum neonfarbene Plakate getackert. Der Zustrom war immens. Das war auch für Vechta eine tolle Nummer“, berichtete Sentker. 

Auch Uwe Helmes sagte anschließend: „Wir waren junge Menschen, die andere Wege gegangen sind.“ Dazu gehörten die Konzerte während des Thomasmarktes mit „Fury in the Slaughterhouse“ oder auch „Jazz im Gulfhaus“. „Die Stadt hat uns ganz schön viel machen lassen“, sagte der frühere Leiter und stellte fest: „Hier engagieren sich seit 50 Jahren Leute und lernen was dabei.“ In der Vorbereitung des Wochenendes sei ihm klar geworden, „dass alle, die hier rumlaufen, das Gefühl haben, es ist ihr Haus“. 

„Das Gulfhaus ist wie ein Magnet“

Das konnte auch Cherrin Fusshöller so unterschreiben. Sie berichtete unter anderem von Erfahrungen bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Ferienprogramm. „Das Gulfhaus ist wie ein Magnet“, stellte sie fest. „Es zieht immer die passenden Leute an.“ Und Talk-Gast Marcel Nienaber (HIER auf dem Foto links mit Moderator Stefan Wolter), der seine Frau bei der Arbeit im Gulfhaus kennen und lieben lernte, wünschte sich: „Ich hoffe, mein Sohn hat im Gulfhaus eine ähnlich tolle Zeit wie wir.“  

Vechtas Erste Stadträtin Sandra Sollmann, die 2018 zur Stadt kam, sprach von der Neuausrichtung der Jugendarbeit im Gulfhaus, das damals als GmbH geführt wurde. Mitentscheidend dafür sei eine Tagung unter anderem mit Vertretern der Vechtaer Politik in einem Bremer Hotel gewesen. Hier habe man sich auf neue Wege geeinigt, eine gewisse Eigenständigkeit des Gulfhauses aber bewahrt. Auch in der Corona-Zeit sei die Jugendarbeit unter besonderen Bedingungen fortgeführt worden, sagte Sollmann. Außerdem sei in der Pandemie der Grundstein für die heutige Arbeit gelegt worden.

Am Abend gab es das, wofür das Gulfhaus seit 50 Jahren bekannt ist: Live-Musik, organisiert vom Jugend- und Kulturverein Oldenburger Münsterland.„SK8PRK“ und das „Markus-Hillmer-Trio“ feierten mit den Gästen im legendären Saal, wie es schon etliche Bands vor ihnen getan hatten. Darunter auch die Combos des heutigen Gulfhaus-Leiters Sebastian „Theo“ Krause. Er berichtete von seinem ersten Gig im Gulfhaus beim Osterfestival 1999 mit seiner Visbeker Rockband. Seitdem habe er eine emotionale Bindung zum Gulfhaus aufgebaut. „Ich bezeichne die Bühne hier gerne als unser Wohnzimmer“, sagte er.

Am Sonntag schloss das Jubiläumswochenende dann mit der Hauptzielgruppe, den Kindern und Jugendlichen.  Sie nutzten die vielen Angebote, die Ehrenamtliche organisiert hatten. Das Orga-Team mit Alfons Wobbeler, Heiner Olberding, Uwe Helmes, Sebastian Krause und Hannes Büring zog ein überaus positives Fazit: „Wir hätten es uns nicht schöner ausmalen können.“

Gulfhaus

Öffnungszeiten
Mittwoch bis Freitag: 14.00 - 15.30 Uhr

Bürozeiten
Montag bis Freitag: 9.00 bis 12.00 Uhr
Montag bis Donnerstag: 13.00 bis 16.00 Uhr

Zitadelle 13
49377 Vechta

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