Die Kinder der Overbergschule Vechta haben vor dem Rathaus lautstark für Kinderrechte demonstriert. „Keine Kinder in den Krieg! Stopp! So geht das nicht weiter“, riefen die Grundschülerinnen und Grundschüler minutenlang ohne Pause. Zuvor waren sie mit Schildern und Plakaten durch die Innenstadt gezogen. Viele hielten selbst gebastelte rote Hände in die Luft. Die rote Hand ist weltweit das Symbol für den Protest gegen den Einsatz von Kindersoldaten, der am „Red Hand Day“ (12. Februar) besonders laut ist. An dem Aktionstag protestieren Menschen rund um den Globus gegen diese Grausamkeit.
Die Grundschülerinnen und Grundschüler hatten ihren Protestzug vom Schulhof bis zum Rathaus lange vorbereitet, berichtete Schulleiterin Kerstin Dieker. Seit Jahren startet die Overbergschule zum „Red Hand Day“ Aktionen. Das habe den Kindern irgendwann nicht mehr gereicht, sagte Kerstin Dieker. Sie hätten sich mit einer Demo mehr Aufmerksamkeit verschaffen wollen.
Die Schule hatte die Demonstration offiziell bei der Stadt Vechta angemeldet. Die Polizei sicherte sie ab. Bürgermeister Kristian Kater war beeindruckt vom Engagement und der Leidenschaft der Kinder. „Ihr seid aufgefallen und habt heute in Vechta laut darauf aufmerksam gemacht, dass Kinderrechte gewahrt werden müssen“, sagte er bei der Abschlusskundgebung vor dem Rathaus. „Man muss dafür aufstehen und seine Stimme erheben. Seid weiterhin so engagiert!“
Die Kinder überreichten dem Bürgermeister einen politischen Präsentkorb mit Forderungen an die Politik. Sie machten darauf aufmerksam, dass gleich mehrere Kinderrechte missachtet werden, wenn Kinder in den Krieg und in bewaffnete Konflikte geschickt werden. Kinder hätten zum Beispiel das Recht, gewaltfrei aufzuwachsen, zur Schule gehen und ihre Meinung sagen zu dürfen. „Wir wollen dazu beitragen, dass kein Kind auf der Welt dazu gezwungen wird, in den Krieg zu ziehen“, betonte Kater und versprach, die Forderungen an die Bundespolitik in Berlin weiterzugeben.
Die intensive Auseinandersetzung mit Kinderrechten ist seit Jahren fest im Schulleben an der Overbergstraße verankert. Seit 2023 darf sich die Overbergschule sogar offiziell Kinderrechteschule nennen. Dieses Zertifikat erhielt sie vom internationalen Kinderhilfswerk Unicef, nachdem sie ein mehrstufiges Programm absolviert hatte.
Zum Abschluss der Kundgebung am „Red Hand Day“ steckten die Kinder die gebastelten roten Hände in den Rasen vor dem Rathaus. Damit lenkten sie auch nach dem Ende ihrer eindrucksvollen Demo die Aufmerksamkeit auf ihre Forderung: „Keine Kinder in den Krieg! Stopp! So geht das nicht weiter“.
Laut des UN-Berichtes „Kinder und bewaffnete Konflikte“, der im Juni 2020 erschienen ist, wurden 2019 nachweislich 7747 Kinder rekrutiert. Die Dunkelziffer liegt nach Schätzungen aber bei einer Gesamtzahl von 250.000 bis 300.000 Kindersoldaten weltweit.
